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Rheinische Landessynode 2019 ist beendet

| Kirchenkreis

Die 71. ordentliche Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie die erste rheinische Jugendsynode haben in Bad Neuenahr ihre Arbeit beendet. Es soll eine sechs-Millionen-Investition für neue Gemeindeformen geben.

Als Ergänzung der Berichterstattung auf www.ekir.de/landessynode und www.jugendsynode.ekir.de bietet die Pressestelle der rheinischen Kirche alle Infos an unter dem Downloadlink für „synode.info“ mit Informationen und Ergebnissen der Beratungen und Abstimmungen.

Zum Schluss der Synode am Freitag Mittag sind die Abgeordneten der vorangegangenen Jugendsynode besonders gewürdigt worden. Darunter war auch Stephanie Schönborn aus der Kirchengemeinde Derschlag im Kirchenkreis An der Agger. Sie hatte als Mitglied der Delegiertenkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland an der Jugendsynode teilgenommen.

Renate Karnstein, Delegierte aus der Kirchengemeinde Holpe-Morsbach im Kirchenkreis An der Agger, zählt zu den herausragenden Eindrücken zum einen "die Begegnungen mit hochmotivierten jungen Menschen, die sich leidenschaftlich in Kirche engagieren und ihr Potential gerne auch in Leitungsgremien einbringen würden". Zum anderen beeindruckte sie die Forderung von Präses Rekowski, "dass wir zu einer bewegten und veränderungsbereiten  Kirche werden müssen".

Präses Rekowski hatte in seinem Präsesbericht gesagt: „Wir müssen öffentlich und offen davon sprechen, was und wer uns bewegt: der Glaube an den menschenfreundlichen Gott, den Vater Jesu Christi, der Glaube an Jesus Christus und an Gottes guten Geist. ,Bewegt' ist dabei mehrdeutig zu verstehen: Es meint zum einen ,berührt werden' … und meint zum anderen ,in Bewegung gesetzt werden'".

Michael Kalisch, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Wiedenest, war zum ersten Mal als Delegierter dabei: "Ich durfte erstmalig als Delegierter des Kirchenkreises an der Landessynode teilnehmen, da unsere Kreissynode mich in diese Funktion für Pfarrer Walter Pollmann, der in den Ruhestand getreten ist, auf der Herbstsynode 2018 nachgewählt hat. Die Arbeitsweise und der überaus wertschätzende und geschwisterliche Umgang auf der Landessynode, gerade auch mit unterschiedlicher Meinung, hat mich sehr beeindruckt."

Pfarrer Kalisch hat im Tagungsausschuss für öffentliche Verantwortung mitgearbeitet und war "sehr bewegt" von dem 9. Bericht zur Flüchtlingsproblematik an den EU-Außengrenzen. Die Jugendsynode hatte mit ihren Beschlüssen zu der Thematik besonders auf das Schicksal von tausenden von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten hingewiesen. Folgerichtig habe die Landessynode in ihrem Beschluss dieses Problem in den Horizont der anstehenden Europawahl gerückt.

Die Synode bittet die Gemeinden zu einem Diskurs darüber mit den politischen Mandatsträgerinnen und -trägern sowie Kandidatinnen und Kandidaten. Ebenso verurteilt die Landessynode die Kriminalisierung der Seenotrettung aufs Schärfste und empfiehlt den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen sich den Aktionen der Seebrücke (www.seebruecke.org) anzuschließen. Michael Kalisch: "Die Teilnahme und Mitarbeit auf der Landessynode war für mich bereichernd und Horizont weitend. Ich freue mich schon auf die Begegnungen und Weiterarbeit in der Landessynode."

Gemeindeformen und Jugendarbeit

Die Synode, das oberste Leitungsgremium  der Evangelischen Kirche im Rheinland, hat entschieden, dass die rheinische Kirche in den kommenden zehn Jahren einen Millionenbetrag investieren wird, um Kirche in neuen Formen näher zu den Menschen zu bringen.

Dafür gibt die Evangelische Kirche im Rheinland sechs Millionen Euro aus und schafft zusätzlich für diesen Zweck fünf neue Pfarrstellen. Zusammen sind das etwa zwölf Millionen Euro. Dieses Investment in die Zukunft der Kirche soll das vielfältige Angebot der Ortsgemeinden ergänzen. Die jetzt beschlossenen Fördermittel für Erprobungen sind Anschubfinanzierungen: Kirchengemeinden, Kirchenkreise, Gemeinschaften und Initiativen erhalten von der Landeskirche Projektmittel bis zur Hälfte der entstehenden Personal- und Sachkosten.

Insbesondere die Vertreterinnen und Vertreter der ersten rheinischen Jugendsynode, die der Landessynode vorausgegangen war, zeigten sich von den Plänen begeistert. Erste Erprobungen mit unterschiedlichen Profilen gibt es schon: zum Beispiel das „Raumschiff Ruhr“ in Essen, die Jugendkirche Cochem und die „Beymeister“ in Köln.

Verlässliche Ressourcen für eine vielfältige Kinder- und Jugendarbeit

Die Evangelische Kirche im Rheinland verpflichtet sich zu einer vielfältigen Kinder- und Jugendarbeit. Diese richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen und umfasst die Verkündigung des Wortes Gottes, das gesellschaftliche Engagement sowie die sozial-diakonische Arbeit. In ihrem Beschluss zur Kinder- und Jugendarbeit, der aus der zuvor stattgefundenen ersten Jugendsynode der rheinischen Kirche erwachsen ist, sagt die Landessynode 2019 „verlässliche Ressourcen“ für eine wirksame Kinder- und Jugendarbeit zu.

Die Schaffung, Erhaltung und Stärkung von Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit solle als „Gemeinschaftsaufgabe“ verstanden werden, die alle Ebenen der Kirche miteinander verbindet, also Kirchengemeinden, Kirchenkreise und Landeskirche. Geprüft werden sollen Möglichkeiten wie Anschubfinanzierung oder Fundraising, um Kinder- und Jugendarbeit zu unterstützen. Finanzielle Konsequenzen wird auch der Punkt umfassen, die Kinder- und Jugendarbeit „stärker als bisher inklusiv aufzustellen“. Über die Finanzierung wird die Kirchenleitung nun mit Priorität beraten.

 

www.ekagger.de | jth | Foto: Petra Stroh

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Die Landessynodalen des Kirchenkreises An der Agger: Stephanie Schönborn (v.li.), Renate Karnstein, Michael Kalisch, Ekkehard Giehl, Jürgen Vogels (CVJM-Westbund) und Superintendent Jürgen Knabe. Stephanie Schönborn und Jürgen Vogels waren auch bei der Jugendsynode dabei. (Zum Vergrößern Bild anklicken.)