ODENSPIEL Inmitten von Leben: Dreitägiges Orgel-, Chor- und Posaunenfest im Oberen Wiehltal
Zum großen Posaunenfest hatte die Oberbergische Posaunen Vereinigung (OPV) am Wochenende nach Odenspiel eingeladen. Bereits zum 106. Mal fand der Posaunentag statt und Odenspiel hat in diesem Jahr auch noch ein besonderes Jubiläum: 120 Jahre. Das musste herausposaunt werden, wie es auch auf dem Einladungsplakat und in den Programmheften stand. In diesem musikalischen Festgottesdienst gaben Gesine und Kirchenmusikdirektor (KMD) Traugott Fünfgeld die Töne an.
Abschluss der drei Tage war ein Festgottesdienst, der multimusikalisch daherkam und alle Register zog - mit Bläsern, Chor, Gemeinde, Orgel und E-Piano. Die moderne Kirchenmusik für den Gottesdienst stammte aus der Feder von Kirchenmusikdirektor Traugott Fünfgeld. Er gilt als einer der bekanntesten Komponisten zeitgenössischer Kirchenmusik und hat zahlreiche Werke für Bläserchor, Kinderchor, Orgel und andere Instrumente geschrieben. Rund 50 Mitgliedern der OPV-Gruppen schulte er in einem Workshop für den Festgottesdienst - parallel probten rund 30 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Gesine Fünfgeld.
Zum siebten Mal war Odenspiel Gastgeber der traditionsreichen Veranstaltung, die am Freitag mit einer Orgelvesper unter dem Titel „Musik und Kunst“ startete. Superintendent Michael Braun und Beate Ising, Vorsitzende der OPV und Kirchenmusikbeauftragte der Kirchengemeinde Im Oberen Wiehltal, eröffneten hier die Posaunentage. “Wir erleben hier ein phantastisches Konzert und eine wunderbare Erklärung der Bergischen Trinität”, sagte Michael Braun. “Konzert und Stimmung begeistern gleichermaßen.”
Neben der Musik von Fünfgeld gab es einen Impuls zur Restaurierung der Bergischen Trinität, und die vierjährige Woehl-Engelorgel sowie der frisch restaurierte 320 Jahre alte Kirchenprospekt konnten gefeiert werden. Mit dabei waren Kirchenmusikdirektor Traugott Fünfgeld aus Offenburg und die Restauratoren der Kalker Werkstätten.
„Inmitten von Leben - immer neu!“ – das galt nicht nur musikalisch im Festgottesdienst. Pfarrer i.R. Heiner Karnstein ging auch in seiner Predigt darauf ein und stellte die Frage: „Was bedeutet in mitten vom Leben für die Posaunenchorarbeit?“ Lästige Tradition? Oder wie der Oberberger sage: „Das war schon immer so.“ Aber es heiße „immer wieder neu“ und dies sei Leben, Entwicklung, aber auch Tod. „In mitten vom Leben feiern wir gemeinsam“ nicht auf einem externen Sonderposten und nicht als Zuschauer distanziert und beobachtend, sondern umgeben von anderen Leben mit Gottvertrauen und so heiße es auch in der Jahreslosung 2026 „Siehe ich mache alles neu“.
Ein schriftliches Grußwort gab es vom Kirchenmusikdirektor Jörg Häusler, Landesposaunenwart Rheinland. Es werde immer neu deutlich, was Posaunenchöre trage - ihre Musik verbinde, tröste und schenke Hoffnung. Reichshofs Bürgermeister Jan Gutowski sagte, das Brot der Künstler sei die eigene Freude an der Musik und der lautstarke Applaus.
Ehrungen
Auch in diesem Jahr konnten wieder Ehrungen für langjährige Posaunenchor-Dienste ausgesprochen werden.
PocoBrass Posaunenchor Thierseifen:
Markus Bornemann, Oliver Müller und Rainer Schneider (jeweils 40 Jahre) Tim Marrenbach (25 Jahre)
Posaunenchor Remperg:
Martin Gerhardt und Ralf Oettershagen (beide 50 Jahre) sowie Karsten Oerter (40 Jahre)
Posaunenchor Dreiklang (Hermesdorf/Holpe/Lützingen):
Karl Hugo Hasenbach (60 Jahre)
Eine Ehrung sprach Traugott Fünfgeld aus und betonte dabei die Wichtigkeit von Posaunenchören:
Im Posaunenchor Odenspiel ist Beate Ising, Vorsitzende der Oberbergischen Posaunenvereinigung, seit 50 Jahren dabei.
www.ekagger.de | jth | Text: Vera Marzinski | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/V. Marzinski


















