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Wechsel im Superintendentenamt: Verabschiedung von Jürgen Knabe und Einführung von Michael Braun

| Kirchenkreis

Mit viel Musik und vielen bewegenden Gesten und Worten hat der Wechsel im Superintendentenamt in der Wiehler Kirche stattgefunden.

Präses Manfred  Rekowski hat in einem feierlichen Gottesdienst Superintendent Jürgen Knabe von seinem Amt entpflichtet und Michael Braun als neuen Superintendenten des Kirchenkreises An der Agger eingeführt. Rekowski sagte: „Das größte Maß an Wertschätzung, das man als Superintendent bekommen kann, ist das geschenkte Vertrauen.“  Die Leitung eines Kirchenkreises sei die herausforderndste Arbeit, die in der Kirche zu vergeben sei. Ein Superintendent habe zwar keine direkte Macht, aber er verfüge über Argumente, er könne geistliche Impulse setzen, und er könne widersprechen.

Jürgen Knabe nannte er einen „sehr geachteten und wertgeschätzten Mitarbeiter und Kollegen“. Knabe sei es zuerst um den Glauben gegangen. „Dein Herz schlägt immer für den Gottesdienst.“ Für die rheinische Landeskirche habe er viel geleistet in verschiedenen Gremien wie dem Kirchenordnungsausschuss, bei der Personalplanung oder auf den Landessynoden bei der Leitung der Gebetsgemeinschaften. Diese Aufgaben habe Knabe in hervorragender Weise erfüllt – „auf deine Art: still, aber deutlich, unaufdringlich, aber erkennbar“. Rekowski lobte Jürgen Knabes „tiefgründige Heiterkeit“ und seine große Musikalität. „Deine Musikbegleitung bei den Superintendenten-Konferenzen war legendär.“

Uraufführung in der rheinischen Kirchengeschichte

Michael Braun kommt aus der lutherisch geprägten Oldenburgischen Landeskirche. Seine Nachverpflichtung auf die Barmer Theologische Erklärung von 1934 war eine „Uraufführung in der rheinischen Kirche“, sagte Rekowski. Er wünschte dem 50-jährigen neuen Superintendenten „Weisheit, Geistesgegenwart, Fantasie, Geduld – und auch Vergesslichkeit, was manche Sitzung und manchen Konflikt angeht." Nach den ersten Gesprächen im Landeskirchenamt und auf der Landessynode könne er ihm „die volle Wertschätzung und Unterstützung der Kirchenleitung“ zusagen.  

In der voll besetzten Wiehler Kirche feierten 380 Menschen einen bewegenden Gottesdienst, der live ins evangelische Gemeindehaus übertragen wurde. Jürgen Vogels, Presbyteriumsvorsitzender der Kirchengemeinde, begrüßte den stellvertretenen Landrat Professor Friedrich Wilke, den Landtagsabgeordneten Bodo Löttgen, Dr. Gero Karthaus als Sprecher der oberbergischen Bürgermeister, Thomas Adomeit, Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg, Bischof  Adrian Korczago aus der polnischen Partnerdiözese Teschen, Superintendent Sunggul Sirait aus Indonesien und Kreisdechant Christoph Bersch. Am Gottesdienst beteiligt waren auch der Kreissynodalvorstand aus dem Kirchenkreis An der Agger sowie dem Kirchenkreis Oldenburger Münsterland, dessen Kreispfarrer (Superintendent) Michael Braun 15 Jahre lang war, zudem Pfarrer Friedemann Schmidt-Eggert, Landesobmann des Posaunenwerks der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Ain't no mountain high enough

Großartige musikalische Höhepunkte setzten der Kleinchor der Oberbergischen Posaunenvereinigung, geleitet von Lars Patrick Petri, Kreiskantorin Dr. Annemarie Sirrenberg an der Orgel und das Gospeltrio Gummersbach unter der Leitung von Annette Giebeler mit zu Herzen gehenden Stücken wie den „Footprints in the Sand“, "Ain´t no mountain high enough" oder dem „Train of Thoughts“. Da wippte nicht nur Superintendent Jürgen Knabe mit dem Kopf und den Füßen.

Als Mitglieder des Kreissynodalvorstands sprachen Thomas Ruffler, Andreas Spierling, Christine Adolphs, Annemarie Kind und Ekkehard Giehl Segensvoten. Dr. Adrian Korczago aus Teschen und Kreisdechant Christoph Bersch lobten die Verbindung zum Kirchenkreis An der Agger und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der Applaus für Jürgen Knabe war lang.  

Einfach nur genug

Nach der Einführung hielt Michael Braun seine erste Predigt als neuer Superintendent des Kirchenkreises An der Agger über Matthäus 20, 1-16 (Arbeiter im Weinberg). „Darf es noch ein bisschen mehr sein?“, lautet Brauns Einstiegsfrage. Mehr essen, mehr besitzen, mehr arbeiten, mehr haben, immer mehr - auch, um der Angst bei Veränderungen zu begegnen. Dieses „Immer mehr“ sei zu viel für den Menschen und die Umwelt. Bei Gott gebe es stattdessen „einfach nur genug“. Genug  Hoffnung, Liebe und Vertrauen, genug von den wirklich wichtigen Dingen.

Als neuer Superintendent freue er sich auf alle nun bevorstehenden Begegnungen und auf die gemeinsamen Schritte, die der Kirchenkreis etwa nach den Presbyteriumswahlen am 1. März gehen werde.  

Empfang in der Wiehltalhalle: "Wir rechnen fest mit Ihnen"

Der Empfang in der Wiehltalhalle war geprägt von wertschätzenden Grußworten und der grandiosen Musik des Bläserensembles „tuba mirum“ und des Oberberg Gospel Choirs. Synodalassessor Thomas Ruffler und der Wiehler Bürgermeister Ulrich Stücker begrüßten die Gäste in der voll besetzten Wiehltalhalle, darunter Landrat Jochen Hagt und die Superintendenten aus den Kirchenkreisen Lennep, Wied und An Sieg und Rhein.

In seinem Grußwort bedauerte Thomas Adomeit, Bischof der Oldenburgischen Kirche, den Wechsel Michael Brauns. „Deine Fähigkeit zur Analyse, deine Ideen und deine Fähigkeit, einen Kirchenkreis zu leiten, habe ich sehr geschätzt. Schade, dass du gehst.“ 

Der Engelskirchener Bürgermeister Dr. Gero Karthaus gratulierte Michael Braun zu seinem neuen Amt im Kirchenkreis An der Agger: „Sie haben alles richtig gemacht. Besser als bei uns hätten Sie es nicht finden können.“ In den Oberbergern treffe er auf die Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit des Westfalen und die Lockerheit und Fröhlichkeit des Rheinländers. Er hoffe auf eine gute Zusammenarbeit von Politik und Kirche: „Wir rechnen fest mit Ihnen. Wir planen Sie fest ein.“ Bei Jürgen Knabe bedankte er sich dafür, dass dieser mit seinen öffentlichen Stellungnahmen auch dorthin gegangen sei, wo es weh tue. Er habe klare Kante gezeigt bei Themen wie Flüchtlingen und Fremdenfeindlichkeit. „Sie haben gesagt, die Kirche sei nicht dafür da, Politik zu machen. Aber Sie sind dafür da, die Politik zu begleiten, und da haben Sie getan.“

Horaz, horaz, horaz!!!

Exotische Klänge brachten die Gäste aus Indonesien ein. Mit einem dreifachen „Horaz“ (willkommen) begrüßte Superintendent Sunggul Sirait die Gäste in der Wiehltalhalle und lud den neuen Superintendenten Michael Braun gleich zu einer Reise in den Kirchenkreis Medan Aceh ein.

Der muss jetzt allerdings erst mal mit seiner Familie an der Agger heimisch werden, so wie es Pfarrerin Gabriele Bach in ihrer Fürbitte formuliert hatte. Das Kennenlernen ging jedenfalls an dem Abend voran mit Gesprächen bis weit nach Mitternacht. Jürgen Knabe und Michael Braun bedankten sich in einer Wechselrede für alle Einladungen und die Unterstützung von so vielen Menschen.

Die erhoben sich von ihren Sitzen beim Applaus zum Dank für einen bewegenden Abend.

Abschiedsgottesdienst in Marienhagen

Aus seiner Kirchengemeinde Marienhagen-Drespe wird Pfarrer Jürgen Knabe am Sonntag, 9. Februar 2020, 10.30 Uhr in einem Gottesdienst - natürlich mit Posaunenchor - verabschiedet.  

www.ekagger.de  | jth | Text: Judith Thies | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/Vera Marzinski

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In der Wiehler Kirche nach dem Einzug beim Orgelvorspiel: Präses Manfred Rekowski, Superintendent Jürgen Knabe, Superintendent Michael Braun, Bischof Thomas Adomeit. Dahinter Kreisdechant Christoph Bersch. (Bilder zum Vergrößern anklicken.)
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Gruppenfoto vor dem Einzug mit Ehrengästen und Mitwirkenden.
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Präses Manfred Rekowski.
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Superintendent Jürgen Knabe.
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Kreiskantorin Dr. Annemarie Sirrenberg spielt an der Orgel auf der Empore.
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Segensvoten nach der Verabschiedung.
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Lars Patrick Petri dirigiert den Kleinchor der Oberbergischen Posaunenvereinigung.
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Hinreißende Musik: Gospeltrio Gummersbach mit Kantorin Annette Giebeler (re), Lena Stinder (Mitte) und Helena Zylka (li.) .
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Präses Rekowski übernimmt die Einführungshandlung und segnet Michael Braun.
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Der neue Superintendent des Kirchenkreises An der Agger: Michael Braun war auf der Herbstsynode mit 69 von 118 Stimmen gewählt worden.
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Beim Empfang in der Wiehltalhalle: Superintendent Sunggul Sirait, Bürgermeister Ulrich Stücker, Claudia und Michael Braun, Jürgen Knabe, Kreisdechant Christoph Bersch, Präses Manfred Rekowski, Landrat Jochen Hagt, Dr. Gero Karthaus, Bischof Thomas Adomeit und Bischof Dr. Adrian Korczago.
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Synodalassesssor Thomas Ruffler.
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Der Oberberg Gospel Choir.
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Die Wiehltalhalle war voll besetzt, aus dem Kirchenkreis Oldenburger Münsterland waren rund 40 Gäste angereist.
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Der Wiehler Bürgermeister Ulrich Stücker.
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Landrat Jochen Hagt.
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Der Engelskirchener Bürgermeister Dr. Gero Karthaus war früher synodaler Umweltbeauftragter des Kirchenkreises An der Agger.
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Bischof Thomas Adomeit.
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Kreisdechant Christoph Bersch lobte die gelungene Ökumene im Oberbergischen. Der Dialog sei anfangs nicht auf Augenhöhe gewesen, er habe immer zu Jürgen Knabe aufgeschaut, sagte der Zwei-Meter-Mann.
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Dr. Adrian Korczaogo hatte Michael Braun am Tag zuvor beim Abendessen kennengelernt und Brauns früheren Mentor Pfarrer Martin Meyer als Vater seiner ersten Volontärin aus Deutschland identifiziert.
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Kleidsame Geschenke gab es aus Indonesien.
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Superintendent Hartmut Demski aus dem Kirchenkreis Lennep (Remscheid).
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Das Bläserensemble Tuba mirum.
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Friedemann Schmidt-Eggert, Landesobmann des Posaunenwerks der Ev. Kirche im Rheinland, und seine Stellvertreterin Beate Ising, Vorsitzende der Oberbergischen Posaunenvereinigung.
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Annemarie Kind sprach für den Kreissynodalvorstand im Kirchenkreis An der Agger.
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Jürgen Knabe und Michael Braun sagten Danke.
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Der CVJM Oberwiehl kümmerte sich den ganzen Abend um die Gäste und versorgte sie mit Getränken.
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