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Oberbergische Posaunenvereinigung wird 100. Gottesdienste am 5. Juli

| Aktuell

Das Jubiläumfest "100 plus 1" wird im nächsten Jahr in der Gründungsstadt Waldbröl gefeiert.

Mit einem kleinen Auftritt in zwei Gottesdiensten in der evangelischen Kirche in Waldbröl feiert die Oberbergische Posaunenvereinigung (OPV) am Sonntag, 5. Juli 2020, ihren 100. Geburtstag. Waldbröl ist neben Holpe Gründungsort der OPV.

Den großen Posaunentag anlässlich des 100. Geburtstags, der für den 5. Juli 2020 in Waldbröl geplant war, hat die OPV wegen der Corona-Auswirkungen ins nächste Jahr verschoben. Damit der Geburtstag nicht sang- und klanglos ausfällt, hat die Kirchengemeinde Waldbröl nun acht Bläserinnen und Bläser in die beiden Gottesdienste eingeladen.

Gottesdienste mit OPV

Sonntag, 5. Juli 2020, 10.30 und 18 Uhr

Ev. Kirche Waldbröl, Hochstr. 2, 51545 Waldbröl

Beim Gottesdienst ist auch Beate Ising dabei, die neue Vorsitzende der Oberbergischen Posaunenvereinigung, ebenso ihr Vorgänger Jürgen Knabe, Superintendent a.D. des Kirchenkreises An der Agger. Er hat die Oberbergische Posaunenvereinigung 22 Jahre lang geleitet.

Zum Bläserfest "100 plus 1" unter dem Motto „KOMMT!“ laden die Veranstalter fürs nächste Jahr, für den 4. Juli 2021, wieder in die Gründungsstadt der OPV nach Waldbröl ein. Die Probenarbeit für ein derart großes Fest mit entsprechendem Festprogramm sei im erforderlichen Maß zu den jetzigen Voraussetzungen nicht möglich, bedauert Vorsitzende Beate Ising. Ebenso sei nicht absehbar, dass ein Musikfest dieser Größenordnung unter den geltenden Bedingungen stattfinden könnte und durchführbar wäre. Immerhin gehören zur OPV 350 Bläser in 20 Posaunenchören im Kirchenkreis An der Agger.

Zur Geschichte der Oberbergischen Posaunenvereinigung


Die OPV wurde 1920 auf Initiative der beiden Pfarrer Friedrich August Aring (Morsbach-Holpe) und Fritz Mockert (Waldbröl) sowie des Waldbröler Kaufmanns Wilhelm Jakobs gegründet.

Durch fast ein Jahrhundert haben die jeweiligen Vorsitzenden die OPV in besonderer Weise geprägt. Vorsitzende waren in den Gründungsjahren Pfarrer Friedrich August Aring, anschließend Pfarrer und Superintendent Otto Meiswinkel aus Waldbröl , später die Pfarrer Friedrich Sentker aus Wiehl, Siegfried Karthäuser aus Bergneustadt und Burkhard Preis aus Marienhagen. Von 1997 bis 2019 nahm Pfarrer und Superintendent Jürgen Knabe aus Marienhagen diese Aufgabe wahr. Anlässlich des Posaunentages 2019 in Eckenhagen gab er den Vorsitz an seine bisherige Stellvertreterin Beate Ising (Posaunenchor Odenspiel) weiter.

Die Kreisdirigenten haben es stets vermocht, die Bläser aus den verschiedenen Chören zu einem großen Klangkörper zu Gottes Lob und Ehre zu formen. Neben dem Mitbegründer Pfarrer Friedrich August Aring sind hier Wilhelm Seinsche aus Winterborn , Ernst Kossek aus Marienheide, Friedrich Vorländer aus Winterborn und vor allem Horst-Wilhelm Seinsche aus Winterborn zu nennen; nachfolgend Kantor Martin Kotthaus aus Waldbröl.

Seitdem leiten die jeweiligen Posaunenwarte aus CVJM und Posaunenwerk die Posaunentage. Neben Kirchen, Gemeindehäusern, Sälen, Wiesen und Plätzen haben diese auch schon an besonderen Orten stattgefunden: zum Beispiel im Eisenbahnmuseum Dieringhausen, in einer ehemaligen Steinmüller-Werkshalle, im Denklinger Burghof, auf Hof Hagdorn und Schloss Homburg.

Mit Pauken und Trompeten

Die Literatur der OPV ist vielfältig. Gab es in den Anfängen der OPV neben dem kleinen schwarzen "Kuhlo" nur "Lobt Gott" und "Rühmet den Herrn" sind Bläserhefte und Kompositionen für Gottesdienste, Konzerte, Posaunentage und andere Events heute zahllos. Zum Repertoire der Chöre zählen neben der Kirchenmusik auch Volkslieder, bekannte Melodien aus Musicals oder von Popgruppen. Vom Stile der Altmeister früherer Epochen aus Renaissance und Barock über Klassik und Romantik bis hin zu modernen Kompositionen der Gegenwart - etwa von Matthias Schnabel, Dieter Wendel, Traugott Fünfgeld und Anne Weckeßer - sind auch Spirituals, Gospels sowie swingende Kompositionen im Repertoire.

Beate Ising: "Durch alle Zeiten und Veränderungen gilt uns das Wort aus Psalm 98: Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König!"

Zu den ältesten Zeugnissen aus der Geschichte der OPV gehören das Programm vom ersten Posaunenfest 1921 und ein Foto vom Posaunenfest am 9. Juli 1933 in Odenspiel. In der Einladung dazu heißt es von Pfarrer Meiswinkel: „So, und nun heißt es üben. Ich erwarte, dass jeder Chor nur das spielt, was er wirklich geübt hat, das heißt aber nicht, dass nicht jeder Chor a l l e Sachen üben soll." Horst-Wilhelm Seinsche, Kreisdirigent von 1985 bis 2005,  formulierte es 50 Jahre später so: „Man kann nicht fördern ohne zu fordern“ 

http://www.o-p-v.de/

www.ekagger.de | jth | Fotos: Foto: Vera Marzinski, Oberbergische Posaunenvereinigung

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Ihr Herz gehört der Musik: die 1. Vorsitzende Beate Ising (Mitte), ihre Stellvertreter Eckhard Gülicher (li.) und Lars-Patrick Petri.
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Das älteste Foto, das Beate Ising gefunden hat, ist eine Aufnahme vom Posaunenfest am 9. Juli 1933 in Odenspiel.
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Das erste christliche Volksfest der Oberbergischen Posaunenvereinigung wurde am 24. Juli 1921 um 14.30 Uhr in Hermesdorf gefeiert.