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Andacht zum Buß- und Bettag: Richtung ändern!

| Andacht

Über einen Text aus dem biblischen Buch Jesaja schreibt Schulpfarrer Hans-Georg Pflümer.

Höret des Herrn Wort, ihr Herren von Sodom!
Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra!
Was soll mir die Menge eurer Opfer?, spricht der Herr. Ich bin satt der Brandopfer (…).Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel! (…) Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen. Lasst ab vom Bösen, lernt Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!

(aus dem Buch des Propheten Jesaja im 1. Kapitel)

So,  liebe Leserinnen, liebe Leser, stellt man sich einen alttestamentlichen Propheten vor: wortgewaltig, zornig, und gesättigt von göttlichem Geist. Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Ansehen der eigenen Person steht er da und verkündet dem Volk, was schief läuft. Schon die Anrede ist Provokation pur. Sodom und Gomorra nennt er sie. Synonyme für die Sünde in Reinform. Es ist ihm ernst, dem Propheten Jesaja mit seinem biblischen Zorn und seiner Bußpredigt.

Heute ist Buß- und Bettag. Ein Tag zur Rückschau, zur Einkehr, zur Bilanz. Eine solche Predigt, wie sie von Jesaja überliefert wurde, würden wir heute nicht mehr akzeptieren. Und dennoch: Es lohnt sich hinzuhören. Es lohnt sich innezuhalten.

Bin ich noch auf dem richtigen Weg?

Eine Zäsur.

Eine Zeit um sich zu fragen: Bin ich noch auf den richtigen Weg?
Darüber nachzudenken: Ist das, was ich tue, noch stimmig? Authentisch?
Ober muss ich die Richtung ändern?

Denn das ist Buße: Richtung ändern, Umkehren, Sackgassen verlassen, neu anfangen.

Bei Jesus heißt das so: Kehrt um und glaubt dem Evangelium, denn Gottes Reich ist zum Greifen nah, nur es liegt vielleicht in der anderen Richtung.

Ihr Pfarrer

Hans-Georg Pfümer

Wenn Sie Fragen haben oder Anregungen, schreiben Sie an andacht.anderagger@ekir.de

 | jth | Foto: Judith Thies

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Ist das, was ich tue, noch stimmig, fühlt es sich richtig an? Oder muss ich eine Sackgasse verlassen? Der Buß- und Bettag ist ein Anstoß, noch einmal innezuhalten und den Blick zu heben, wie hier in Wiehl-Drabenderhöhe.