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KIRCHENKREIS 1. Ordiniertenkonvent mit 80 Teilnehmenden

| Bildung & öffentliche Verantwortung

Das erste Treffen der aktiven Pfarrerinnen und Pfarrer mit den Prädikanten und Prädikantinnen des Kirchenkreises war ein Erfolg und soll wiederholt werden. Sie alle sind gleichermaßen zum Dienst der öffentlichen Wortverkündigung und der Sakramentsverwaltung ordiniert.

Zum ersten Mal hat im Kirchenkreis An der Agger ein Ordiniertenkonvent stattgefunden. “Im Rheinland sind wir der Kirchenkreis mit den meisten Prädikanten”, sagte Superintendent Michael Braun zu Beginn des dreistündigen Treffens. “Ein echter Schatz.” Die Bedeutung der Prädikanten und Prädikantinnen nimmt immer mehr zu, zumal auch die Zahl. der Pfarrerinnen und Pfarrer bis zum Jahr 2030 um ein Drittel sinken wird. Die rheinische Kirche trägt dem schon lange Rechnung: Sie ist die einzige Landeskirche in Deutschland, in der die Ordination für alle gleich ist, für Pfarrpersonen wie für Prädikanten und Prädikantinnen. Aufgabe sei es nun, ein neues Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen zu gestalten. 

Wie wichtig und seelsorglich ein gute Verkündigung ist, machte Pfarrerin Anneke Ihlenfeldt ("Segen An der Agger") in ihrer Andacht deutlich. Kürzlich besuchte sie die Beerdigung eines Onkels - als Familienangehörige, nicht als Pfarrerin. “Ich habe gehofft, dass der Pfarrer Raum zwischen seinen Zeilen lässt, Raum für das, was ich mitgebracht hatte.” Zum Glück: Er fasste seine Worte so weit, dass Raum war für eigene Gedanken und Deutungen. Anneke Ihlenfeldts Andacht wurde am Klavier begleitet von Arnd Schumacher. Im vierstimmigen Kanon wurde gesungen: “Der Himmel geht über allen auf.” Da brauchten die meisten kein Gesangbuch. 

Bereichernde Außenperspektive

Eine gute Predigt kann stärkend und motivierend sein. Alle haben schon einmal erlebt, dass etwas bleibt nach einem Gottesdienst mit einer tragenden Liturgie, mit guter Präsenz und einer durchdachten Auslegung des Predigttextes. Prädikanten und Prädikantinnen, gerade die nebenamtlichen, die nicht in der Kirche arbeiten, bringen dabei ihre ganz eigenen Lebensrealitäten mit und trügen ihre Erfahrungen ins Predigen ein. “Das ist der große Reichtum der Prädikanten”, sagte Referentin Pfarrerin Carolin Reichart, Landespfarrerin für den PrädikantInnendienst. Sie selbst sei “eine Gemeindepflanze”, meistens habe sie es mit Menschen zu tun, die der Kirche nahe stehen. Gerade der “Heilige Berg” in Wuppertal mit der Theologischen Fakultät sei “ein Paralleluniversum”. Das könne den Blick auf die kirchenfernere Gesellschaft verfälschen. “Wir glauben aber: Gott ist immer noch mit uns unterwegs und hat Interesse an uns.” 

Themen an dem Abend waren rechtliche Grundlagen, digitale Fortbildungsmöglichkeiten in der EKiR zum Beispiel zur liturgischen Präsenz oder zum Bestattungswesen, die regelmäßigen Prädikantentreffen im Kirchenkreis, die von Pfarrerin Silke Molnár, Synodalbeauftragte für Prädikantinnen und Prädikanten organisiert werden, sowie die gelebte Predigtpraxis. Es gibt keine Mindestanzahl an Gottesdiensten, die Prädikanten halten müssen. “Wir von der Landeskirche wünschen uns vier Gottesdienste im Jahr”, sagte Carolin Reichard. “Um den Anschluss an das Tun der Gemeinde zu behalten, sich zum Beispiel geschmeidig durch die Liturgie zu bewegen.” Prädikanten seien dabei nicht abonniert auf den Pfingstmontag oder den zweiten Weihnachtstag. “Prädikanten wollen auch mal in der Christnacht oder an Karfreitag predigen.” 

Carolin Reichard empfiehlt den Gemeinden, ihre Prädikanten mindestens einmal im Jahr ins Presbyterium einzuladen, um über die Arbeit und die Erfahrungen zu sprechen. Als Aufwandsentschädigung für Vertretungsfälle in einer fremden Gemeinde empfiehlt sie 90 Euro für Gottesdienste und 150 Euro für Kasualien sowie eine Beteiligung an den Kosten des Talars oder die Bereitstellung eines Talars, der umgearbeitet werden kann. 

Michael Braun: “Alles, was wir hier überlegen, soll dazu dienen, dass Sie mit Freude und Spaß Ihren Dienst tun können. Wir möchten Ihnen schöne Gottesdienste ermöglichen. Die Evangelische Kirche im Rheinland ordiniert Sie mit allen Rechten, nutzen Sie diese Rechte."

Wer sich für die Prädikantenausbildung interessiert kann sich an die Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer sowie an Silke Molnár unter silke.molnar@~@ekir.de wenden. 

Fortbildung Liturgischer Tag

Zum Vormerken: Am 5. September 2026 gibt es einen Liturgischen Tag, organisiert von Silke Molnár, Laura Kadur und Oliver Kiesig. 

Den Newsletter von Carolin Reichard mit allen Terminen bekommen alle Prädikantinnen und Prädikanten mit EKiR-Mailadresse. 

www.ekagger.de | jth | Text: Judith Thies | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/J. Thies 

 

 

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