WALBRÖL Ostergarten Hermesdorf öffnet am 15. März

| Glaube & Seelsorge

Sich auf eine Reise durch den Ostergarten des CVJM Hermesdorf zu begeben, heißt, gute 2000 Jahre in der Zeit zurückzuwandern. Es bedeutet, sich mit allen Sinnen auf das biblische Geschehen einzulassen, den letzten Lebensstationen Jesu mit Einzug in Jerusalem, Verurteilung, Verrat, Kreuzigung und Auferstehung nachspüren zu können. Es bedeutet, zu sehen, zu schmecken, zu hören, zu riechen und zu fühlen. Besuchende können sich berühren lassen, ein Passah-Mahl zu erleben. Manchmal fließen Tränen, manch ein Besuchender, der den kleinen Stein, den er am Eingang bekommt, am Kreuz ablegt, fühlt sich leichter, getragen. Und erlebt schließlich einen lichten Auferstehungsraum voller Hoffnung. Der Ostergarten, der für viele Menschen zur Einstimmung auf das Osterfest dazu gehört, wirkt lange nach.

Initiiert hat Petra Döhl-Becher den ersten Ostergarten, nachdem sie einen solchen Garten der evangelischen Gemeinde in Gummersbach besucht hatte: „Die Erfahrung hat mich sehr berührt.“ Sie nahm die Idee mit zum CVJM und stieß dort auf engagierte Zustimmung. Das war 2011. Alle zwei Jahre bauten die Mitglieder das Vereinshaus in Hermesdorf danach mit zahlreichen liebevollen Details, mit Blumen, Brot, Musik, großem Engagement und viel Kreativität zum Ostergarten um, wurden zu einfühlsamen Führern durch das Passionsgeschehen.

Dann kam die Pandemie, der CVJM musste schweren Herzens 2020 mitten in den laufenden Vorbereitungen alles zurückbauen und wieder auf dem Speicher im Vereinshaus verstauen. Die Alternative, der gute zwei Kilometer lange Ostergartenweg an der frischen Luft, entweder geführt oder allein erlebbar mit der passenden App, wurde auch sehr gut angenommen, wie Petra Döhl-Becher berichtet.

Doch irgendwie fehlte allen der Ursprungs-Ostergarten. Und so gibt es ihn nun wieder, zur großen Freude der Beteiligten. Petra Döhl-Becher berichtet, dass zum ersten richtigen Organisationstreffen 35 Leute kamen und auch beim Aufbau viele tatkräftig halfen. „Das war und ist ganz wunderbar!“ Und auch die bisherigen Anmeldezahlen machen deutlich, wie sehr diese Entschleunigung in der Fastenzeit vielen Menschen gefehlt hat. Rund 2000 Besuchende erwartet der Verein insgesamt, fünf Führungen täglich soll es geben. Angemeldet sind schon Gruppen aus den umliegenden Kirchengemeinden: Jungscharkinder, Konfirmandengruppen und Hauskreise möchten den Ostergarten erleben. Und auch aus der evangelischen Gemeinde in Denklingen sind einige Ehrenamtliche dabei.

“Das ist eine unvergessliche Erfahrung”

Neu dabei als Führerin ist die 16-jährige Helena Schmidt. Sie besuchte den Ostergarten als Jungscharkind, fand die Erfahrung beeindruckend. Nun freut sie sich darauf, selbst Besuchende auf diese sehr besondere Zeitreise mitzunehmen: „Das wird sicher eine unvergessliche Erfahrung.“ Auch Heidi Krauß ist zum ersten Mal als Führerin dabei. Sie lächelt, als sie zugibt, dass sie als Besucherin oft die Tränen nicht zurückhalten konnte. „Aber das ging ja nicht nur mir so. Und als ich hörte, dass der CVJM den Garten jetzt wieder aufbaut, wollte ich unbedingt dabei sein“, berichtet sie. Für alle Helfenden und ihre Familien wird es zum Start des Ostergartens einen eigenen Gottesdienst geben, kündigt der CVJM an.

Weil alle Generationen angesprochen werden sollen, so erläutert Petra Döhl-Becher, gibt es drei verschiedene Führungen, die je etwa 90 Minuten dauern – für Kinder ab dem zweiten Schuljahr, junge Erwachsene und Erwachsene. Barrierefrei sei das Gemeindehaus aber leider nicht, räumt sie ein.

Der Ostergarten kann nach Anmeldung vom 15. März bis zum 2. April (Gründonnerstag) kostenlos, gegen eine Spende, besucht werden. 

www.cvjm-hermesdorf.de/ostergarten

www.ekagger.de | jth | Text: Katja Pohl | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/K. Pohl 

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Im evangelischen Gemeindehaus Hermesdorf wird fleißig aufgebaut.