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Familientherapeut Peter Nemetschek bot hochkarätige Fortbildung im Haus für Alle

| Diakonie

Peter Nemetschek gilt als Pionier von lebendiger Familientherapie. Er entwickelte die Münchner Schule mit den Lebensfluss-Modellen. Zahlreiche Workshops führte er international durch. Jetzt war er im Kirchenkreis An der Agger zu Gast.

Kirchenkreis. „Tue das, was funktioniert. Und davon mehr. Wenn etwas nicht funktioniert, tu etwas anderes.“ In Gedanken in eine Zeit zu springen, in der man schon über das Problem lachen kann, ist überraschend hilfreich: „Raus aus der Problemstimmung, rein in die positive Stimmung.“ Da lassen sich Probleme viel einfacher lösen. Familientherapeut Peter Nemetschek war Referent des zweitägigen Workshops „Mit Lebensfluss-Modellen arbeiten“ in der Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger. Mit ihm erlebten die Teilnehmenden intensive und spannende Stunden.

Peter Nemetschek, Jahrgang 1937, ist Familientherapeut, Systemischer Supervisor, Weiterbildungstrainer und Coach. Er hat mehr als 40 Jahre Erfahrungen in diesen Bereichen und lernte noch von den Urgesteinen der Familientherapie wie Virginia Satir, Milton H. Erickson und anderen Wegbereitern Systemischer Therapie. Nemetschek gilt als Pionier von lebendiger Familientherapie mit Kindern, Jugendlichen und Eltern, er entwickelte die „Münchener Schule mit dem Lebensfluss-Modell“ und führte viele Workshops auf internationaler Ebene durch.

Zukunftorientierung bewegt und arbeitet im Inneren

Christian Gröger, Experte für Erziehungsfragen in der Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensfragen des Kirchenkreises, hatte die Fortbildung organisiert: Nemetschek verbinde durch seine langjährige Arbeit Generationen. „Er bringt immens viele Erfahrungen mit und man kann die Grundideen regelrecht spüren.“ Bei den Simulationen von Beratungssitzungen ging es unter anderem darum zu zeigen, wie wirkungsvoll es ist, weniger anklagend miteinander zu reden und dafür mehr miteinander zu tun. Nemetschek: "Dies arbeitet und bewegt im Inneren."

Die Teilnehmenden erarbeiteten anhand von Fallgeschichten und Videoauswertungen die zukunftsorientierte Sichtweise des Lebensfluss-Modells. Wie würde es sich anfühlen, wenn die Krise als Paar oder in der Familie schon geschafft wäre und man in der fernen Zukunft schon schmunzeln könnte? Wie lautet der nächste und der bedeutendste Schritt?

Zu dem Workshop hatte die Beratungsstelle Fachkräfte aus der Erziehungs-, Lebens- und Paarberatung sowie aus Familientherapie und -beratung eingeladen. Das Interesse an Nemetschek und seiner Arbeit war groß: 24 Teilnehmer kamen aus Oberberg, Bonn, Bergisch-Gladbach, Siegen und umliegenden Kreisen, mit großem Interesse an Nemetschek und seiner erlebnisorientierten Arbeit mit Herz, Hand und Humor. Holger Schneider, Diplom-Sozialpädagoge aus Bonn, ist begeistert: „Nemetschek ist einer der Großen der Familientherapie mit Methoden, die vom Herkömmlichen weggehen.“ Er nimmt viel Inspiration mit für seine eigene Arbeit: „Hin zu neuen Ideen und zu neuen Ufern.“

Ziel: Den Menschen hier vor Ort besser helfen zu können

Claudia Kunczik, stellvertretende Leiterin der Beratungsstelle „Haus für Alle“, erläutert: „Das Ziel des Workshops ist, uns als Familienberaterinnen und –berater innovativ weiterzubilden, um den Menschen hier vor Ort optimal mit ihren Sorgen und Nöten helfen zu können.“

Als diakonische Einrichtung des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger bietet die Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe-, Familien-, und Lebensberatung in Waldbröl immer wieder Fortbildungen mit renommierten Experten und Spezialisten für Multiplikatoren an. Darüber hinaus bietet die Beratungsstelle Einzel- und Gruppenberatungen zu verschiedenen Themen an. Langjähriger Leiter der Einrichtung ist Diplom-Psychologe Friedhelm Schnieder. 

www.ekagger.de | jth                                                      Text und Fotos: Friederike Klein

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Peter Nemetschek (links) kam auf Einladung von Christian Gröger in den Kirchenkreis.
Peter Nemetschek (links) kam auf Einladung von Christian Gröger in den Kirchenkreis.
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In dem zweitägigen Workshop ließ Peter Nemetschek die Teilnehmenden viel ausprobieren und selbst erleben.
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Zukunftsorientierung in der Familientherapie ist Peter Nemetschek wichtig: nicht anklagen, sondern mehr miteinander tun.