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Renate Karnstein aus Morsbach zur Jahreslosung 2020

| Kirchenkreis

Die Landessynodale Renate Karnstein, Vorsitzende des Pfarrfrauenbundes e.V.,  hat den Erläuterungstext zur Jahreslosung geschrieben, der bundesweit veröffentlicht wird.

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben“, so lautet der Text der Jahreslosung 2020 aus Markus 9,20. Die Stelle wurde von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) als Leitwort ausgewählt. Auch diesmal, wie seit 2009, erstellte Stefanie Bahlinger ein eindrucksvolles Bild dazu. Das Bild wurde wieder von der Theologin Renate Karnstein aus der Evangelischen Kirchengemeinde Holpe-Morsbach in einem Heft zur Jahreslosung im Birnbach-Verlag erläutert. Das Heft gibt mit zusätzlichen Texten einen Zugang zur Losung.

Ein Vater bittet Jesu Jünger um Hilfe für seinen schwerkranken Sohn, doch die können nichts tun. Als Jesus hinzukommt steht der Vater zwischen Angst und Hoffen. "Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!". Eine bewegende Szene. Jesus schont ihn nicht und sagt zu ihm Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Da brüllt der Vater verzweifelt:

Hilfeschrei eines Vaters: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
 

Renate Karnsteins hat dazu geschrieben: 

Ein Hilfeschrei aus der Tiefe: „Ich glaube – wäre ich denn sonst zu dir gekommen? Ich kann es nicht ergründen, was das bedeutet, und was du von mir erwartest. Über letzte Konsequenzen dieses Versprechens bin ich mir nicht im Klaren. Und ich kann dir auch nicht beweisen, dass ich „richtig“ innig genug glaube. So folgt auf sein Versprechen die Bitte: „Hilf meinem Unglauben!“ Der Vater erkennt, dass nicht nur sein Sohn der Hilfe und der Heilung bedarf, sondern auch er selber, sein Glaube.

Glauben an Gott heißt, sich Gott anvertrauen, heißt sein eigenes Leben auf dieses Fundament zu bauen. Das Bild zur Jahreslosung ist diesmal dreigeteilt. Zwei seitliche mittelblaue Balken, zwischen denen es hell und leuchtend wird. Eine rote Figur in der Mitte, die zu Christus werde, so Karnstein, „der mich mit ausgebreiteten Armen empfängt. Durch sein Leiden und Sterben zerreißt Jesus den Vorhang zum Allerheiligsten, fällt die Mauer, die uns Menschen von Gott trennt. Angedeutet durch die dunkelblauen Fasern am Rand des Ausschnitts. Große Energie strahlt von Jesus Christus aus“.

Im Buch sind unter anderem Texte von Hans-Hermann Bittger („Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“), Martin Luther King („Unser Glaube an Gott“) oder „Ein O-Gott Tag“ von Ulrich Schaffer, die den Text der Jahreslosung vertiefen und ergänzen.

„Ich glaub an Gott“ zu sagen ist nicht immer einfach. Viele sagen: „Ich bin nicht gläubig, aber da muss es etwas Größeres geben.“ Aber was ist das und woran glaubt man dann? Kann ich einfach so an Gott glauben? Zweifel und Unsicherheit und dann kommt das „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ ins Spiel. Erfahrungen an der Grenze zwischen Leben und Tod lassen Menschen zweifeln. Ist da ein Gott, der helfen kann?"

Renate Karnstein hat als Beispiel im Jahreslosungsheft vom Birnbaum-Verlag eine Geschichte im Wartezimmer aufgeschrieben. Sie fragt „Wo bleibt mein Gottvertrauen? Dabei habe ich doch schon so oft Gottes Nähe und Hilfe erlebt". 

Das Verteilheft mit dem Text von Renate Karnstein kann beim Verlag am Birnbach, www.verlagambirnbach.de, ab 1,75 Euro bestellt werden.

ekagger.de | jth | Text: Vera Marzinski | Grafik: Stefanie Bahlinger 

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2020_Jahreslosung_Ausschnitt.JPG
Zum zwölften Mal bringen Renate Karnstein und Stefanie Bahlinger Texte und Grafik zu der jeweiligen Jahreslosung zusammen.