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HOCHWASSER "Was Corona nicht geschafft hat, hat das Wasser geschafft"

Das evangelische Gemeindehaus und ein Kirchenanbau in Wipperfürth sind von den Fluten durchspült worden. Die Aufräumarbeiten dauern noch an. Kirchenkreis sammelt für Hochwasserbetroffene vor Ort 

Im Norden des Kirchenkreises  An der Agger in der evangelischen Kirchengemeinde Wipperfürth ist das evangelische Gemeindehaus bis zu einer Höhe von 1,40 Meter vollgelaufen. Die gesamte untere Etage wurde förmlich weggespült. Ein Anbau der Kirche am Markt der Hansestadt ist ebenfalls stark betroffen. Hier sind Küchen, Toilettenanlagen, Möbel, Musikinstrumente, technische Anlagen zerstört. Auch am Wochenende war ein Team von Helfenden rund um Pfarrerin Stefanie Eschbach und Martina Schulz aus dem Gemeindebüro im Einsatz. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf mehr als 100.000 Euro.  

Zum Teil hat die Gemeinde immer noch keinen Strom, das Gemeindebüro ist nicht benutzbar. 

Der Gottesdienst am Sonntag, 18. Juli, konnte nicht stattfinden. Die Glocken schwiegen wegen des Wassers in den Anlagen.  "Was Corona nicht geschafft hat, das schaffte das Wasser", schreibt Pfarrerin Stefanie Eschbach in einer Andacht. In der Coronazeit, als Gottesdienste vom Oberbergischen Kreis untersagt waren, hatte die Kirchengemeinde an besonderen Orten open-Air-Gottesdienste veranstaltet: auf dem Marktplatz, vor Altenheimen, vor Kindertagesstätten und am Fuß einer Talsperrenmauer. 

Andacht auf der Homepage der Kirchengemeinde Wipperfürth 

 

„Gott, hilf mir! Denn das Wasser reicht mir bis an die Kehle.

Ich versinke in tiefem Schlamm versunken, wo kein Grund ist;
ich bin in tiefes Wasser geraten, die Strömung reißt mich fort.“

So steht es in Psalm 69, einem Jahrtausende alten Gebet der Bibel,
das in diesen Tagen in Wipperfürth aktueller ist, denn je.

Ja, es gab schon öfter mal Hochwasser in Wipperfürth, aber so … so noch nie!
Darin sind sich alle einig, die Nachbarn, die Menschen auf dem Marktplatz und bei Edeka,
genauso wie diejenigen, die in den Fabrikhallen stehen
und versuchen ihren Arbeitsplatz von Schlamm und Modder zu befreien.

Auch die Räume der Evangelischen Kirche sind im wahrsten Sinne des Wortes abgesoffen, gleich doppelt. Die gesamte untere Etage des Evangelischen Gemeindehauses an der Lüdenscheider Straße wurde quasi „weggespült“. Das Wasser stand 1,40 m hoch in den Räumen und hat – wie überall in den Straßen – eine Spur aus Schlamm und Verwüstung hinter sich hergezogen.

Schlimmer noch: Auch die unteren Räume am Anbau der Evangelischen Kirche wurden komplett überflutet. Die Heizungsanlagen, die Sanitäranlagen, die Elektrik, die Instrumente, die Küchen, die Werkzeugkeller … alles nur noch ein trauriger, nasser Haufen Müll, Gerümpel und Erinnerungen.

„Gott, hilf mir! Denn das Wasser reicht mir bis an die Kehle.
Ich versinke in tiefem Schlamm versunken, wo kein Grund ist;
ich bin in tiefes Wasser geraten, die Strömung reißt mich fort.“

Und auch wenn der Verstand uns sagt, dass es andere Regionen in NRW gibt, denen es noch viel übler geht als uns, der Bauch fühlt schon: Es hat uns auch hart getroffen hier in Wipperfürth.

Wie wird es weitergehen … nächste Woche … nächsten Monat?
Die Reserven sind aufgebraucht … nach Corona. Die Nerven liegen blank.

Und - was Corona nicht geschafft hat - das schafft das Wasser:
Die Glocken der Evangelischen Kirche am Markt schweigen, zu viel Wasser in der Elektrik.
An diesem Sonntag kann kein Gottesdienst stattfinden, ob es in den nächsten Tagen gelingt, einen Teil der Kirchentechnik wieder in Gang zu bringen, ist noch ungewiss.

Genau wie alle anderen Wipperfürther stehen auch wir vor der Frage: Woher kommt mir Hilfe?

„Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen!“ – 
heißt es in Psalm 121. Worte die Mut machen.
Aber es ist wohl zu kurz gegriffen, Gott allein die Hilfe in die Schuhe zu schieben.
Schneller ist oft die „Hilfe vor Ort“, also Orte, an denen alle gemeinsam anpacken und einer dem anderen beisteht. Wird auch das in Wipperfürth gelingen? Ich hoffe es! 

Ihre Pfarrerin Stefanie Eschbach

 

Spendenkonto der Diakonie

In den evangelischen Kirchengemeinden wurde am Sonntag für das Spendenkonto der Diakonie RWL gesammelt.

Das Konto bei der KD-Bank lautet:

Empfänger:

Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL

IBAN: DE79 3506 0190 1014 1550 20

Stichwort: Hochwasser-Hilfe

 

Spendenkonto für Hochwasser-Hilfe im Oberbergischen

Wer konkret für die Betroffenen im Kirchenkreis spenden möchte, kann direkt auf das Spendenkonto des Kirchenkreises spenden. 

Empfänger: Kirchenkreis An der Agger 

KD-Bank eG. Dortmund

IBAN: DE16 3506 0190 1010 1060 16

BIC: GENO DE D1DKD

Stichwort: Hochwasser-Hilfe Kirchenkreis An der Agger 

 

www.ekagger.de | jth | Fotos: Stefanie Eschbach

Wasser und Schlamm durchliefen die unteren Etagen von Gemeindehaus und Kirchenanbau. Die materiellen und emotionalen Schäden sind hoch.

Bis zu 1, 40 Meter hoch stand das Wasser.

Musikinstrumente, Möbel, Küchen, Toilettenanlagen, die Elektrik sind zerstört.

Die Aufräumarbeiten dauern noch an.

Mit 15 Helfern sortierte das Kirchenteam um Pfarrerin Stefanie Eschbach und Martina Schulz au aus dem Gemeindebüro mit Familie Müll, Metall und andere Reststoffe. In ihrer Andacht schreibt Pfarrerin Eschbach: "Und auch wenn der Verstand uns sagt, dass es andere Regionen in NRW gibt, denen es noch viel übler geht als uns, der Bauch fühlt schon: Es hat uns auch hart getroffen hier in Wipperfürth. Wie soll es weitergehen in den nächsten Wochen?"