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Ometepe-Hilfsprojekt lud ein zum Neujahrsempfang

| Kirchenkreis

Auch im Jubiläumsjahr – seit 1993 existiert das Projekt – fand ein informativer Neujahrsempfang des Ometepe-Projektes unter dem Motto und Satz von Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ statt. Rund 80 Gäste fanden sich im Gummersbacher Victor‘s Hotel ein.

Ein besonderes Jahr für das Projekt, das gleichzeitig einige Herausforderungen mit sich bringt. Ostern 1993 besuchten Monika und Michael Höhn die Insel Ometepe und bald darauf begann das Projekt. Unerwartete Begegnungen auf der Insel führten zu dem spontanen Entschluss, etwas für die Ärmsten zu tun. Dort hatte man gerade mit dem Bau einer Schule und eines Gesundheitszentrums begonnen – und zehn Jahre dafür eingeplant, da immer erst Geld für die Materialien zusammengespart werden musste. Und gleich die erste Spende, die in dem neu gegründeten Projekt zusammenkam – 15.000 Deutsche Mark – ging in den Bau des Zentrums, das heute ebenso wie die mittlerweile gebaute Schule seit Jahren besteht und gut genutzt wird.

Die Vielfältigkeit der Gäste zeige, wie wichtig die Begegnung und die Netzwerkarbeit sei, um die sich das Projekt seit vielen Jahren bemühe, betonte Monika Höhn in ihrer Ansprache zum Neujahrsempfang. Das private Spendenprojekt, das ohne öffentliche Fördergelder, eine Langlebigkeit und Kontinuität in der Entwicklungszusammenarbeit für lateinamerikanische Länder habe, ist etwas Besonderes. Monika und Michael Höhn sind ehrenamtliche Geschäftsführer des Projektes, das vom Fachausschuss Ometepe im Evangelischen Kirchenkreis An der Agger mitgetragen wird.

Jährlich gehen rund 100.000 Euro in das Projekt, das auf nicaraguanischer Seite von einem mehrköpfigen einheimischen Team im POA (Proyecto Ometepe Alemania) geleitet wird. 20 Mitarbeiter sind in Schule und Gesundheitszentrum tätig, wobei die Schule mittlerweile größtenteils von staatlicher Seite übernommen wurde und nur noch die Vorschule über das Projekt läuft. Damit wurde also die Bildungsförderung angestoßen. Ein wichtiger Schwerpunkt bleibe auch künftig die Arbeit mit Kindern mit Behinderungen.

Monika Höhn ging auch auf die aktuelle Situation des Landes ein – dort sei immer noch viel zu leisten, da Nicaragua hinter Haiti das zweitärmste Land sei. Die Gesundheitssituation der nicaraguanischen Frauen habe sich langsam verbessert, allerdings nehme die Sterberate wegen Uterus-Krebs den ersten Platz im Land ein und chronische Krankheiten haben rasant zugenommen.

Außergewöhnlich gute Noten erhalte Nicaragua hinsichtlich des Klimaschutzes durch eine zunehmende Nutzung der Öko-Energie, so Monika Höhn. Auch zur Entwicklung des geplanten Kanalbaus lasse sich zurzeit nur wenig Konkretes sagen. Die touristische Entwicklung nehme einen bedeutenden Stellenwert in ganz Nicaragua und natürlich auch auf der Insel Ometepe ein.

Zur Projektarbeit steht einiges im neuen Buch des Ehepaares – „Unser Wiehl ist bunt und l(i)ebenswert“ -, von dem Wiehls Bürgermeister Stücker 20 Exemplare für die Stadt bestellte. Er betonte in seinem Grußwort, dass das Ometepe-Projekt ein Vorbild sei für Hilfsbereitschaft und entschlossenes Handeln. Der tägliche Wandel sei unglaublich schnelllebig geworden und da vergesse man rasch, den Armen und Schwachen zu helfen, so Stücker, der bereits zum dritten Mal am Neujahrsempfang teilnahm.

Superintendent Jürgen Knabe betonte, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer größer werde. Das Ometepe-Projekt schärfe das Gewissen und führe hinein in die Verantwortung. Es habe mit ganz konkreten Menschen zu tun und es ströme aus dem Projekt Gerechtigkeit, wie ein nie versiegender Bach. „Die Menschen auf der Insel haben gelernt, ihren eigenen Kräften Vertrauen zu schenken“, so Knabe.

Einen kleinen Einblick in die aktuelle Projektarbeit erhielten die Gäste in Gummersbach mit einer Präsentation von Dr. Susanne Lindner, seit kurzem - gemeinsam mit Hans-Ludwig Mayer - Mitglied im Fachausschuss. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Hermi Stracke und Dörte Behrens.  Das Jahr 2018 ist ein besonderes Jahr. Am 16. Juni findet eine große Jubiläumsfeier zum 25jährigen Bestehen mit Gästen aus Nicaragua statt, zu dem alle Interessierten schon jetzt herzlich eingeladen wurden.

Das Ehepaar Höhn wird im Frühjahr auf die Insel fliegen, um dort das weitere Vorgehen zu regeln. Das Projekt steht auf guten Füßen und wird von vielen Menschen getragen. So besteht die gute Aussicht, dass das erfolgreiche Projekt auch künftig weitergehen wird.

Spendenkonto

Spendenkonto beim Evangelischen
Kirchenkreis An der Agger
Stichwort "Ometepe"

Bank für Kirche und Diakonie
IBAN DE16350601901010106016
BIC GENODED1DKD

Spendenquittungen werden zu Beginn des Jahres ausgestellt.

www.ekagger.de | jth | Text: Vera Marzinski | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/V. Marzinski

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Der Fachausschuss Ometepe unter dem Vorsitz von Karla Gaisbauer (li.) betreut das Hilfsprojekt im Kirchenkreis An der Agger. Das Schicksal der Menschen auf der Doppelinsel im Großen Nicaraguasee ist dank Monika und Michael Höhn vielen Menschen ein Herzensanliegen geworden.
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Michael Höhn wird mit seiner Frau Monika im März zum 29. Mal die Insel besuchen.
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Superintendent Jürgen Knabe grüßte im Namen des Kirchenkreises mit seinen 26 Kirchengemeinden.
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Ulrich Stücker, Bürgermeister der Stadt Wiehl, lobte das langjährige Engagement aller Mitarbeitenden im Hilfsprojekt.
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Mehr als 80 Menschen waren nach Gummersbach gekommen. Das Hilfsprojekt informiert über den Neujahrsempfang hinaus regelmäßig auf seinen Offenen Treffen Ometepe über die Projektfortschritte.
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Musikalisch begleitet wurde das Programm von Sängerin Hermi Stracke und der Pianistin Dörte Behrens mit Liedern aus den Jahren 1940 bis 1970.