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ENGELSKIRCHEN Neujahrsempfang mit Benediktiner-Schwester Johanna: Glaubensringen im Alltag

Um Glaubensabenteuer ging es beim Empfang der Ökumene Engelskirchen. Zu Gast war die Benediktinerin Sr. Johanna Domek aus Köln-Raderberg

Eine musikalische Einstimmung gab es am Samstagnachmittag beim ökumenischen Neujahrsempfang in Engelskirchen: Die Band Freylechs stimmte die rund 100 Gäste im evangelischen Gemeindehaus auf einen stimmungsvollen, besinnlichen und anregenden Nachmittag ein.

Nach der Corona-Zwangspause war die Freude schon vor Beginn der Veranstaltung zu spüren. Mitglieder aller Kirchengemeinden, VertreterInnen der Bürgervereine, offizielle Gemeindevertreter, Menschen aus Engelskirchen freuten sich über die Begegnung.

Kreisdechant Christoph Bersch und Henning Strunk, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Ründeroth, begrüßten die Anwesenden und stimmten auf das Thema ein: „Vom geistlichen Ringen und Kämpfen - womit sich der Mensch herumschlägt und wofür“.

Bürgermeister Dr. Gero Karthaus, der gerade von der Herrensitzung im karnevalbegeisterten Engelskirchen  kam, richtete ein Grußwort an die Ökumene. Als evangelischer Christ war er vor Jahren ehrenamtlicher Umweltbeauftragter des Kirchenkreises. 

Als Glaubenskämpferin auf der Theaterbühne 

Mit etwas leiserer Klezmer-Musik wurde Schwester Johanna Domek aus Köln-Raderberg begrüßt. Sie sprach auf unkomplizierte, rheinisch-offene Art und Weise über die Auseinandersetzung mit sich selbst, dem geistigen Kämpfen und der inneren Haltung des Menschen. Sie selbst ließ sich 2016/17 auf ein sehr persönliches Abenteuer eines Ringens mit sich selbst ein: Die im Benediktinerkloster lebende Schwester wurde damals als Vertreterin des Christentums Teil des Theaterstücks „Glaubenskämpfer“ am Schauspielhaus in Köln. In dem Theaterstück traten die drei großen monotheistischen Religionen Judentum, Islam und Christentum in einen besonderen Dialog.

„Ich habe mich auf ein ganz persönliches Glaubensabenteuer eingelassen und mich dem mehr denn je dem Thema des Glaubenskampfes gestellt", erzählte Schwester Johanna Domek. Das beinhalte Konflikt, Auseinandersetzung und Entscheidungen. Sie betonte: "Auch Jesus waren Zorn und Aggression nicht unbekannt. Die archaische, ungezähmte, unheimliche, wilde Kraft, die jeden Menschen erschreckt, der ihr begegnet, kann uns gewaltig gefährden. Es braucht großen, geduldigen Mut, den Weg der Verwandlung zum humanen Menschen zu wagen und dabei die Hoffnung nie aufzugeben. Aber es ist möglich!“

Vorträge und Publikationen zu spirituellen Themen 

Schwester Johanna Domek trat 1974 ins Kloster der Benediktinerinnen ein. Dort übernahm sie unterschiedliche Aufgaben - von der Waschküche bis zur Vermögensverwaltung.  Sie war schließlich Priorin der Gemeinschaft - von 1986 bis 1992 und von 1996 bis 2010, und arbeitet in dieser Zeit in internationalen und nationalen Gremien mit. Heute ist sie in der Kurs- und Exerzitienarbeit tätig, hält Vorträge und publiziert zu spirituellen Themen. 

Sie will mit ihren Ausführungen Mut machen, sich mit sich selbst zu beschäftigen, den Blick nach innen zu wenden und das geistliche Ringen mit sich selbst aufzunehmen. Zur näheren Erläuterung wurden Bilder des Stuttgarter Psalters an die Wand projiziert. Schwester Johanna erläutert, was das bedeuten kann:

  • Konfrontation wagen und aushalten
  • die eigene Gebrochenheit und Sünde vor Gott als Wahrheit anerkennen
  • die Ausdauer aufbringen, Kräfte bändigen zu lernen
  • Auseinandersetzung und Streit zu lernen
  • stehen zu bleiben
  • nicht den Angriff, sondern die Zuflucht bei Gott zu suchen

Die Zuhörer im Gemeindehaus waren ruhig und konzentriert, Schwester Johanna hat viele der Anwesenden mit ihren Worten beeindruckt.

Diakon Patrik Oetterer gestaltete als Moderator das sich an den Vortrag anschließende Gespräch. Oetterer und Pfarrer  Johannes Vogelbusch bedankten sich bei allen Gästen und besonders bei Ulrike Stephan, die die Organisation des Neujahrsempfangs übernommen hat.

Die Band Freylechs gab noch zwei Zugaben, und der Nachmittag endete mit fröhlichem Gesprächsgemurmel bei Häppchen und Sekt. Das ist Ökumene in Engelskirchen!

 

www.ekagger.de | jth | Text: Tina Docken | Fotos: Gabi Oetterer 

Das Foto zeigt den vollbesetzten Gemeindesaal in Engelskirchen mit der Referentin vorn am Pult. Sie trägt Ordenstracht

Schwester Johanna Domek im Gespräch mit Gästen der Ökumen Engelskirchen-Ründeroth

Das Foto zeigt Veranstalter und Gäste des Neujahrsempfangs

Im evangelischen Gemeindehaus Engelskirchen: Pfarrer Henning Strunk (v.li.), Presbyterin Ulrike Stephan, Kreisdechant Christoph Bersch, Bürgermeister Gero Karthaus, Schwester Johanna Domek, Diakon Patrick Oetterer, Pfarrer Johannes Vogelbusch und Pastor Klaus Nickl