MOSCHEEBESUCH Schulreferate besuchen Kölner Zentralmoschee: Impulse für interreligiösen Unterricht und Zusammenarbeit

| Bildung & öffentliche Verantwortung

Die Schulreferate der Kirchenkreise An der Agger, Lennep und Leverkusen haben gemeinsam mit angehenden Religionslehrerinnen des aktuellen Zertifikationskurses die Kölner Zentralmoschee in Ehrenfeld besucht. Nach dem Altenberger Dom war dies das zweite Gotteshaus in der Unterrichtsreihe über die Weltreligionen. In der kommenden Woche besucht der Kurs die Alte Synagoge in Wuppertal, und auch der Hindu-Tempel in Gummersbach steht noch auf dem Programm. 

Eine ehrenamtliche Moschee-Guide begleitete die Gruppe durch die Moschee. „Welchen ersten Eindruck haben Sie, wenn Sie jetzt hier in der Moschee sind?“ fragte sie. Die Antworten waren durchweg positiv: einladend, hell, feierlich, spirituell, ansprechend mit den vielen Fenstern und den kunstvollen Kalligrafien an der Wand. Durch die vielen Fenster kann man von außen in die Moschee hineinschauen und von innen heraus auf die vielbefahrene Innere Kanalstraße. In der fast zweistündigen Führung ging es um die Baugeschichte des imposanten Gebäudes von Paul Böhm aus der renommierten Kölner Architektenfamilie Böhm, um Glaubens- und Gebetspraxis und interkulturelle und interreligiöse Praxis. Viermal in der Woche gibt es öffentliche Führungen: mittwochs, freitags, samstags und sonntags jeweils um 15.15 Uhr. Die Moschee sei aber immer, auch abseits der Führungen öffentlich zugänglich. „Kommen Sie ruhig herein, Sie können beim Gebet zusehen oder mitmachen. Frauen können unten mit den Männern beten oder wenn sie für sich sein wollen oben auf der Balustrade.“ Die Schuhe werden am Eingang ausgezogen und komfortabel in abschließbaren Schränken verstaut. Frauen werden gebeten, aus Respekt vor Gott und Zeichen der Andacht den Kopf zu bedecken. Alle Z-Kurs-Teilnehmerinnen hatten Tücher oder Schals dabei und hatten viel Spaß beim ungewohnten Binden der Tücher. 

Beim anschließenden Gespräch mit dem auch im Kirchenkreis An der Agger sehr gut bekannten Rafet Öztürk, Dialogbeauftragter der Ditib Köln, und Murat Sahinarslan, Direktor des Moscheeforums, ging es um christlichen und islamischen Religionsunterricht, die Teilnahme muslimischer Schülerinnen und Schüler an Schulgottesdiensten und interreligiöses Lernen. Rafet Öztürk lobte den interreligiösen Kontakt, zum Beispiel beim gemeinsamen Friedensgebet am 7. Oktober 2024 in Gummersbach. „So etwas gab es in ganz Deutschland nicht, das haben die Berliner versucht, aber auch nicht so gut hinbekommen.“

Für die Schulreferentinnen war der Tag ein voller Erfolg. 

Die Z-Kurs-Teilnehmer sind alle Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen und Gymnasien im Rheinland. Sie unterrichten Englisch, Erdkunde, Geschichte, Deutsch, Italienisch und Chemie. Nach dem Absolvieren des Kurses, der einmal in der Woche in Remscheid-Lennep stattfindet, sind sie befähigt auch Evangelische Religion zu unterrichten. Bei Interesse können sich Lehrerinnen und Lehrer an die Schulreferate der Kirchenkreise wenden. 

Die Kölner Zentralmoschee (koeln.de)

MoscheeForum Köln

www.ekagger.de | jth | Text: Judith Thies | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/J.Thies 

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Der Zertifikationskurs mit den Schulreferentinnen Janine Orth, Dagmar Cronjäger und Jessica Wilhelmi sowie Rafet Öztürk und Murat Sahinarslan, Direktor des Moscheeforums.
Das Innere der Moschee, die von Paul Böhm gebaut wurde, ist sehens- und staunenswert.
Die Bibliothek mit Lesesaal ist öffentlich zugänglich.
Die beiden Minarette sind 55 Meter hoch, mit goldenen Ringen ist der Balkon für den Muezzinrufer angedeutet. Den Muezzinruf hört man vor dem Freitagsgebet vor der Tür der Moschee. Auf dem Gelände mit Ladenzeile, Restaurant, Freitreppe und Parkhaus ist der Ruf über Lautsprecher zu hören. Auch Nicht-Muslime können an den Gebeten teilnehmen oder zusehen, so die ehrenamtliche Moschee-Guide.
Dagmar Cronjäger, Jessica Wilhelmi und Janine Orth vor dem Buchladen in der Ladenzeile des Moscheegeländes. Mit dem Z-Kurs feierten sie die Halbzeit der einjährigen Ausbildung und spazierten noch zum Stadtgarten.