Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

GEISTLICHE NOTIZ Kirche braucht Jugendliche

Alina Hennig ist Gemeindereferentin zur Ausbildung in der Kirchengemeinde Hülsenbusch-Kotthausen. Ihr Jugendhauskreis hat gerade einen nachhaltigen Jugendflohmarkt veranstaltet

Als ich jünger war, hieß es oftmals: „Jugendliche brauchen Kirche.“ Ich glaube, heute können wir den Satz genauso gut umdrehen: Kirche braucht Jugendliche. Kirche braucht die kritischen Fragen und progressiven Ideen Jugendlicher, um nicht zu verstauben und in der gesellschaftlichen Belanglosigkeit zu versinken. Junge Menschen zu Wort kommenzulassen, ihren kritischen Fragen zu Gott und der Welt nicht auszuweichen, sondern sich diesen zu stellen, das mag zwar das Verlassen der traditionellen Komfortzone bedeuten, führt aber dazu, dass Kirche wächst.

Ich glaube, es lohnt sich, Jugendliche und ihre Lebenswelt ernst zu nehmen, ihnen Raum zu geben.

Genau diesen Raum wollte ich mit der Gründung des Jugendhauskreises in unserer Gemeinde erschaffen. Hier beschäftigen sich aktuell 6 Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren gemeinsam mit mir ausschließlich mit den Fragen und Themen, die sich die Jugendlichen gewünscht haben. Dabei ist kein Thema zu „untheologisch“ oder zu belanglos. So haben wir uns bisher zum Beispiel mit der Frage nach Gottes Einfluss auf die aktuelle Situation in der Welt, aber auch mit Themen wie Homosexualität und Geschlechterrollen oder dem immer relevanter werdenden Thema der Nachhaltigkeit befasst. Dabei wird jede Ansicht gehört und respektiert, darf aber auch diskutiert werden.

Was dabei wichtig ist: Die Jugendlichen wollen nicht nur reden, sie wollen auch handeln. So haben sie zum Beispiel im Anschluss an das Thema „Dürfen wir als Christ*innen Fast Fashion kaufen?“ einen Jugendflohmarkt ins Leben gerufen, damit sie selbst und andere dazu ermutigt werden, mehr Second Hand und weniger neu zu kaufen. 

Wunsch nach gemeinsamem Wachstum

Ich merke regelmäßig den Wunsch nach gemeinsamen Wachstum in dieser Gruppe, den Wunsch nach Veränderung, den Wunsch der Jugendlichen, einen kleinen Unterschied in der Welt zu machen. Daher sind für mich meine Jugendlichen Vorreiter*innen, die Probleme bei der Wurzel packen wollen und die sich dafür einsetzen, dass Kirche endlich wirklich für alle da ist. Damit uns diese Menschen, die so viel Potenzial mitbringen, nicht verloren gehen, müssen wir sie hören und ihnen Raum geben.

Ich glaube wirklich: Kirche braucht Jugendliche.

www.ekagger.de | jth | Text: Alina Hennig | Fotos: Alina Hennig, Kirchengemeinde Hülsebusch-Kotthausen

Alina Hennig lädt zum Jugendhauskreis nach Marienheide-Kotthausen ein, "damit wir Gott und uns besser kennenlernen"

Der 1. Jugendflohmarkt im evangelischen Gemeindehaus Hülsenbusch war sehr gut besucht

Eine Standgebühr gab es nicht, aber Kuchenspenden waren willkommen

Jugendliche wollen in der Kirche etwas machen, sie wollen nicht nur teilnehmen, sondern auch selbst aktiv gestalten. Den Jugendflohmarkt von Jugendlichen für Jugendliche soll es jetzt öfter geben