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Oberbergische Posaunenvereinigung

Osterblasen vom Balkon: "Christ ist erstanden"

Bundesweite Bläseraktion an Ostersonntag auch im Oberbergischen

In diesen Wochen des gesellschaftlichen Stillstands und Kontaktaktverbots fällt es gerade den Posaunenchören schwer, gemeinschaftlich zu schweigen. Unter Beachtung der behördlichen Vorgaben wird kreativ nach Möglichkeiten zum Hinausposaunen gesucht. An einer vom Posaunenwerk Hannover initiierten bundesweiten Aktion nehmen auch die Bläser der Oberbergischen Posaunenvereinigung (OPV) teil: Ostern vom Balkon.

Sie findet nicht nur bei Bläsern großen Anklang, sondern auch bei den Verantwortlichen des ZDF-Fernsehgottesdienstes. Der Einsatz zum Bläserflashmob auf Sicherheitsabstand kommt am Ostersonntag unmittelbar aus dem Gottesdienst mit dem letzten Lied „Christ ist erstanden“. Dann wird durch Stadt und Land ein akustisches Oster-Band erschallen.

Im Oberbergischen spielen die Bläser von ihren Balkonen

Beate Ising, Vorsitzende der OPV, hat diesen Aufruf an die Oberbergischen Posaunenchöre gerichtet. Von ihrem Balkon mit Blick auf die Odenspieler Kirche hat sie auch schon geprobt – aber noch kein Osterlied. "Gerade jetzt sollten wir mit unseren Instrumenten nicht schweigen, sondern unsere hoffnungsvolle, Zuversicht spendende Botschaft verbreiten. Die musikalische Verkündigung des Ostergeschehens wird auf diesem Weg an vielen verschiedenen Orten durch viele verschiedene Menschen – doch gefühlt wie ein Chor – viele Menschen erreichen. Gerne sind auch andere Instrumentalisten sowie Sängerinnen und Sänger eingeladen, mitzumachen."

Das ZDF sendet den Gottesdienst unter dem Thema „Ostern – Das Leben hat das erste Wort“ am Ostersonntag, 12. April 2020, ab 9.30 Uhr aus der Evangelischen Saalkirche Ingelheim. Die Predigt hält die westfälische Präses Annette Kurschus.

Erstes Juli-Wochenende: "Kommt!" - 100. Geburtstag der Oberbergischen Posaunenvereinigung

Bei aller Begeisterung für diese Aktion in dieser besonderen Zeit hofft die Posaunenbläserin Beate Ising allerdings, dass es nicht auch am ersten Julisonntag in diesem Jahr heißt: Posaunentag vom Balkon. Dann soll nämlich in Waldbröl unter dem Motto „Kommt!“ der 100. Geburtstag der Oberbergischen Posaunenvereinigung gefeiert werden. Die Notenhefte dafür sind schon geliefert und die erste gemeinsame Probe für Ende Mai angesetzt.

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Oberbergische Posaunenvereinigung umfasst 20 Posaunenchöre

Auf dem Gebiet des Kirchenkreises An der Agger haben sich die Posaunenchöre 1920 zur Oberbergischen Posaunenvereinigung (OPV) zusammengeschlossen.

Gegenwärtig gehören dazu 20 Posaunenchöre – von B wie Bergneustadt bis W wie Wirtenbach – mit etwa 350 Mitgliedern, die Freude an der geistlich begründeten Blasmusik haben.

Unter dem Dach der OPV sind die meisten Chöre zudem dem CVJM-Westbund oder dem Posaunenwerk Rheinland angeschlossen. Deren Posaunenwarte vorbereiten und leiten im Wechsel die jährlich am ersten Julisonntag veranstalteten Posaunentage. Neben Kirchen, Gemeindehäusern, Sälen, Wiesen und Plätzen haben diese auch schon an besonderen Orten stattgefunden: zum Beispiel im Eisenbahnmuseum Dieringhausen, in einer ehemaligen Steinmüller-Werkshalle, im Denklinger Burghof, auf Hof Hagdorn und Schloss Homburg.

Neben den Posaunentagen werden Konzerte, Jungbläser-Wochenenden und gemeinsame Probentage durchgeführt.

Die OPV trägt wie jeder Mitgliedschor zur musikalischen Verkündigung des Evangeliums bei. Getreu dem Psalmwort (Psalm 98, Vers 6) „Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem König!“ wird die Literatur in großer Bandbreite hinausposaunt. Vom Stile der Altmeister früherer Epochen aus Renaissance und Barock über Klassik und Romantik bis hin zu modernen Kompositionen der Gegenwart – etwa von Matthias Schnabel, Dieter Wendel, Traugott Fünfgeld und Anne Weckeßer – sind auch Spirituals, Gospels sowie swingende Kompositionen im Repertoire.

Gemeinschaft und Vernetzung in der OPV dienen der gegenseitigen Unterstützung und Stärkung der einzelnen Posaunenchöre in ihren Bläserdiensten.

Neuer Vorstand seit Juli 2019

Seit Juli 2019 gehören dem Vorstand an: Beate Ising als Vorsitzende (Posaunenchor Odenspiel; auch stellvertretende Vorsitzende des Posaunenwerks der Ev. Kirche im Rheinland), Lars Patrick Petri (Chorleiter des Posaunenchors Remperg) als stellvertretender Vorsitzender und weiterhin Eckhard Gülicher (Posaunenchor Remperg) als Schatzmeister.

Text: Beate Ising