Zum Inhalt springen

Sommersynode in Oberwiehl: Kirchenkreis diskutiert über nebenamtlichen oder hauptamtlichen Superintendenten

| Kirchenkreis

Auf der Tagung der Kreissynode, dem obersten Beschlussgremium des Kirchenkreises An der Agger,  wurde eine Diskussion über das Superintendentenamt eröffnet.

Angesichts der theologischen und strategischen Herausforderungen in den 2020er Jahren wird im Kirchenkreis die Frage wichtig, ob das Amt des Superintendenten als Vorsitzendem von Kreissynode und Kreissynodalvorstand mit vielfältigen Aufgaben künftig hauptamtlich besetzt wird oder ob es der Amtsinhaber, wie bisher, zusätzlich zu seinen gemeindlichen Aufgaben wahrnehmen soll. In beiden Varianten kann das Amt weiterhin von hiesigen Pfarrerinnen und Pfarrern ausgefüllt werden.

Der jetzige Superintendent Jürgen Knabe ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Marienhagen und hat das Superintendentenamt nebenamtlich inne. Er geht Ende 2019 in den Ruhestand.

Das Superintendentenamt ist vor allem ein geistliches Leitungsamt

Der Kreissynodalvorstand legte den Synodalen aus den 25 Kirchengemeinden ein Papier vor, das Vor- und  Nachteile der beiden Modelle gegenüberstellt. Das Papier dient der Meinungsbildung und Diskussion über die künftige Ausgestaltung. Superintendent Jürgen Knabe schilderte seinen Arbeitsalltag als eine Mischung aus 70 Prozent Arbeit für den Kirchenkreis mit seinen 25 Gemeinden, 15 Prozent für seine landeskirchlichen Aufgaben als Landessynodaler und als Mitglied von drei Ausschüssen und 15 Prozent für seine Kirchengemeinde Marienhagen.

Sein Amt sei bei aller strategischen Planungsarbeit in Rechts-, Personal- und Finanzfragen vor allem ein geistliches Leitungsamt. "Die Superintendentenberichte zum Beispiel haben immer einen theologischen Kern, aus dem heraus ich die Aufgaben entwickle." Auch bei den öffentlichen Stellungnahmen sei stets die theologische Einschätzung gefragt.

Ein Argument für einen möglichen Modellwechsel ist die Aufgabenfülle, die im Superintendentenamt im Kirchenkreis An der Agger als achtgrößtem Kirchenkreis der rheinischen Landeskirche anfällt. Immer mehr staatliche und EU-rechtliche Vorhaben gelte es zu erfüllen. Auch werde es immer schwieriger, Kandidatinnen und Kandidaten für die bei einem nebenamtlichen Modell nötige Entlastungspfarrstelle zu finden, da diese nur befristet übertragen wird.

Eine hauptamtliche Stelle würde nach einer entsprechenden Entscheidung auf der Herbstsynode am 16. und 17. November 2018 in Gummersbach bundesweit ausgeschrieben. Natürlich können sich darauf auch Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kirchenkreis bewerben. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für Superintendent Jürgen Knabe soll auf der Herbstsynode 2019 gewählt werden.

Kreiskantorat bekommt mehr Stunden

Die Synode hat beschlossen, dass Stundenkontingent der designierten Kreiskantorin Dr. Annemarie Sirrenberg anzuheben.

Ab dem 1.1.2019 soll der Stellenumfang von bisher 5,07 Stunden auf 10,15 Stunden erhöht werden. Diese Stundenzahl entspricht dem neuen landeskirchlichen Katalog zur Festlegung der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit für Kreiskantorinnen und Kreiskantoren. Die zusätzlich entstehenden Kosten in Höhe von 12.500 Euro werden finanziert durch Teilentnahme des Sonderpostens „Umlageerhöhung der Kirchengemeinden“.

Die A-Musikerin Dr. Sirrenberg ist  am 2. Juli 2018 in der Bergneustädter Altstadtkirche in ihr Amt als Kantorin der Kirchengemeinde Bergneustadt eingeführt worden. Sie wird zum 1.1.2019 zusätzlich die Nachfolge des langjährigen Kreiskantors Hans-Peter Fischer antreten, der die Synode mit Klaviermusik festlich ausklingen ließ.

Die 42-Jährige spielt Orgel, Klavier, Cembalo, Posaune und Trompete, Gitarre und Blockflöte und ist ausgebildete Chorleiterin.

Informationen zur Verteilung von Kirchensteuern

Einleitend ging  es um die Kriterien zur Verteilung von Kirchensteuern und um eine eventuelle Erweiterung der bestehenden Kooperationsräume als pastorale Vertretungsräume. Das solidarische Gesamtfinanzierungssystem soll erhalten bleiben. Die Kirchengemeinden werden darüber beraten, inwieweit sie sich künftig in Fragen der pfarramtlichen Versorgung genauso wie in Fragen der Gebäudeausstattung mit ihren Nachbargemeinden abstimmen können.

Personalien

Neuer Landesssynodaler ist Pfarrer Michael Kalisch aus Wiedenest. Er wurde zum theologischen Abgeordneten gewählt als Nachfolger von Walter Pollmann.

Pfarrer Walter Pollmann, Evangelische Kirchengemeinde Rosbach, wurde von der Synode feierlich verabschiedet. Am 28.10.2018, 15 Uhr, findet in Rosbach der Abschiedsgottesdienst in der Gemeinde statt.  Verabschiedet wurden auch Pfarrerin Christa Wülfing (Lieberhausen) und Rüdiger Kapff (Drabenderhöhe). Schließlich wurde Manfred Rippel, seit 46 Jahren Kreissynodaler, mit viel Applaus und Dank aus dem Amt in den Ruhestand entlassen. In seinen Schlussworten als Sprecher der Prädikanten habe er immer auf die biblischen Grundlagen kirchlicher Arbeit hingewiesen, lobte Jürgen Knabe.

Klaus Dripke, Prädikant aus Nümbrecht und ehrenamtliches Mitglied des Kreisynodalvorstands, wurde zum Synodalbeauftragten für das Gespräch mit den Freikirchen gewählt. Zudem wurde er zum Vorsitzenden des Personalplanungsausschusses gewählt.

Annemarie Kind, ehrenamtliches Mitglied des KSV, wurde zur Vorsitzenden des Anlageausschusses gewählt. Stellvertretender Vorsitzender ist Dirk Steinbach aus der Kirchengemeinde Müllenbach-Marienheide.

Medienecho

"Haupt- oder nebenamtlicher Superintendent", Oberberg Aktuell, 7.7.2018

"Sommersynode: Superintendent des Kirchenkreises skizziert weitere Zukunftsaufgaben", Oberbergische Volkszeitung, 9.7.2018

"Superintendent: Sommersynode berät über Nachfolge von Jürgen Knabe", Oberbergische Volkszeitung/Rundschau-online.de, 3.7.2018

www.ekagger.de | jth | Text: Judith Thies | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/V.Marzinski, J. Thies

Zurück
k-P1210655.JPG
Die Kreissynode fand auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde Wiehl im Oberwiehler Paul-Schneider-Haus statt.
k-2017-07-06_02_Sommersynode-vma.jpg
Pfarrer Achim Schneider, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Marienhagen-Drespe, hielt die Andacht.
k-2017-07-06_03_Sommersynode-vma.jpg
Synoden beginnen stets festlich mit Gottesdienst oder Andacht und Musik.
k-2017-07-06_04_Sommersynode-vma.jpg
Jurist Henning Boecker (auf dem KSV-Podium 4. v.li.), der Kirchenkreisbegleiter aus der Landeskirche, besuchte die Synode zum dritten Mal.
k-2017-07-06_07_Sommersynode-vma.jpg
Jürgen Knabe warb für das Amt des Superintendenten als eine vielfältige und theologisch herausfordernde Aufgabe. Man habe mit vielen Menschen zu tun und die Chance, von einer theologischen Mitte die anspruchsvollen Aufgaben zu entwickeln.
k-2017-07-06_08_Sommersynode-vma.jpg
Die Kreisssynodalen kommen aus den 25 Kirchengemeinden des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger.
k-2017-07-06_10_Sommersynode-vma.jpg
Assessor Thomas Ruffler (auf dem Podium 2. v. re.) bat Jürgen Knabe, die Vor- und Nachteile des Modells eines nebenamtlichen Superintendenten, der zugleich Gemeindepfarrer ist, zu beschreiben.
k-P1210657-B.jpg
Verabschiedet aus der Kreissynode wurde Pfarrerin Christa Wülfing, die zuletzt seit 2012 Pfarrerin in Lieberhausen war. In ihrer Kirchengemeinde wurde sie zwei Tage später verabschiedet.
k-P1210659_b_Juergen_Knabe_Ruediger_Kapff.jpg
Pfarrer Rüdiger Kapff war 36 Jahre lang Pfarrer in Drabenderhöhe. Er wurde am 17.6.2018 in seiner Gemeinde verabschiedet.
k-P1210662_b_Walter_Pollmann_.jpg
Pfarrer Walter Pollmann, Kirchengemeinde Rosbach, wird im Herbst in den Ruhestand gehen und bot an, Vertretungsdienste im Kirchenkreis für Pfarrerinnen und Pfarrer im Studiensemester zu übernehmen.
k-P1210665-b_jth.jpg
Nach 46 Jahren als Synodaler wurde Manfred Rippel aus Bergneustadt von der Kreissynode verabschiedet.
k-P1210656-B_jth.jpg
Gemeindereferent Roland Armbröster aus der Kirchengemeinde Wiedenest sorgte wie immer auf den Synoden für die ausgezeichnete Technik.