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Notfallseelsorge

Blaulicht, Sirenen, Menschen in Uniformen hetzen umher, das Auto ist Schrott. Da war noch jemand drin. Oder das Haus brennt lichterloh – konnten alle gerettet werden. Das sind Momente, das ist die Notfallseelsorge vor Ort. Denn hier brauchen Menschen Beistand. Angehörige, Passanten, Betroffene, die Ungewissheit, Verlust oder schwere Verletzungen zu beklagen haben. Retter, die nach der Arbeit erstmal verkraften müssen, was sie erlebt haben.

Auch für die Notfallseelsorger ein belastender Job, der von wenigen kaum zu schultern ist. Darum haben der Evangelische Kirchenkreis An der Agger und das Katholische Kreisdekanat 2002 gemeinsam die Notfallseelsorge für besondere Krisensituationen ins Leben gerufen – 45 evangelische und katholische Pastoren und Pfarrer, Diakone und Prädikanten sind dafür kreisweit Tag und Nacht in Bereitschaft. Sie hallen übernehmen einige Wochen im Jahr Rufbereitschaft und betreuen die etwa 80 Einsätze pro Jahr.

Und so funktioniert es: Die Alarmierung der Notfallseelsorge erfolgt ausschließlich durch die Rettungsleitstelle oder die Leitstelle der Polizei, bei denen die Nummern der entsprechenden Mobiltelefone hinterlegt sind. Bei einem großen Teil der jährlich rund 80 Einsätze geht es dabei um die Betreuung von Angehörigen nach einem plötzlichen Todesfall, etwa nach einem tödlichen Herzinfarkt, einem Verkehrsunfall oder Suizid. Dazu kommen immer wieder die Begleitung der Polizei bei der Überbringung von Todesnachrichten und auch die Seelsorge an Einsatzkräften nach besonders belastenden Erfahrungen.

Zu den wichtigen Erfahrungen bei diesem Dienst gehört die Erkenntnis, dass es in solchen Extremsituationen kein vorher erlernbares „richtiges“ Verhalten gibt, sondern dass es darauf ankommt, in jeder Situation neu ein Gespür dafür zu entwickeln, was das jeweilige Gegenüber in diesem Moment gerade braucht. Denn die Reaktionen der Betroffenen in solch einer Krisensituation sind oft sehr unterschiedlich und können von hemmungslosem Weinen und einem Nicht-Wahrhaben-Wollen über aggressives Verhalten bis hin zu Rückzug und „Versteinerung“ reichen.

Hier können Sie einen Hörfunkbeitrag aus der Sendung Himmel und Erde zur Oberbergischen Notfallseelsorge hören.

Leitstelle der Polizei, T: 110

Evangelischer Koordinator der Evangelischen Notfallseelsorge Oberberg:
Gisbert von Spankeren
Gemeindepfarrer in der Ev. Kirchengemeinde Hülsenbusch 
Gummersbach-Hülsenbusch
T: 02261 23935