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JAHRESLOSUNG Wer zu mir kommt

Da seegt Jesus Christus di to: Well bi mi kummt, de woord nich wegstüürt - Zusage und Auftrag zugleich. Impulse von Renate Karnstein aus Waldbröl, Superintendent Michael Braun und anderen

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“. Dieser Satz Jesu Christi ist Zusage und Auftrag zugleich. Auch für diese Jahreslosung erstellte Stefanie Bahlinger wieder ein eindrucksvolles Bild, das von Renate Karnstein aus dem Oberbergischen aus in einem Heft zur Jahreslosung 2022 im Birnbach-Verlag (Link) erläutert wird und mit zusätzlichen Texten einen Zugang zur Losung gibt.

Eine offene einladende Tür ist mitten auf dem Jahreslosungsbild von Stefanie Bahlinger zu sehen. Von hier dringt Wärme nach außen. Es ist ein Tisch mit Brot und ein Kelch mit Wein zu sehen -  ein Hinweis auf das Abendmahl, das Symbol für die Gemeinschaft mit Christus und anderen Gläubigen. Ein goldener Schlüssel signalisiert: Die Tür zu dieser Gemeinschaft ist nie verschlossen.

Jesus selbst lädt uns zu sich ein

Die Künstlerin Stefanie Bahlinger hat diese besondere Erfahrung selbst erlebt, wie sie selber auf ihrer Homepage schreibt. Der bis dahin weit entfernte, unnahbare Gott wurde plötzlich persönlich. Diese innige Beziehung drückt sich farbenfroh in ihren Bildern aus: Sie wollen Hoffnung und Freude vermitteln, wollen ein Lichtstrahl sein zwischen Himmel und Erde. Und sie sollen widerspiegeln, wie die Künstlerin Gott in ihrem Leben wahrnimmt: großzügig, weit, einladend und farbenfroh. Mit ihrer Interpretation der Jahreslosung 2022 ist ihr dies besonders gelungen. Er ist eine Zusage, weil Jesus unbedingt vorlebt, wie bei Gott ausnahmslos alle willkommen sind.

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Jesus sagt diese Worte, nachdem er am Tag zuvor mit zwei Fischen und fünf Broten viele Menschen gesättigt hat. Wir kennen diese Geschichte als die Speisung der Fünftausend. Menschen haben bei Jesus Gastfreundschaft und Fülle erlebt. Diese Zeilen stehen in der Bibel im Johannesevangelium in Kapitel 6, Vers 37. Der Vers gibt die gewisse Aussicht auf Halt und Geborgenheit. Es geht um unseren Umgang mit dem Glauben. Die Botschaft der biblischen Geschichte lautet: Nicht die Zeichen sind wichtig, sondern das Vertrauen auf und an den Glauben.

 

Superintendent Braun: Well bi mi kummt, de woord nich wegstüürt (KSV-Andacht zur Jahreslosung)

 

Präses Thorsten Latzel zur Jahreslosung 

„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Dieser Satz Jesu Christi ist Zusage und Auftrag zugleich, so Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, in seiner Auslegung zur Jahreslosung (Link).  „Man hat sich in der Auslegung der Geschichte oft den Kopf darüber zerbrochen, wie das Wunder damals genau geschehen ist." Doch die Pointe bestehe nicht darin, dass ein antiker Wanderprediger vermeintlich die Naturgesetze durchbrochen habe. "Das Wunderbare besteht vielmehr darin, dass in der Begegnung mit diesem Menschen etwas geschieht, dass alle satt werden. Jesus weist niemanden ab, der zu ihm kommt. Er stillt vielmehr ihre elementarsten und tiefsten Bedürfnisse.“

Heinrich Bedford-Strohm im Video zur Jahreslosung  (Link)

Für den bayrischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm erinnert diese Losung an das, was für Jesus immer charakteristisch gewesen sei: die radikale Liebe Jesu. Kein Mensch müsse bestimmte Voraussetzungen haben, um zu Jesus zu kommen. Das sei der Kern der Jahreslosung. Mit dieser Gewissheit in das Jahr zu gehen und zu wissen, dass "Gott einen so liebt, wie man ist", sei ein großes Geschenk, erklärt Bedford-Strohm in einem Video. "Du darfst einfach so sein, wie du bist. Und Gottes Arme sind offen und empfangen dich", sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd)

EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus: Auslegung der Jahreslosung

 

Die Jahreslosungen werden von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) ausgewählt. Der Text begleitet die Menschen durch den Jahreslauf und soll auch dazu motivieren, sich mit der biblischen Geschichte zu beschäftigen.

www.ekagger.de | jth | Text: Vera Marzinski | Grafik: Stefanie Bahlinger, Foto: Kirchenkreis An der Agger / J. Thies 

Die einladende Tür, gezeichnet von Stefanie Bahlinger

Autorin Renate Karnstein ist seit 2009 Vorsitzende des Pfarrfrauenbundes e.V.

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