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Kirche ist präsent. Auch im Altenheim

| Diakonie

Die Kirche ist in Corona-Zeiten auch in den Seniorenheimen und Krankenhäusern präsent. Krankenhausseelsorgerin Gabriele Bach ist regelmäßig im AWO-Altenheim in Ründeroth und erzählt von der ersten nicht-digitalen Andacht nach der Corona-Hochphase.

Gabriele Bach ist auch in den Corona-Zeiten im Krankenhaus Gummersbach und im Altenheim in Ründeroth mit den Menschen in Verbindung geblieben. Ganz besonders war die erste nicht-digitale Andacht nach zehnwöchiger Pause im Mai.

Ihr Rückblick: "Im Innenhof der AWO Ründeroth hatten die Mitarbeiterinnen Anlage und Mikrophon aufgebaut, einer der Gartentische diente als Altar und Kanzel in einem. Der Talar lag daneben, weil es zu heiß war, ihn zu tragen, und dann kam die Musik:Friedrich und Barbara Peters mit Gitarre und Klarinette.

Fünf Menschen saßen draußen, weit auseinander – mehr durften nicht auf einmal zusammen hinaus –, aber hinter den Fenstern habe ich viele bekannte Gesichter gesehen. Meist waren die Fenster nur auf Kipp, das ist Vorschrift. Aber immerhin: Offenbar konnte man uns hören, auf jeden Fall sehen, und wir konnten einander zuwinken.

Den Sieg des Lebens feiern

Da die Osterandacht wegen Corona ausfallen musste, hielten wir also eine nachösterliche Andacht und suchten Spuren der Auferstehung. Ein paar haben wir dankbar gefunden, zum Beispiel die roten Pavillons, die seit kurzem ums Haus aufgebaut sind und in denen man nach Absprache jeweils einen Angehörigen durch die Plastikplane hindurch sehen und sprechen kann.

Hier findet Leben statt, und hier zeigt sich, was geschieht, wenn man sich nicht mit dem Tod abfindet, sondern den Sieg des Lebens feiert. Übertrieben? Nein. Fragen Sie mal die Sozialarbeiterinnen, die die Bewohner zu ihren „Dates“ bringen und wieder abholen. Da kommt richtig große Freude auf.

Wir sind noch in Corona-Zeiten, und die Furcht ist noch da, aber die gab es auch am allerersten Ostermorgen bei den Frauen, die Jesus auf dem Friedhof suchten. Es gab beides, Furcht und große Freude (Matthäus 28,8). Genau wie im echten Leben, genau wie bei uns.

Wir feiern jetzt wieder Gottesdienste, und wir sind dankbar dafür."

www.ekagger.de | jth | Text: Gabriele Bach | Foto: Philemon Bach

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Gabriele Bach kann im Sommer den Blick über Ründeroth genießen. Zum AWO-Altenheim in Ründeroth, das für sie fußläufig zu erreichen ist, hält sie engen Kontakt.
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In Pavillons konnten sich anfangs Bewohner mit ihren Angehörigen treffen, durch eine Scheibe getrennt. Inzwischen sind die Regelungen gelockert.