Zum Inhalt springen

Kirchenkreis will heimische Landwirtschaft besser unterstützen

| Bildung & öffentliche Verantwortung

Als Konsequenz aus dem Pfarrkonvent auf dem Biohof Klein in Reichshof-Zimmerseifen gab es einen Brief an alle Kirchengemeinden mit der Bitte, ganz konkret die heimische Landwirtschaft zu unterstützen.            

Der Kreissynodalvorstand hat die Kirchengemeinden und Einrichtungen angeschrieben. Darin heißt es, "am 8. April hatten wir einen sehr eindrucksvollen Pfarrkonvent auf dem Biohof der Familie Klein in Reichshof-Zimmerseifen. Wir haben über die massiven Auswirkungen des Dürresommers 2018 auf unsere oberbergische Landwirtschaft gehört, die zum Teil Notschlachtungen erforderlich machte. In einer Hofführung hat uns Familie Klein mit den Herausforderungen eines Familienbetriebes vertraut gemacht. Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Oberberg, Helmut Dresbach, hat das Thema „Die Situation und Perspektiven der landwirtschaftlichen Familienbetriebe im Oberbergischen“ im Einzelnen, auch unter theologischen Gesichtspunkten, dargestellt.

Der Nachmittag hat uns die Bedeutung und den Einsatz der oberbergischen Landwirtschaftsfamilien neu in den Blick nehmen lassen. Sowohl der Ausschuss für öffentliche Verantwortung als auch der Kreissynodalvorstand haben über diese Thematik beraten."

Der Kirchenkreis empfiehlt den Gemeinden folgende Maßnahmen:

1. Bitte nehmen Sie Kontakt mit den Bauernhöfen im Raum Ihrer Kirchengemeinde oder Einrichtung auf.

2. Nutzen Sie die Möglichkeiten der Direkteinkäufe auf den Höfen (Milch, Butter, Fleisch, Eier,   Brennholz). Hierfür hat der Kirchenkreis eine Liste mit Bauernhöfen, die direkt vermarkten, zusammengestellt.

3. Prüfen Sie bitte die bestehenden Pachtverträge mit den Landwirten in Ihrem Raum und setzen Sie sich für faire, kostengünstige und nachhaltige Pachtverträge ein.

4. Nutzen Sie insbesondere für Veranstaltungen und Feste in den Gemeinden, in den Kindertagesstätten und Einrichtungen Produkte aus der Region bzw. aus dem Bergischen oder NRW-Öko-Produkte. Verwenden Sie bitte nur fair gehandelte oder regionale Produkte. Der Kirchenkreis wird bei seinen Synoden ebenfalls diese Vorgaben einhalten.

5. Weisen Sie in Gottesdiensten, Predigten und Veranstaltungen auf den Wert unserer Nahrungsmittel hin und problematisieren Sie ein Einkaufsverhalten, dass um jeden Cent bei Lebensmitteln schachert. Wer ein Hähnchen für 1,99 Euro kauft, verliert jegliche Legitimation, sich zum Tierwohl zu äußern. Mit den ehrenamtlichen Umweltbeauftragten des Kirchenkreises, Manfred Fischer und Peter Schmidt, können auch entsprechende Bildungsveranstaltungen angeboten werden.

6. Melden Sie sich bei Veranstaltungen, bei denen eine Verköstigung eingeschlossen ist, ab, wenn Sie nicht teilnehmen können, damit keine Nahrungsmittel überzählig bleiben.

7. Achten Sie bei der Anlage von Gärten und Friedhöfen darauf, dass diese bepflanzt werden und nicht durch Splitt oder Kies zu verdichteten Flächen und damit zu „Gärten des Grauens“ werden. Pflanzen Sie stattdessen möglichst heimische Blühsträucher.

8. Wo es möglich ist, verzichten Sie auf den übermäßigen Einsatz von Streusalz im Winter und nutzen Sie ersatzweise Splitt oder Sand.

9. Vermeiden Sie bei gemeindeeigenen und privaten Gartenflächen Unkrautvernichter und Totalherbizide, insbesondere glyphosathaltige Mittel und Neonicotinoside. Sie leisten mit dem Verzicht auf solche Mittel einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Mit diesen Maßnahmen können wir als Kirche unseren Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten, als Multiplikatoren in Fragen der Verantwortung für die uns anvertraute Umwelt wirken und in Wort und Tat unsere engagierten heimischen Landwirtschaftsfamilien unterstützen."

Pfarrkonvent auf dem Bauernhof, 10.4.2019

www.ekagger.de | jth | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/J. Thies

Zurück
k-20190408_153203.jpg
Auf dem Biohof Klein in Reichshof-Zimmerseifen informierten sich Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenkreises über die Situation der Landwirtschaft nach dem Dürresommer 2018.
k-20190408_152548.jpg
Die Pfarrer schauten sich den Melkstand und die großzügige Unterbringung der Kühe und Kälber auf dem Biohof an.
k-20190408_152721.jpg
Matthias Klein, Agrarbetriebswirt, zeigte den oberbergischen Pfarrerinnen und Pfarrern den Familienbetrieb, den er bald in siebter Generation übernehmen wird.
k-20190408_155200.jpg