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Jahreslosung 2021: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

| Glaube & Seelsorge

Die Morsbacher Theologin Renate Karnstein hat auch in diesem Jahr das bundesweit erscheinende Heft zur Jahreslosung verfasst.

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! – diese Bibelstelle aus dem Lukasevangelium 6,36 wurde von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen als Jahreslosung für 2021 ausgewählt.

Barmherzigkeit ist mehr als jemandem zu helfen. Barmherzigkeit heißt, mit den Augen Gottes zu sehen. „Gott ist barmherzig“, behauptet Jesus ungeachtet aller Fragen und Vorstellungen seiner Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn er sie auffordert:

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Stefanie Bahlingers Grafik zu diesem Bibelvers mit einer Auslegung und ergänzenden Texten von Renate Karnstein finden sich auch für 2021 in einem Geschenkheft des Verlags am Birnbach.

Renate Karnstein lässt die Leserinnen und Leser an ihren Entdeckungen beim Betrachten der Grafik teilnehmen und lädt die Leser im Heft zur Jahreslosung zunächst anhand einiger Fragen zur Annäherung an die Jesusworte ein: „Habe ich persönlich schon einmal Barmherzigkeit erlebt?“ „Wo ist mir das Wort zuletzt begegnet?“ und „Wo und wie kann ich meine eigene Barmherzigkeit zum Ausdruck bringen?“

Die Grafik, für deren Untergrund die Künstlerin Stefanie Bahlinger einfaches Sackleinen wählte, wird genau beschrieben und interpretiert. „In der Mitte liegt ein Kind. Diese Illustration zeigt die „Ureigenschaft Gottes – seine Barmherzigkeit“. Warmes Goldgelb umstrahlt das Kind, dessen Zudecke durch das Kreuz gezeichnet ist. Ruhig und geborgen wirkt das Kind in der Mitte. Im Bauhausstil aneinandergefügte, warmtonige Flächen breiten sich aus und bilden einen schützenden Raum, von dem viel Dynamik ausgeht. Mit Rot-und Orangetönen wird das Pfingstsymbol aufgenommen – die bereits über dem Kind lodernde Flamme des Heiligen Geistes. In der Grafik steckt keine sichtbare Aktion. Vielmehr strahlt sie die unzerstörbare, weltverändernde Kraft der Barmherzigkeit Gottes aus. Und so wie der Säugling in der Grafik ist der Mensch geborgen und gehalten durch Gott.

Neben ergänzenden Texten aus der Bibel und dem Gesangbuch kommen zeitgenössische Autorinnen und Autoren wie Huub Oosterhuis, Andrea Schwarz, Tina Willms zu Wort. Beispielsweise die Geschichte vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25-37) oder Kirchenlieder wie „Aus Gottes guten Händen kommt Zeit und Ewigkeit“ (EG 646 v. Thomas Knodel) und „Liebe ist nicht nur ein Wort“ (EG 665 v. Eckart Bücken). Aber auch eine kleine Geschichte von Rudolf Westerheide – „Gottes Klingeltherapie“, die im Thalia-Theater Hamburg spielt.

„Echtes Mitgefühl fordert zum Handeln heraus, und Gott selbst gibt dafür den Anstoß. Das ist die Kernbotschaft der Jahreslosung“, so auf evangelisch.de. Sie stehe im Kontext der so genannten Feldrede im Lukasevangelium (Kapitel 6), die eine Parallele zur bekannteren Bergpredigt bei Matthäus sei.

Lied der EKiR zur Jahreslosung

Die Evangelische Kirche im Rheinland legt bereits seit 2018 jedes Jahr ein Lied zur jeweiligen Jahreslosung vor, so auch dieses Jahr (https://www.youtube.com/watch?v=YsNYPwiU_vM&feature=emb_logo) mit dem Chorus:

„BARMHERZIGER VATER, so wie DU für uns bist, so wollen wir auch zu denen sein, deren Leid am größten ist. Wenn wir füreinander da sind und uns helfen, wo es geht, dann können wir getrost sein, dass GOTTES REICH in uns'rer Welt besteht.“

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25-37) ist zum Inbegriff barmherzigen Handelns geworden: Der Samariter lässt sich anrühren von der Not und dem Leid eines fremden Menschen und wird Not-wendend aktiv. Und was verbinden wir mit dem Wort „barmherzig“? Es ist sicherlich eine Herzensangelegenheit, eine Zuwendung, die nicht mitleidig ist, sondern hinschaut und hinhört, was der andere braucht.

ekagger.de | jth | Text: Vera Marzinski | Grafik Stefanie Bahlinger

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Der Vers aus dem Evangelium von Jesus Christus nach Lukas, Kapitel 6, Vers 36 wird uns das ganze Jahr über begleiten.