Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

KASUALIEN Taufen und Hochzeiten sind so gefragt wie vor Corona

Seit Mai werden Taufen und Hochzeiten aus den vergangenen zwei Jahren nachgeholt. Besonders gefragt sind Taufen im Freien 

Mehr als 20 Kinder sind schon angemeldet für die Taufe in der Wiehl Ende August. Mehr sind auch kaum zu schaffen, auch wenn es ein spezieller Taufgottesdienst ist. Stattfinden soll er auf der Wiese hinter der Kirche mit direktem Einstieg in die Wiehl. Pfarrerin Judith Krüger, Pfarrer Michael Striss und Prädikantin Ute Schell werden dann die Täuflinge im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde Wiehl willkommen heißen und mit Wiehl-Wasser taufen. Üblicherweise wird an jedem ersten Sonntag im Monat in der Wiehler Kirche getauft, auf Wunsch auch am zweiten Sonntag im Monat im evangelischen Gemeindezentrum, dem Paul-Schneider-Haus, in Oberwiehl. Zurzeit sind es jeden Monat drei bis vier Kinder. 

In allen 24 Kirchengemeinden des Kirchenkreises An der Agger ist die Zahl der Taufen und Hochzeiten wieder hoch. Die Kirchengemeinden im Kirchenkreis freuen sich besonders, dass zurzeit so viele Eltern ihre Kinder taufen lassen. Manchmal sind es noch  aufgeschobene Taufen aus den vergangenen beiden Jahren, als größere Familienfeste nicht möglich waren. Auch da hat es Taufen gegeben, aber eben im kleineren Kreis.

Die Kirchengemeinde Müllenbach-Marienheide hatte 2020 für eine Open-Air-Taufe ein kleines Schwimmbecken aus Holzpaletten gebaut. Der Großvater eines Täuflings hatte sogar eine Schwimmbadleiter gespendet. Da war dann ein richtiges Tauffest mit mehreren Kindern möglich.   

Auch in den Kirchengemeinden Ründeroth und Hülsenbusch-Kotthausen fanden im Mai und Juni schon Taufen unter freiem Himmel statt. In Ründeroth taufte Pfarrer Henning Strunk drei Täuflinge auf dem Geländes des Aggerstrands mit frischem Wasser aus der Agger. Eine Familie konnte wegen einer Corona-Erkrankung in der Familie dann doch nicht teilnehmen. Diese Taufe wird nachgeholt. Der Festgottesdienst fand mit Beteiligung der Konfirmanden und Konfirmandinnen statt und es gab einen Auftritt des Kinderchors. Henning Strunk: "Über die Kinder- und Jugendarbeit und die Musikangebote finden viele  junge Familien die Nähe zur Kirchengemeinde. Die Eltern wollen dann auch, dass ihre Kinder in der Kirche eine Heimat finden. Für unsere Kirchengemeinde ist das ein enormer Schatz." 

Gottesdienst auf der Wiese

Dasselbe gilt auch für die Kirchengemeinde Hülsenbusch-Kotthausen. Ende Juni hat die Kirchengemeinde einen Taufgottesdienst mit anschließendem Reisesegen auf der Wiese in der Hülsbach unterhalb der Kirche gefeiert. Pfarrerin Alexandra Pook freut sich, dass wieder viele Eltern ihre Kinder taufen lassen. "Das sind immer ganz besondere Gottesdienste. Die Eltern und Paten versprechen für ihr Kind, dass es als Sohn oder Tochter Gottes leben möchte."

Die Kirchengemeinde Drabenderhöhe feierte im Juni 2021 die Taufe eines Konfirmanden am Dorfweiher in Forst. Das gefiel einigen werdenden Eltern so gut, dass  sie ihr Kind auch gleich für die Taufe am Weiher anmeldeten. Jugendreferentin Andrea Ruland sagte gerne zu. 

Mit der Taufe wird ein Mensch Christ und Mitglied der Kirche. Die Taufe ist ein Sakrament und fast alle christlichen Kirchen erkennen es gegenseitig an. Deshalb kann jeder Mensch nur einmal im Leben getauft werden, auch wenn er beispielsweise die Konfession wechselt.

Auch die kirchliche Trauung ist zurzeit wieder besonders gefragt. Vorbei ist die Zeit als ein Paar ganz allein vor dem Standesbeamten saß und Trauungen in der Kirche gar nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich waren. "Gerade in der Corona-Zeit haben viele Menschen gemerkt, was ihnen wirklich wichtig ist und wie wichtig verlässliche Bindungen sind", sagt Superintendent Michael Braun. "Die Menschen trauen sich, eine lebenslange Beziehung einzugehen und möchten diese nicht nur vor dem Standesamt, sondern auch vor Gott besiegeln und vor der Traugemeinde bezeugen. Wir freuen uns darüber."

Wieder mehr Einträge ins Kirchenbuch

Christina Tchorrek ist im Verwaltungsamt des Kirchenkreises An der Agger zuständig für das Kirchenbuch, die offiziellen Verzeichnisse und Urkunden aller Amtshandlungen wie Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen im Kirchenkreis. "Ich freue mich, dass es jetzt wieder richtig los geht", sagt sie. "Aktuell habe ich aus Mai und Juni 100 Taufen auf dem Schreibtisch liegen zum Eintrag ins Kirchenbuch." Für das Jahr 2019 vor Corona hat sie noch 569 Taufen und 308 Trauungen im Register verzeichnet. Im zweiten Coronajahr 2021 waren es nur noch 413 Taufen und 140 Trauungen.

Sie findet es gut, dass die Kirchen offener geworden sind bei Kasualien wie Taufen und Hochzeiten, dass diese auch draußen und an besonderen Orten stattfinden können. Ihr Mann Klaus wurde im Garten der Eltern in Wiehl-Forst getauft, das zur Kirchengemeinde Drabenderhöhe gehört. "Er ist vorm Blumenbeet getauft worden." Und das war vor 65 Jahren.  

 

 

www.ekagger.de | jth | Text: Judith Thies | Fotos: Paula Laukamp, Christina Tchorrek, Thomas Drosten

Am Aggerstrand in Ründeroth kann man Volleyball spielen, schwimmen, klettern, grillen - und Taufgottesdienst feiern mit Altar und Kreuz

Pfarrerin Alexandra Pook feierte mit ihrer Gemeinde einen Taufgottesdienst an der Hülsbach auf der Wiese unterhalb der Kirche

Taufgottesdienst in Wiehl-Forst: Die Kirchengemeinde Drabenderhöhe taufte 2021 einen Konfirmanden am Dorfweiher

Ein Altar kann auch im Freien stehen - wie hier am Forster Dorfweiher