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Landessynode: Dialog mit muslimischen Nachbarn stärken

| Kirchenkreis

Kirchenkreis/Bad Neuenahr. Die Landessynode hat ein theologisches Wort der Synode zu den Anschlägen von Paris beschlossen. Auch im Kirchenkreis soll der christlich-islamische Dialog gestärkt werden. Weitere Ergebnisse.

"Gerade jetzt gemeinsam" heißt das theologische "Wort der Synode" zu den Terroranschlägen von Paris. Darin bekennt sich die Landessynode der Evangelischen  Kirche im Rheinland zu Toleranz, weltanschaulicher und religiöser Pluralität und dem Dialog zwischen den Religionen. Darin heißt es: "'Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem' (Römer 12,21). Diese Aufforderung verpflichtet uns. Wir werden Hass nicht mit Hass beantworten und für gewaltfreie Konfliktlösungen eintreten. Wir wenden uns gegen Diskriminierung, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus und betonen das gemeinsame Engagement von Christen, Juden und Muslimen für Gerechtigkeit und ein friedliches Zusammenleben in unseren Gesellschaften."

Gegen den Terrorismus und religiösen Fanatismus zu kämpfen, sei "gemeinsame Aufgabe aller Religionen", sagt Superintendent Jürgen Knabe. Das Wort der Synode ist für ihn eines der zentralen Ergebnisse der Landessynode. "Wir müssen intensiv den Kontakt zu Muslimen vor Ort suchen." Auch im Kirchenkreis An der Agger müsse der christlich-islamische Dialog weiter gestärkt werden. "Wir müssen mehr voneinander wissen und wollen uns zusammen für die friedliche Durchsetzung von Freiheitsrechten und Menschenwürde einsetzen. Gemeinsam mit Pfarrer Allan Grave aus Gummersbach, Synodalbeauftragter des Kirchenkreises für den christlich-islamischen Dialog, sollen konkrete Schritte geplant werden.

Aus dem Kirchenkreis An der Agger waren fünf Abgeordnete in Bad Neuenahr vertreten: Superintendent Jürgen Knabe, Ekkehard Giehl, Mitglied des Kreissynodalvorstands (KSV) aus Gummersbach, Dr. Wolfgang Becker (Ev. Kirchengemeinde Nümbrecht), Renate Karnstein (Ev. KGM Holpe-Morsbach) und Stefanie Schönborn (Ev. KGM Derschlag).

Die rheinische Kirche stellt eine Million Euro für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung

Deutschland und Europa sollen mehr Flüchtlinge aus humanitären Gründen als bisher aufnehmen. Dafür hat sich die Landessynode ausgesprochen und dies mit der Forderung nach einer grundsätzlichen Neuausrichtung der europäischen Flüchtlingspolitik verbunden. Zugleich beschloss das oberste Leitungsgremium der rheinischen Kirche, in diesem Jahr zusätzlich eine Million Euro für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung zu stellen. Superintendent Jürgen Knabe: "Es ist absolut richtig, dass wir trotz aller Sparmaßnahmen eine Million Euro für die Flüchtlingshilfe aufbringen. Wir müssen sparen, stehen aber dennoch zu unserem Grundauftrag der Nächstenliebe und der Unterstützung der Leidenden."

Der Kirchenkreis An der Agger hat im Dezember eine halbe zusätzliche Stelle in der Flüchtlingsberatung eingerichtet. Naeem Khalaf, gebürtig aus Syrien, unterstützt Omar Sabalbal und Christine Althöfer in der Flüchtlingsberatungsstelle des Kirchenkreises, der einzigen im Oberbergischen Kreis. 

Landessynode hat Paket zur Haushaltskonsolidierung beschlossen

Die Landessynode ein Sparpaket in Höhe von rund 11,3 Millionen Euro zur Konsolidierung des landeskirchlichen Haushalts mit großer Mehrheit ohne Gegenstimmen bei vier Enthaltungen beschlossen. Damit soll das strukturelle Defizit im landeskirchlichen Haushalt bis zum Jahr 2018 abgebaut werden. Die Synode folgte den von der Kirchenleitung vorgelegten Vorschlägen zur Haushaltskonsolidierung ohne substanzielle Veränderungen.

Superintendent Jürgen Knabe spricht von einer "großen Erleichterung bei allen Synodalen, dass dieser intensive Beratungsprozess zur Haushaltskonsolidierung zu einem konstruktiven Endergebnis gekommen ist". Es habe viele Beteiligungsmöglichkeiten aller Betroffenen gegeben, deshalb sei das Ergebnis mit überwältigender Mehrheit beschlossen worden. Die Beschlüsse seien "schmerzliche, aber notwendige Entscheidungen gewesen".

Ein Hauptergebnis ist, dass die Schulen in evangelischer Trägerschaft erhalten bleiben sollen, ebenso das Haus der Stille in Rengsdorf. Dieses Einkehrhaus hat auch viele Gäste aus dem Bergischen. Es ist "ein sehr guter Ort", sagt Knabe, "um geistlich aufzutanken". In der Jugendarbeit wurde ein Aufschub in der Beratung erreicht, es ist nun ein Jahr länger Zeit, bis zur Landessynode 2016, um zu klären, mit welchem Konzept die geplanten 420.000 Euro zu sparen sind. Die Kreissynode hatte im November mit einem Beschluss den Antrag der rheinischen Jugendarbeit, diesen Prozess aufzuschieben, unterstützt. 

"Wir haben in allen Punkten versucht, die inhaltliche Arbeit fortzusetzen, in Inhalte und Menschen zu investieren. Flexibler sind wir bei der Frage der Gebäude", sagt Jürgen Knabe. Arbeitsfelder werden konzertiert, Gebäude vermietet oder veräußert, evtl. sollen günstigere Gebäude erworben werden. Konkret ist vom Film-, Funk- und Fernsehzentrum und der Medienakademie in Düsseldorf die Rede und der Evangelischen Akademie in Bonn, die nach Düsseldorf ins Landeskirchenamt zieht.

Jürgen Knabe hat am Freitag eine Gesetzesvorlage eingebracht zur Verlagerung der rheinischen Verwaltungsgerichtsbarkeit von Düsseldorf zur EKD nach Hannover. Auch das soll helfen, Arbeit zu konzentrieren. 54.000 Euro können somit jährlich gespart werden.

Pfarrstellenplanung: 1000 Pfarrstellen im Jahr 2030

Die Pfarrstellenzahl für 2030 soll bei 1000 Stellen liegen, so die Planungen der Synode. Auf eine Pfarrstelle kommen dann 4000 Gemeindeglieder. Für den Kirchenkreis An der Agger könnte das eine Halbierung der derzeit 51 Pfarrstellen bedeuten. Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen das Ruhestandsalter und die Lücken können durch den derzeitigen Nachwuchs nicht gefüllt werden. Deshalb wirbt auch der Kirchenkreis darum, junge Menschen für ein Studium der Theologie zu gewinnen. Ändern soll sich auch die Zusammensetzung der Kreissynoden. Grundlage wird die Zahl der Gemeindeglieder.

Superintendent leitet Gebetsgemeinschaft

Seit neun Jahren leitet Superintendent Jürgen Knabe mit einem Team die Gebetsgemeinschaften auf der Synode. Jeden Morgen von 8.30 Uhr bis 9 Uhr treffen sich Synodale und Gäste zur Andacht, um sich für die schwierigen Verhandlungen zu rüsten und, so Knabe, "diese Welt und unseren Auftrag in Fürbitte vor Gott zu bringen". Präses Manfred Rekowski und  Vizepräsident Dr. Johann Weusmann haben an den Andachten regelmäßig teilgenommen. Pfarrer Dr. Wolfgang Becker hat eine der Andachten gestaltet.

Die EKiR.Info-Ausgabe Februar 2015 mit Themen der Landessynode mit einer Andacht von Klaus Dripke, Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Nümbrecht und Mitglied des Kreissynodalvorstands, finden Sie Leitet Herunterladen der Datei einhier

Die Sonderausgabe Synode.info finden Sie oben.

www.gerade-jetzt-gemeinsam.de

 

www.ekagger.de | jth                              Text: jth, EKiR

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Die Kirchenleitung trägt die Buchstaben zusammen: „Gerade jetzt gemeinsam!“ lautet die Botschaft nach den Terrorattentaten in Paris. Die Landessynodalen bekennen sich mit dieser Fotoaktion zum Dialog mit Juden und Muslimen.