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Andacht zum Gründonnerstag: Abendmahl ohne Mahl?

| Aktuell

Im Zentrum des Gründonnerstags steht das letzte Abendmahl Jesu. Ein Andacht von Pfarrer Uwe Selbach.

Als Kind habe ich die sogenannte „Karwoche“ nicht gemocht. Man nennt sie ja auch: die „stille Woche“. Mir war sie zu still: Draußen herumtoben war nicht erwünscht. Sicher haben Sie ähnliche Erinnerungen: An Karfreitag gab es Fisch, und „Gründonnerstag“ hatte nichts mit dem grünenden Frühling zu tun, sondern irgendetwas mit dem letzten Abendmahl Jesu (nachzulesen in Markus 14).

In unseren Kirchen erinnern wir uns – in der Regel am Abend des „Gründonnerstags“ - an dieses letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern,  und wir feiern es miteinander. Dieses Jahr ist alles anders. Schon seit Anfang März haben wir aufgrund der möglichen Infektionsgefahr und der entsprechenden Hinweise unserer Landeskirche und der Gesundheitsämter auf das „Teilen des Brotes und des Kelches“ verzichtet.

Es sind nicht wenige, denen die Abendmahlsfeier in der Gemeinde fehlt. Einzelne Gemeinden versuchen, die Zuschauer zu Hause mithilfe der digitalen Möglichkeiten an der Austeilung des Abendmahls teilhaben zu lassen. Für den einen oder die andere ist diese Form auch ansprechend, vielen aber fehlt die persönliche Nähe.

Diese Nähe ist durch nichts zu ersetzen. Diese Nähe, die redensartlich dann so treffend wiedergegeben wird mit dem Ausdruck „Ich kann dich gut riechen“, die brauchen wir!  Dazu passt auch, was Paulus von der Gemeinde schreibt: „Wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi!“ (2. Korinther  2,15).

Wir spüren seine Nähe als wohltuende Kraft und Wärme

Gott kann uns gut riechen! Und er will uns so nahe kommen, dass wir seine Nähe als wohltuende Kraft und Wärme spüren: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist!“ Damit laden wir immer zum Abendmahl ein. Aber im Grunde sind nicht wir die Einladenden, sondern der auferstandene und lebendige HERR! Und ER ruft uns heute zu:

„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Türe öffnet, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir“ (Offenbarung 3,20).

Was für eine Verheißung! Für jeden und jede von uns! Sogar zuhause! Ganz individuell! Und ganz persönlich!

 
Lege ein neues Lied in meinen Mund

„Herr, ich komme zu dir. Und ich steh vor dir, so wie ich bin.   

Alles, was mich bewegt, lege ich vor dich hin. 

Meine Sorgen sind dir nicht verborgen, du wirst sorgen für mich.  

Voll Vertrauen will ich auf dich schauen. Herr, ich baue auf dich!

Gib mir ein neues, ungeteiltes Herz. Lege ein neues Lied in meinen Mund. 

Fülle mich neu mit deinem Geist, denn du bewirkst dein Lob in mir.“  (Albert Frey 1992)

Seien Sie diesem einladenden HERRN anbefohlen!

Ihr Pfarrer Uwe Selbach, Kirchengemeinde Gummersbach

Evangelischer Kirchenkreis An der Agger, www.ekagger.de, jth, Fotos: Uwe Selbach, Pia Selbach

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Pfarrer Uwe Selbach erinnert an die Verheißung Gottes: Er will uns so nahe kommen. „Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Türe öffnet, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir“ (Offenbarung 3,20).
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"Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben (Johannes 6,35) - ein selbstgemachtes Brot im Gemeindehaus in Gummersbach-Bernberg.