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Kirchenkreis plant Herbstsynode als Videokonferenz

| Kirchenkreis

Das oberste Entscheidungsgremium wird am 14. November im Netz beraten und auch online wählen. Auf drei vorbereitenden Synodalversammlungen ging es um Finanzen und die Pfarrstellenentwicklung 2030.

Die Herbstsynode des Kirchenkreises An der Agger wird am Samstag, 14. November 2020, in digitaler Form per Videokonferenz stattfinden.  Das hat der Kreissynodalvorstand in seiner jüngsten Sitzung nach intensiven Beratungen jetzt schon beschlossen, um eine sichere Planung zu gewährleisten.

„Diese Entscheidung ist dem KSV nicht leichtgefallen“, sagte Superintendent Michael Braun im Namen seiner KSV-Kolleginnen und -Kollegen, „denn nach den Erlebnissen dieses Jahres wäre ein persönliches Treffen mit intensivem Austausch besonders wünschenswert. Allerdings kann bei den aktuellen Corona-Zahlen die sichere Durchführung der Kreissynode selbst in einer großen Halle nicht garantiert werden.“ Es gelte, eine mögliche flächendeckende Infektion der Kreissynode gerade kurz vor dem Ewigkeitssonntag und dem Advent auszuschließen.

Michael Braun: „Eine Kreissynode in digitaler Form ist für uns im Kirchenkreis An der Agger eine Premiere. Wir sind als Kirche sehr aktiv und auch jetzt gehen wir kreativ mit der Situation um.“ Um gute Beratungen sicherzustellen, werden im Vorfeld ausführliche Vorlagen verschickt, ebenso als Videos der Superintendentenbericht und die Vorstellung der Kandidierenden für den Kreissynodalvorstand und die stellvertretenden Landessynodalen.

Die Sommersynode im Kirchenkreis war ausgefallen. Die Wahl der Landessynodalen hatte per Briefwahl stattgefunden. 

Mit digitalen oder hybriden Kreissynoden haben die Nachbarkirchenkreise wie Lennep, Wuppertal oder Bonn-Godesberg bereits im Sommer gute Erfahrungen gemacht.   

Finanzen und Pfarrstellenverteilung

Um über wichtige Themen wie die Finanzentwicklung und die Pfarrstellenentwicklung zu informieren, hat der Kreissynodalvorstand im September und Oktober zu drei Synodalversammlungen eingeladen, zweimal präsentisch nach Nümbrecht und Dieringhausen und einmal per Zoom-Videokonferenz im Netz.

Die Finanzsituation nannte  Verwaltungsamtsleiter Thomas Hildner „sehr solide“. Der Betrag mit dem der Kirchenkreis An der Agger im nächsten Jahr rechnen kann, beläuft sich auf 16, 5 Millionen Euro. Den fehlenden Betrag von 1,7 Millionen zum rechnerischen Bedarf gleicht der Kirchenkreis  aus Sonderposten aus. Michael Braun ergänzte: „Deutlich gesagt: Durch Corona haben wir 1,7 Millionen Euro verloren. Dennoch stehen wir stabil. Keine Kirchengemeinde bekommt weniger.“

Die Pfarrstellensituation im Kirchenkreis wird sich im gesamten Kirchenkreis bis 2030 und darüber hinaus deutlich verändern. Statt bisher 1700 Pfarrerinnen und Pfarrer in der gesamten Evangelischen Kirche im Rheinland wird es nur noch 1000 geben. Superintendent Braun: „Das liegt schlicht daran, dass es an Absolventen mangelt.“ Das sei ein bedauerliches gesamtgesellschaftliches Phänomen und betreffe alle Berufsgruppen wie zum Beispiel Erzieher, Mechatroniker oder Verwaltungsmitarbeitende.

Für den Kirchenkreis bedeutet das konkret, dass es statt 34 Pfarrstellen nur noch 26,05 Pfarrstellen geben wird, dazu 17,7 Prozent Schulpfarrstellen. Michael Braun: „Wir haben gute Zeit für gute Planung. Wie wollen wir diese 26 Pfarrstellen am besten einsetzen in der Gemeinschaft unseres Kirchenkreises?“ Diese Entwicklung sei gravierend. „Wir müssen diese Veränderungen solidarisch tragen.“  Braun verwies auf die hohe Zahl an Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Kirchenkreis. „Andere Kirchenkreise fragen uns, wie habt Ihr das gemacht, wo kriegen wir die her?“

Die Arbeit am Pfarrstellenverteilungskonzept müsse jetzt beginnen und sei „kein Geheimprojekt“. Braun: „Ihre Mitarbeit und ihre Ideen für neue Formen der Gemeindearbeit sind ausdrücklich erwünscht.“ Es gehe nicht um ein bloßes Umorganisieren, sondern mehr denn je um die inhaltliche Ausrichtung, um das Profil der Kirche, eine lebendige Verkündigung und den Kern der Botschaft. „Wir wollen Veränderung und Christentum lebendig gestalten.“

www.ekagger.de | jth | Fotos: Kirchenkreis An der Agger / Judith Thies, Michael Braun

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Superintendent Michael Braun würde wie bei der Synodalversammlung in Dieringhausen gern live vor den Synodalen stehen. Das wird ins nächste Jahr verschoben.
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Die drei Synodalversammlungen fanden als Präsenzveranstaltungen in den Gemeindehäusern in Nümbrecht und in Dieringhausen (Foto) statt und als Videokonferenz mit 25 Teilnehmenden.
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In den Gemeindehäusern, hier in Nümbrecht, fanden die nicht öffentlichen Synodalversammlungen mit dem gebotenen Abstand und ohne Tische statt. Hygienemasken trugen die Synodalen auf dem Weg zum Platz und beim Hinausgehen.