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Eine ungehaltene Katharina Luther

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„Die Tischreden der Katharina Luther“ präsentierten Elisabeth Haug und Jacob David Pampuch in der Evangelischen Kirche Bielstein am Reformationsabend vor rund 50 Gästen.  Ein kleines, feines Kammerspiel mit anspruchsvollem Charakter, das zum Nachdenken und auch zum Schmunzeln anregte.

Prädikantin Renate Baumann freute sich, dass in der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbantenberg-Bielstein zumindest diese Veranstaltung noch stattfinden konnte, bei der die Hygiene- und Abstandsvorschriften natürlich eingehalten wurden. Vor zwei Jahren hatte Dr. Bernhard Wunder, Leiter des Katholischen Bildungswerkes Oberberg, diese Veranstaltung vorgeschlagen. Einmal war sie bereits verschoben worden.  

In einer Einstimmung in den Abend durch Dr. Wunder erfuhren die Gäste etwas zu der Zeit und dem Leben der Katharina Luther, die als Tochter eines verarmten Landadels früh ins Kloster kam und dort eine umfangreiche Bildung erhielt. Nach ihrer Flucht aus dem Kloster heiratete sie Doktor Martin Luther, bekam sechs Kinder und managte Haus und Hof. Oft betreute sie noch rund 50 Gäste im Haus und mischte sich gut und gerne in die Diskussionen bei den Tischreden ein. Dr. Wunder: "Das Haus Luther wurde als Vorbild eines christlichen Ehelebens und eines evangelischen Pfarrhauses gesehen."

„Martinus, du hast heute am Tisch gesagt … “, so begann das Kammerspiel. Katharina konfrontierte ihren Ehemann mit seinen eigenen Reden, sie lobte und mahnte ihn. Sie sei eine Nonne geblieben und er ein Mönch, kommentierte Katharina, authentisch dargestellt durch Elisabeth Haug, ihre Ehe. Auch das Bild, das Maler Lucas Cranach von ihnen gemalt habe, entspreche nicht dem wahren Bild. Luther sei pompöser und sie bedürftiger dargestellt, als sie tatsächlich gewesen seien. Vorwurfsvoll, manchmal schulmeisternd, aber oft auch sehr gütig geht sie auf die Tischreden des Abends ein. So führte sie ihrem Ehemann so manches vor Augen und wusste, er werde aus Schaden klüger - und sie aus Vorsicht.

Die meisten Fragen hat Gott in seiner Schöpfung beantwortet

Ganz verzweifelt ist die Luther-Frau nach dem Tod des sechsten Kindes. Weinen sei besser als hadern, sagt sie. Einfühlsam geht sie auch auf seine Empfindungen ein. Auch ist sie sehr naturverbunden und gibt Luther einen wichtigen Hinweis: „Du suchst in den Büchern, was man draußen von den Blättern ablesen kann.“

Denn die meisten Fragen habe Gott längst in seiner Schöpfung beantwortet.  So bescherten die beiden Künstler den Gästen in Bielstein am Reformationstag einen kurzweiligen, interessanten Abend über das Leben im Hause Luther, der mit viel Applaus endete.

Elisabeth Haug ist Schauspielerin und Musikerin, hat eine Ausbildung im Fach Geige und
Gesang, sowie Tanz und Schauspiel absolviert und hat Engagements bei diverse Bühnenprojekten, internationalen Tanz- und Filmprojekten sowie nebenberufliche Konzerttätigkeiten als Geigerin.  Die Szenenwechsel auf der Bühne untermalte Jacob David Pampuch mit wunderbaren Gitarrenklängen. Er ist freiberuflicher Musiker und Musiklehrer und hat seit vielen Jahren sein Herz an die Flamenco-Gitarre verloren.

www.ekagger.de | jth | Text: Vera Marzinski | Fotos: Kirchenkreis An der Agger / Vera Marzinski

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Elisabeth Haug als Katharina Luther
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Renate Baumann
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Dr. Bernhard Wunder
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Jacob David Pampuch an der Gitarre