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Feierliche Verabschiedung von Matthias Schippel in Waldbröl: "Engagierter Macher"

| Aktuell

Matthias Schippel sprach in der Waldbröler Kirche über den "Motor seines pastoralen Handelns".

Als "aktiven, umtriebigen und engagierten Macher mit einem sozialen Herzen und einem großen Interesse an Glaube und Spiritualität" bezeichnete Superintendent Michael Braun Pfarrer Matthias Schippel, der jetzt mit einem Festgottesdienst aus seinem Dienst in der evangelischen Kirchengemeinde Waldbröl und in der Beratungsstelle für Erziehungs-, Familien-, Ehe- und Lebensfragen „Haus für Alle“ verabschiedet wurde. Beendet hatte Matthias Schippel seinen Dienst Ende April.

„Eine Vielfalt an Gaben und Talenten wurde Ihnen geschenkt. Sie haben viele Teile und viele Seiten mit in Ihren Beruf getragen“, betonte Michael Braun. "Sie waren und sind weit mehr als die Summe der vielen wunderbaren Teile, die Sie eingebracht haben. Sie waren als Mensch und Pfarrer ganz für die Menschen, die Gott Sie hat treffen lassen, da." Die Bereiche Kirchenmusik, Männerarbeit und Diakonie sowie Seniorenarbeit oblagen Schippel – und die habe er mit viel Herzblut betrieben.

Pfarrer Heiner Karnstein aus der Nachbargemeinde Holpe-Morsbach befand, Schippel sei immer authentisch und stehe auf für Toleranz und Gerechtigkeit. „Entpflichtet: ja – ausgeschaltet: nein“, denn Schippel wird sich weiter gesellschaftspolitisch engagieren und auch musikalisch weiter aktiv sein: So bleibt er dem  Waldbröler Musiksommer treu, den er initiiert hat, er spielt Klavier in verschiedenen Formationen und gab davon auch beim Verabschiedungsgottesdienst Kostproben mit Sänger Dr. Hubert Grunow.

Verwandlung ist entscheidend

Schippel unterteilte seine Predigt in zwei Teile - zum einem im Blick auf seine Tätigkeit als Berater und Seelsorger und zum anderen hinsichtlich seines gesellschaftspolitischen Verständnisses von Pfarramt. Markus 8, 22-26, die Geschichte von der Blindenheilung, zeige, wie wichtig und wunderbar es sei, wenn ein Mensch vom Blinden zum Sehenden werde.  Verwandlung sei entscheidend, dafür ständen die Wundergeschichten.

Er habe es immer als Privileg empfunden, entsprechend ausgebildet in einem Arbeitsfeld wie Krankenhaus oder Gemeindeseelsorge oder in einer Beratungsstelle arbeiten zu können. Als es ihm selbst 1989 in seiner damaligen Stelle schlecht ging, gab ihm der ehemalige Superintendent Horst Ostermann als sein Supervisor einen guten Rat, der letztendlich dazu führte, dass er in Waldbröl angekommen sei.

Wichtig sei ihm die offene Gesprächskultur, die es in Waldbröl gibt. Kirche müsse sich zu Themen wie atomare Bedrohung oder Klimawandel äußern und eine Protestkultur fördern, die eindeutig gewaltfrei bleibe. Matthias Schippel: „Das wäre aus meiner Sicht, was Jesus – nach der Bergpredigt und den Gleichnissen – von der Kirche erwarten dürfte.“ Was den Frieden betreffe, so handle es sich eindeutig um einen Frieden, der nicht von dieser Welt sei. „Diese Seite der Botschaft Jesu war für mich immer ein Motor meines pastoralen Handelns.“ Sehr geprägt habe ihn der konziliare Prozess „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“.

Der katholische Pastoralreferent Michael Grüder nannte in seinem Grußwort Schippels analytisches und sehr reflektierendes Denken eine große Stärke. Der stellvertretende Bürgermeister Helmut Rafalski sprach für die Stadt und auch für das Sozialprojekt „Wir in Eichen“, in dem er 25 Jahre mit Schippel gemeinsam gearbeitet hat. Und nicht nur er bedankte sich für die Spuren, die Matthias Schippel in Waldbröl und bei den Menschen hinterlassen habe.

Kantor Pascal Salzmann und Romy Bürger brachten ihr Grußwort teilweise musikalisch dar, „Haus für Alle“-Leiter Christian Gröger und Seniorenreferentin Anette Weber gingen auf die gemeinsame Arbeit ein und bedankten sich für die gemeinsamen erfolgreichen Jahre.

www.ekagger.de | jth | Text: Vera Marzinski | Fotos: Kirchenkreis An der Agger / Vera Marzinski

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Matthias Schippel predigte noch einmal auf der Waldbröler Kanzel.
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Vor der Kirche: Superintendent Michael Braun (v.li.), Pfarrer Jochen Gran, Matthias und Friederike Schippel, Pfarrer Thomas Seibel, Jürgen Schweitzer (Presbyterium) und im weißen Talar Pastoralreferent Michael Grüder (Kath. Kirche St. Michael, Waldbröl).
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Superintendent Michael Braun entpflichtete Matthias Schippel offiziell aus dem Pfarramt.
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Jochen Gran sprach ein Votum für seinen langjährigen Kollegen und Weggefährten.
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Thomas Seibel betonte, dass die Pfarrer in Waldbröl gerade wegen ihrer unterschiedlichen theologischen Ausprägungen viel voneinander gelernt haben.
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Unterm leuchtenden Kreuz: die evangelische Kirchengemeinde Waldbröl.