Die bundesweite „Interkulturelle Woche“ (IKW) wird der gesellschaftlichen Vielfalt auch seit Jahren im Oberbergischen eine Bühne geboten. Und zum Abschluss geht es auf die Bühne, so wie auch in diesem Jahr wieder auf dem Lindenplatz in Gummersbach. Und das bei strahlendem Herbstwetter.
Die Steuerungsgruppe hatte ein vielfältiges Bühnenprogramm aufgestellt und an den Ständen drum herum gab es viel Info. So beispielsweise von „Oberberger Brücken“, dem „Kommunalen Integrationszentrum des Oberbergischen Kreises“, der „Lichtbrücke“, der Caritas, „Netzwerk gegen Rechts Oberberg“ und dem Verein „Unser Oberberg ist bunt, nicht braun!“ oder auch am Stand der Mayerschen Buchhandlung Bücher zum Thema Integration.
Auf der Bühne leuchtete bunt das Motto der Woche: „Vielfalt verbindet“. Diakoniepfarrer Thomas Ruffler, Kreissynodalassessor des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger, ging in der Predigt des Abschlussgottesdienstes darauf ein. Vielfalt verbindet – diese 17 Buchstaben seien ein besonderes Bildsymbol. Die Vielfalt enthalte unterschiedliche Sprachen, Kulturen, Weltanschauungen, Religionen und Lebenslinien.
Insbesondere die Situation der Flüchtlinge in diesen politischen Zeiten sei nicht einfach und Thema in den Wahlkämpfen. Manche Diskussionen verhinderten Intergration eher als dass sie gefördert würde. Vielfalt müsse reduziert werden, heiße es auch manchmal. Das werde in populistischen Äußerungen aufgegriffen.
Die Interkulturelle Woche habe gezeigt, wie Vielfalt gelebt werden könne und wie gegen diese Entwicklung entgegengearbeitet werden könne. Denn diese stehe im Widerspruch zum christlichen Weltbild, das für den Dialog mit den unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Kulturen und Ländern stehe.
Es stelle sich die Frage: Kann man überhaupt einen Dialog der Religionen führen? Der Lebensweg Jesu zeichne sich gerade dadurch aus. Er habe Kontakt zu anders lebenden und denkenden aufgenommen und keinen ausgegrenzt, der einen vermeintlich anderen, falschen Glauben hatte. Gerade jetzt sei es wichtig, Integration zu fördern und zu leben. „Denn nicht die Vielfalt ist gefährlich, sondern die Einfalt“, so Ruffler.
Gemeinsam mit Pater Joseph Rayappa von der Katholischen Kirchengemeinde Marienheide, Stefanie Baus von der Integrationsagentur Oberberg des Caritasverbandes, Pfarrerin Gabriele Ruffler und weiteren Akteuren gestaltete er den Gottesdienst. Musikalisch unterstützt durch die Band MaJo & Chris. Die Stadt Gummersbach wies auf ihren gerade eröffneten Ankommens- und Begegnungstreffpunkt am Bismarkplatz hin und Jürgen Marquard, stellvertretender Gummersbacher Bürgermeister, betonte zum Abschluss: „Ziel ist es, sich gemeinsam für eine offene, tolerante Gesellschaft einzusetzen“.
Die Planungen für die Interkulturelle Woche 2019 beginnen bald.
www.ekagger.de | jth | Text: Vera Marzinski | Fotos: Ev. Kirchenkreis An der Agger/V.Marzinski








