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Andacht: Herzliches Beileid!

| Andacht

Wie kann aus geteiltem Leid vielleicht halbes Leid werden? Eine Andacht zum dritten Sonntag nach Epiphanias von Superintendent Michael Braun 

Herzliches Beileid – auch wenn diese Worte bei einer Beerdigung oder einem Trauerbesuch formelhaft wirken mögen, sind sie doch unendlich wichtig. Sie zeigen den Angehörigen, dass sie nicht alleine sind.

Herzliches Beileid, das sagt: Wir sind für euch da, von Herzen, selbst mitten in schwerstem Leid.

Eine besondere Bedeutung gewinnt dieses Beileid, wenn nicht nur ein Mensch, sondern viele durch ein Ereignis gestorben sind - bei einem schweren Unfall im Straßenverkehr, einem Flugzeugabsturz, einer Massenpanik. Kleine Gesten, niedergelegte Blumen und Kerzen sollen dann allen Angehörigen ein erstes Zeichen des Mitgefühls senden. Gemeinsame Gottesdienste sollen stützen und weitertragen. So kann aus geteiltem Leid vielleicht halbes Leid werden.

Ein solches Ereignis mit vielen Toten erleben wir auch gerade: Mehr als 120 Menschen, die mit Corona infiziert waren, sind in den letzten zehn Monaten allein im Oberbergischen gestorben. Sie starben nicht zusammen, sondern jeder für sich, doch alle aus einem einzigen Grund.

Und gerade jetzt können wir so wenig für die Angehörigen tun. Corona verbietet gemeinsame Gottesdienste, gemeinsames Trauern und Erinnern. Selbst zu den einzelnen Beerdigungen dürfen nur wenige kommen. Leid könnte einsam machen. Um so wichtiger ist es, sich zu erinnern und mit kleinen Gesten, einem herzlichen Beileid, mit Gebeten und guten Worten ein Zeichen zu setzen, dass wir gemeinsam an unsere Verstorbenen durch Corona denken.  

Im Buch Rut stirbt am Anfang fast eine ganze Familie. Nur Rut und ihre Schwiegermutter bleiben übrig und halten zusammen.  Geteiltes Leid wird dort halbes Leid.

Dies möchte ich auch den Angehörigen wünschen, die einen lieben Menschen durch die Corona-Pandemie verloren haben. Herzliches Beileid, möge Gott ihnen Kraft und Nähe in dunkler Zeit schenken und mögen unsere guten Gedanken sie begleiten und ihnen helfen.

 

Michael Braun, Superintendent

 

Ihre Fragen 

Wir laden Sie ein zum Kontakt unter andacht.anderagger@ekir.de

 

www.ekagger.de | jth | Foto: Kirchenkreis An der Agger / Judith Thies

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Die Kerzen sagen: Wir fühlen mit. Wir sind bei Euch.