Wer Menschen helfen will, die als Flüchtlinge ins Oberbergische gekommen sind, findet eine ganze Reihe von kommunalen, kirchlichen und privaten Initiativen und Ansprechpartnern, die das hohe ehrenamtliche Engagement in den Kirchengemeinden, Vereinen und von Einzelnen bündeln. Die Initiativen brauchen neben Geldpenden vor allem Wohnungen und Paten für die Frauen, Männer und Kinder, die hier Zuflucht suchen.
Etliche Flüchtlingshilfen haben sich jetzt bei der Veranstaltung „Willkommen auf Deutsch“ in der Interkulturellen Woche präsentiert. Im evangelischen Gemeindehaus Gummersbach-Steinenbrück begrüßten Pfarrerin Anja Karthäuser und Schulreferent Pfarrer Matthias Weichert im Namen des Kirchenkreises die mehr als 300 Gäste. Superintendent Jürgen Knabe bedankte sich bei den Initiativen, dass sie für die Schwachen eintreten, die Hilfe und Mitmenschlichkeit brauchen.
Strukturen für ehrenamtliches Engagement
Moderator Frank-Michael Rommert, Verleger und Presbyter der Kirchengemeinde Gummersbach, hatte den Abend für den Evangelischen Kirchenkreis An der Agger organisiert. Er stellte die Anlaufstellen für Helfer und Hilfesuchende vor:
Lenkungsgruppe Asyl Nümbrecht
<link http: www.fluechtlingshilfe-reichshof.de external-link-new-window externen link in neuem>Flüchtlingshilfe Reichshof
die Koordinatoren der Helfer in der Evangelischen Kirchengemeinde Drespe mit ihrem Programm "Der Deutschkurs"
WinLi (Willkommen in Lindlar)
Weitblick Engelskirchen
Flüchtlingsberatungsstelle des Ev. Kirchenkreises An der Agger mit seinen 26 Kirchengemeinden
Steinenbrück is(s)t bunt
die Facebookgruppe „Willkommen in Gummersbach“
den Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM)
Nina & Nico e.V. Verein zur Betreuung von Mädchen, Jungen und Frauen
Oberberg ist bunt (Initiative gegen Rechts)
Flüchtlingshilfe Marienheide
Lions Club als Förderer von Sprachkursen
IKUSA (Internationaler Koch- und Spiele-Abend
Suppenküche Steinenbrück
Freie Evangelische Gemeinde Gummersbach
Diakonie
Caritas
<link http: www.cvjm-luetzingen.de images pdf flyerasyl.pdf external-link-new-window externen link in neuem>Freundeskreis Asyl Waldbröl
und das Kommunale Integrationszentrum in Oberberg.
Auf allen Ebenen arbeiten ehrenamtliche Helfer, die ein hohes bürgerschaftliches Engagement zeigen. Sie kommen mit den geflüchteten Menschen in Kontakt und untereinander in den Dörfern ins Gespräch über Werte und ihr Zusammenleben.
Maren Berges ist neue Ehrenamtskoordinatorin im Evangelischen Kirchenkreis An der Agger
Ihre Arbeit präsentierten auch Omar Sabalbal, Leiter der Flüchtlingsberatungsstelle des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger, sowie die Flüchtlingshilfe Marienheide. Maren Berges, die seit längerem in Marienheide mitarbeitet, wurde als neue Ehrenamtskoordinatorin des Kirchenkreises vorgestellt. Die Zahl der betreuten Klienten in der Flüchtlingsberatungsstelle, die in einem Aufnahmeverfahren sind, stieg innerhalb eines Jahres von 463 auf 749. Ebenso deutlich steigt die Zahl der Ehrenamtlichen, deren Aktivitäten gelenkt und begleitet werden müssen. Nicht jeder kann direkt Hilfe anbieten. Wer zum Beispiel den Menschen in der Notaufnahmeunterkunft Strombach helfen will, muss sich erst mit der Stadt Gummersbach in Verbindung setzen. Und wer speziell Kindern helfen möchte, braucht ein erweitertes Führungszeugnis.
Paten gesucht
Souverän gibt der 90-jährige Wolfgang Seiff aus Nümbrecht solche Informationen weiter an seinen wachsenden Kreis von ehrenamtlichen Flüchtlingspaten. Seiff sucht ständig für den „Lenkungskreis Flüchtlingshilfe“ neben Spenden weiterhin Patinnen und Paten für die 200 Flüchtlinge, die in Nümbrecht dezentral untergebracht sind. Er möchte über die Paten schnell Informationen und Einladungen an die Menschen weitergeben. „Das geht manchmal auch mit Händen und Füßen.“
Die Flüchtlingspaten helfen den Menschen, sich besser im Alltag in der neuen Umgebung zurechtzufinden, und versuchen, ihnen ein Gefühl der Sicherheit und Akzeptanz zu geben. Sie helfen beim Einkaufen, bei Behördengängen und Arztbesuchen. Es gibt kostenlosen Sprachunterricht in drei Stufen, Angebote des Fußballvereins, einer Chorgemeinschaft und der Jugendfeuerwehr. Am 18. Oktober wird das nächste Mal im evangelischen Gemeindehaus Nümbrecht Kaffee und Kuchen für Bürger und Asylsuchende angeboten.
Podium: Alle Flüchtlinge in den Blick nehmen
Stellvertretend für die Flüchtlingsinitiativen nahm Susanne Maaß auf dem Podium Platz, dort diskutierte sie mit Paryiah Yousefi aus Persien, Naeem Khalaf aus Homs in Syrien, Anna Tomas, Ehrenamtskoordinatorin der Caritas), Suse Düring-Hesse vom Kommunalen Integrationszentrum, Hanna Weyrauch, Integrationsfachkraft der Stadt Gummersbach.
Moderiert wurde das Gespräch vom Organisator des Abends, Frank-Michael Rommert, Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Gummersbach. Gemeinsam machten die Gesprächspartner deutlich, dass die Hilfe für die Flüchtlinge einen langen Atem erfordert.
In Gummersbach leben seit Jahren 400 Flüchtlinge, die im Blick bleiben müssen neben dem Engagement für die Flüchtlinge in der Notaufnahmeunterkunft Strombach und den Erstaufnahmestationen in Marienheide und Engelskirchen. Die Flüchtlinge, die längerfristig den Kommunen zugewiesen sind, brauchen Teilhabe und Teilnahme.
Film: Willkommen auf Deutsch
Der aktuelle Dokumentarfilm <link http: www.willkommen-auf-deutsch.de external-link-new-window externen link in neuem>"Willkommen auf Deutsch“ gab abschließend einen Einblick in die großen und kleinen Konflikte, die die geplante Unterbringung von Asylsuchenden in einem schleswig-holsteinischen Dorf ausgelöst hat. Den Regisseur des Films, Hauke Wendler, hatte Frank-Michael Rommert vorher per Skype interviewt. Der Regisseur befasst sich seit mehr als 25 Jahren mit dem Thema „Flucht und Migration“. Sein Votum ist eindeutig: „Man muss mal aufhören, die Bedrohung zu sehen, sondern die Chance wahrnehmen.“
Medienecho:
„<link http: www.ksta.de oberberg external-link-new-window externen link in neuem>Oberbergische Initiativen lenken die Hilfsbereitschaft in sinnvolle Bahnen“ , Oberbergische Volkszeitung/Kölnische Rundschau, Oberbergischer Anzeiger
<link http: www.ekagger.de>www.ekagger.de | jth Text: Judith Thies Fotos: Leif , Kirchenkreis








