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Andacht: Nun heißt es Warten

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Viele Läden, Kinos, Vereine, Kirchen sind jetzt zu. Wie geht man mit dem Warten um? Kann man es aushalten, ein Wartender zu sein? Eine Andacht von Michael Braun.

"Ich persönlich hasse Warten. Das ist verschenkte Zeit, nutzloses Rumsitzen oder Rumstehen, nichts tun können, egal ob beim Arzt oder bei einer Behörde. Warten nervt.

Doch das Warten beginnt gerade erst. Viele Läden, Kinos, Vereine, Kirchen sind jetzt zu. Das öffentliche Leben steht still, und wir alle müssen abwarten, wie sich die Lage, die eigene Gesundheit und die wirtschaftliche Situation entwickeln werden.

Nichts tun können und dabei auch noch Sorgen haben zu müssen ist eine furchtbare Kombination. Dabei braucht es nicht nur Nerven wie Drahtseile, sondern auch immer wieder Trost, Ermutigung und Worte, die aufbauen und helfen.

Worte wie im Bibelvers des heutigen Tages. Dort heißt es: „Es wartet alles auf dich, Herr“ (Psalm 104, 27). Gott lässt uns auf viele Dinge warten: auf schöne Dinge wie ein Fest oder die Geburt eines Kinder und auf bedrohliche Dinge wie eine ärztliche Diagnose oder Prüfungsergebnisse.

Momente der Stille und der Untätigkeit schärfen den Blick

Jedes Mal habe ich beim verhassten Warten wieder lernen müssen, dass es nach dem Ärger und der Ungeduld eine Zeit der Stille gibt: eine Zeit, in der man in sich geht, in der man die eigenen Gefühle bemerken kann, eine Zeit, in der man erkennt, was wirklich wichtig ist.

Meist ist das der Zeitpunkt, an dem ich weniger an mich und meine Ungeduld denke, sondern an die Menschen, die gerade gefordert sind:  Ärzte, Pfleger, Entscheidungsträger, Menschen aus den Risikogruppen.

Warten nervt und Warten hilft beten, weil die Momente der Stille und der Untätigkeit den eigenen Blick schärfen und auf das Wesentliche richten.

Warten wir jetzt  ab – mit Geduld, Zuversicht und Gott an unserer Seite."

Michael Braun
Superintendent des Kirchenkreises An der Agger

www.ekagger.de | jth | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/J. Thies

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