SCHULE Haus für Alle hilft, wenn Kinder und Jugendliche nicht zur Schule gehen
Das Schulreferat des Kirchenkreises An der Agger und die Schulpsychologische Beratungsstelle des Oberbergischen Kreises haben eine zweiteilige Veranstaltung zum Thema „Schulabsentismus“ veranstaltet. Dank der langjährigen Kooperation zur Krisenintervention an Schulen konnte die Veranstaltung stattfinden.
Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter der Schulen im Oberbergischen Kreis haben an einer zweiteiligen Veranstaltung zum Thema „Schulabsentismus“ teilgenommen. Janine Orth, Schulreferentin des Kirchenkreises An der Agger, und Susanne Goße, Mitarbeiterin des Schulreferats, haben die Veranstaltung zum Thema “Schulabsentismus” organisiert. Janine Orth: “Wir als Kirchenkreis sehen die Nöte der heranwachsenden Generation und möchten mit unseren Angeboten alle, die junge Menschen beim Heranwachsen begleiten, unterstützen. Aus diesem Gedanken ist die gute Kooperation mit der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Oberbergischen Kreises und des Schulreferats erwachsen, die Lehrkräfte im Umgang mit verändernden Herausforderungen unterstützt.”
Schulabsentismus ist ein komplexes und herausforderndes Phänomen und kann dabei genauso ein angstbedingtes Fehlen (Schulangst oder Schulphobie) wie auch ein nicht-angstbedingtes Fehlen (Schulschwänzen) meinen.
„Fehlen ist also nicht gleich Fehlen!“, betont Marianne Haupt, Leiterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle. „Die Dynamik eines Schülers, der mit den zu hohen Leistungsanforderungen nicht zurechtkommt und deshalb durch Fernbleiben Schule vermeidet, ist eine ganz andere als die Dynamik einer Schülerin, die keinen Sinn mehr im Schulbesuch sieht und demnach keinen Bock mehr auf Schule hat.“
Für alle Unterstützung und Intervention sei es demnach unerlässlich, sich zunächst Gedanken zu machen, welche Ursachen möglicherweise hinter dem Fehlen der Schülerin oder des Schülers stecken. Das Problem beginne oft schleichend, berge aber die Gefahr, sich zu einem dauerhaften Vermeidungsverhalten zu entwickeln Daher sei es wichtig, das Problem früh genug ernst zu nehmen und Möglichkeiten der Prävention und Intervention zu nutzen.
Unterstützung für die Mitarbeitenden in den Schulen
Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland fünf bis zehn Prozent aller Schülerinnen und Schüler regelmäßig im Unterricht (Joachim-Herz-Stiftung, 2023). Das Phänomen ist nicht neu, Wissenschaft und Praxis beobachten aber, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die dem Unterricht fernbleiben, in den letzten zehn Jahren signifikant gestiegen ist (Caritas, 2025).
Mit der Veranstaltung sollte ein Überblick über verschiedene Handlungsaspekte bei Schulabsentismus und Unterstützungsmöglichkeiten für die in Schule verantwortlichen Mitarbeitenden hier im Oberbergischen Kreis gegeben werden.
In der ersten Veranstaltung bot Stefan Schwall, Lehrer, Gestalttherapeut und Gründer des mehrfach ausgezeichneten Sozialunternehmens APEIROS, einen wissenschaftlich-fundierten sowie praxisorientierten Einblick in das Thema. Mit Expertinnen und Experten rund um das Thema Schulabsentismus diskutierten die Teilnehmenden dann in der zweiten Veranstaltung über die Herausforderungen und verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfsangebote.
Bei Schulabsentismus ist schnelles Handeln geboten, darüber waren sich alle Teilnehmenden einig. Denn auch die schulische Laufbahn des betreffenden Kindes oder Jugendlichen kann damit schnell in Gefahr sein. Die Veranstaltung machte deutlich, dass es ein weitreichendes Netzwerk von Einrichtungen im Oberbergischen Kreis gibt, die bei Schulabsentismus aufgesucht werden können.
Neben der Schulsozialarbeit, die direkt an den Schulen verortet ist, können sich die ratsuchenden Eltern an die Schulpsychologie oder die Erziehungs- und Familienberatungsstellen.
In manchen Fällen sind der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Gesundheitsamtes oder die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie die richtigen Anlaufstellen. Das Jugendamt und auch das Schulamt stehen den Betroffenen ebenfalls unterstützend als Institutionen zur Verfügung.
Erste Anlaufstellen für Eltern
- Schulpsychologische Beratungsstelle des Oberbergischen Kreises
Tel. 02261 884060
Für Lehrkräfte: Handreichung „Orientierungshilfe für Lehrkräfte: Handlungsaspekte bei Schulabsentismus“ unter
https://bildung-in-oberberg.de/cms200schule/schule/schulpsy/tippselternlehrkraefte/index.shtml
- „Der Baumhof“ in Gummersbach
Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
Tel. 02261 885710
- „Herbstmühle“ in Wipperfürth
Psychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und junge Erwachsene
Tel. 02267 3034
- „Haus für Alle“ in Waldbröl
Evangelische Beratungsstelle für Erziehungs-, Familien-, Ehe- und Lebensfragen
Tel. 02291 4068
www.ekagger.de | jth | Foto: OBK









