GUMMERSBACH Katarina Lange ist jetzt ordinierte Pfarrerin
In einem festlichen Gottesdienst ist die 42-jährige Katarina Lange in der evangelischen Kirche Gummersbach von Superintendent Michael Braun zum Dienst der öffentlichen Verkündigung, zur Verwaltung der Sakramente und der Seelsorge ordiniert worden. Am 1. Mai hatte Katarina Lange sie ihren Dienst als Pfarrerin begonnen.
Die Gemeinde feierte die Ordination in der vollbesetzten Kirche, begleitet von früheren Wegbegleitern Pfarrerin Prof. Dr. Nicole Kuropka, Prof.em. Dr. Martin Karrer und Pfarrer Johannes Nattland, die bei der Ordination assistieren.
Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes übernahm die Kantorei unter der Leitung von Annette Giebeler. Beeindruckend war der Segenskreis, den die Sängerinnen und Sänger um Katarina Lange bildeten beim Lied: The Lord bless you and keep you – der Herr segne Dich und behüte Dich.
“Vor welcher Tür stehst Du?”
Katarina Lange hielt eine Predigt über den Lehrtext vom 17. April 1980, ihrem Geburtstag: „Ich war bis nach Troas gekommen um das Evangelium von Christus zu verkünden. Dafür war mir durch den Ewigen eine Tür geöffnet worden“ (2. Korinther 2,12). Auf ihrem eigenen Weg seien oft Türen zufallen, mal krachend, mal leise, oft endgültig. Am Ende gab es jedoch schöne rote Türen für sie: die rote Tür der Sophienkirche in Wuppertal-Elberfeld und davor die rote Tür der Theologischen Hochschule in Wuppertal. Durch die sei sie einst mit knallroten Haaren gegangen im Wissen: „Hier ist ein Platz für mich.“ Sie regte die Gemeinde zum Nachdenken an: „Vor welcher Tür stehst Du?“
In einer launigen Begrüßungsansprache hatten Katarina Lange und Jugendreferentin darüber gescherzt, dass Superintendent Michael Braun ein neues Hobby habe: Ordinationen. Er selbst griff den Ball in seiner Ordinationsansprache auf. Die vielen Ordinationen zurzeit seien viel mehr als ein Hobby, sie seien „ein großer Segen“. In der Kirche erspähte er Diakonin Amelie Ortmann aus der Kirchengemeinde Wiedenest-Derschlag, die er zwei Wochen zuvor zur Prädikantin ordiniert hatte. Er kündigte auch gleich die nächsten Ordination an: Pfarrerin Dr. Judith Fresen, die mit Katarina Lange zusammen in Wuppertal studiert hat, wird am 5. Juli in Bergneustadt ordiniert. Sie sprach eine Fürbitte für Katarina Lange, ebenso Katarina Langes Ausbildungsmentorin Pfarrerin Kirsti Greier aus der Kirchengemeinde Marienberghausen.
Ein besonderer Dank galt Ralf Gomann und Manfred Keller für die Technik, sie sorgten für die Aufzeichnung des Gottesdienstes und die nachdrückliche Untermalung der Predigt mit dem Geräusch von zufallenden Türen. Küster Sven Kerner sorgte für einen reibungslosen Ablauf des Gottesdienstes.
Erste Predigt mit 17
Die gebürtige Nürnbergerin Katarina Lange fühlt sich wohl im Oberbergischen. Ihre Großeltern wohnten früher in Waldbröl-Dickhausen. „Oberberg tut meiner Seele gut“, habe sie ihm gesagt, verriet Superintendent Michael Braun. Sie wuchs in einer Pastorenfamilie auf und bringt vielfältige Erfahrungen in die Kirchengemeinde Gummersbach ein: Ihre erste Predigt hielt sie mit 17 Jahren. Das sei eine wichtige Tür gewesen. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in Stuttgart absolvierte sie Ausbildungen zur Bürokauffrau und in Aurich/Ostfriesland zur Hauswirtschaftsmeisterin. Sie arbeitete unter anderem in der Jugendhilfe, in einem Altenheim, in einem Bestattungsinstitut sowie in der Verwaltung einer Einrichtung für psychisch Kranke. Evangelische Theologie studierte sie in Reutlingen und Wuppertal. Ihr Vikariat absolvierte sie in der Wuppertal-Elberfeld. Nun absolviert sie ihren Pfarrdienst auf Probe in Gummersbach, danach kann sie als Pfarrerin eingeführt werden.
Katarina Lange hat drei erwachsene Kinder, die mit ihr die Ordination feierten. Ihr Lebensgefährte Andreas Dahlmann sprach eine Fürbitte. Sie sieht in der Kirche einen Ort der Kreativität und des Glaubens: „Hier kann ich mich einbringen, Gott spüren und auftanken.“
In der Evangelischen Kirche im Rheinland werden sowohl Pfarrpersonen und Prädikantinnen und Prädikanten gleichermaßen ordiniert. Sie haben dann die gleichen Rechte zu taufen, zu trauen und Trauerfeiern zu gestalten.












