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„Bethlehem“ in Wiedenest

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Er ist immer besonders, der letzte Freitag vor Weihnachten beim „Christmas Gospel“ im Martin-Luther-Haus der Ev. Kirchengemeinde Wiedenest. Mit Yasmina Hunzinger und Timo Böcking stand diesmal ein Duo auf der Bühne, das Weihnachten als großes Wunder und Fest voller Überraschungen präsentierte.

„Ich kann versprechen, dass eure Ohren Augen machen werden“, so Gemeindereferent Roland Armbröster in seiner Anmoderation. Wie in den zwölf vorangegangenen Jahren hatte er die Künstler für den „Christmas Gospel“-Abend ausgewählt und sorgte zudem für Ton und Licht während des Konzertes. Er hatte nicht zu viel versprochen, denn das Duo schaffte eine besondere Atmosphäre. Schon mit „Amazing grace“ zeigte Yasmina Hunzinger ihre Range, ihren Stimmunfang – und das von sanft bis "powerful".

Nicht nur musikalisch hatte der Abend viel Tiefgang. Zwischendurch erzählten die beiden etwas zu den Stücken, und zu „Bethlehem“ las Yasmina aus Matthäus 2, 1-6. Passend zu „Du bist das Licht“ aus Johannes 1, 4-12: „In ihm war das Leben / und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis / und die Finsternis hat es nicht erfasst.“

An diesem Abend erfuhren die Gäste auch etwas über die „Grown-up christmas list“. Als Erwachsener wünsche man sich andere Dinge als damals zu Kinderzeiten, stellten die beiden fest. Da waren Lego oder ein kleiner weißer Hund groß auf der Wunschliste. Heute sei Friede, aber auch der Wunsch nach wahren Freunden, wichtiger. Menschen, die Weihnachten ohne Familie und Freunde verbringen müssten, widmeten sie „Still my heart is waiting“. Aber auch die englische Version „Joy to the world“ von Händels „Freue dich Welt“ klang an.

Altbewährte Klassiker im Medley, bei denen die beiden gerne das Publikum mitsingen ließen, gab es auch im Programm. Die erquickenden Eigenkompositionen auf der abwechslungsreichen musikalischen Reise durch die schönste Zeit des Jahres zeigten ebenso die Kreativität und Virtuosität der beiden. Das Stück „Bethlehem“ ist nicht nur der Namensgeber für die vorweihnachtliche Konzertreihe, sondern stammt aus der Feder des Pianisten Timo Böcking. Ebenso das Stück „Engel“.

An Weihnachten sei das Thema Engel immer dabei, so Böcking. Ob in Form von Schutzengeln oder den kitschigen, lebensgroßen Engeln in Schaufenstern. Sie spielten jedoch eine wichtige Rolle in der Weihnachtsgeschichte, fügte er hinzu, bevor die beiden „Engel“ präsentierten. Sehr poetisch und anrührend dieses Stück. „Manchmal lassen Engel uns spüren, dass sie uns zur Seite stehen“ und „sie sind von Gott gesandt“ – heißt es da. Wunderbar gespielt und mit sanfter Stimme vorgetragen.

Die rothaarige Schweizerin Yasmina Hunzinger sang auch ein Fragment aus einem Weihnachtslied ihres Heimatlandes – und tatsächlich saß noch eine Schweizerin im Publikum, die da gleich mitsingen konnte. Yasmina Hunzinger ist sehr authentisch. Man nimmt es ihr voll und ganz ab, wenn sie zum Lied „Jesus, take the wheel“ die Geschichte einer jungen Mutter erzählt, die mit ihrem Auto ins Schleudern kommt, danach ihr Baby schlafend auf dem Rücksitz sieht und dann dieses Gebet singt, und wenn sie dann jedem, bei dem das Leben gerade etwas schwierig ist, wünscht, dass er auch einmal das Steuer abgeben kann.

Mit inhaltlichem Tiefgang und beflügelnder Leichtigkeit gelang es Yasmina Hunzinger und Timo Böcking, das himmlische Wunder von Bethlehem mit all seinen Facetten und Geheimnissen musikalisch zu illustrieren.

www.ekagger.de | jth | Text: Vera Marzinski | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/V. Marzinski

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Bethlehem in Wiedenest - die Konzerte in Wiedenest haben jedes Jahr mehr Besucher.