Zum Inhalt springen

Andacht: Gratwanderungen

| Andacht

Bibelspruch zum Monat Mai: "Dienet einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit den Gaben, die er empfangen hat!“ (1. Petrus 4, 10). Eine Andacht von Michael Braun

Zwischen hoch und runter am Berg gibt es manchmal ein besonderes Wegstück auf dem Grat. Dieses Stück ist meist anspruchsvoll, auf beiden Seiten geht es steil nach unten und man hat einen wunderbaren Fernblick. Gratwanderungen sind etwas Besonderes.

Die letzten Corona-Wochen waren ein schwieriger Weg bergauf. Steile Stellen galt es zu überwinden und neue Erfahrungen zu meistern. Wir haben diesen Aufstieg gut geschafft – mit Nervenstärke, Rücksicht und Engagement. 

Doch noch sind wir nicht über den Berg. Vielleicht sind wir schon oben auf dem Grat. Jetzt gilt es die Füße besonders sorgsam zu setzen. Was ist angebracht? Auf welchen Grund sollte man vertrauen und welchen Schritt lieber noch nicht wagen?

Fernblick vom Grat eines Weges

Als Kirche überlegen wir gerade, wie und wann es gut ist, endlich wieder Gottesdienste nicht nur im Internet, sondern auch in den Kirchen zu feiern. Auch mir persönlich fehlen die vertraute Nähe und Gemeinschaft am Sonntag sehr. Doch sicher ist, Gottesdienste mit den notwendigen Masken, Mindestabstand und Hygienemaßnahmen werden anders sein als alles bisher Bekannte. Aber sie sind ein erster Schritt über den Berg.

Doch bevor es bergab geht, sollte man sich auf dem Grat einmal die Zeit nehmen, um mit Weitblick zu fragen, was man von diesem Berg, was man von den Erfahrungen der letzten Wochen mitnehmen möchte.

Mit uns auf dem Weg

Eine Erfahrung, die ich auf dem Weg zum Grat gemacht habe und festhalte, fasst der Bibelspruch des Monats Mai wunderbar zusammen: „Dienet einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit den Gaben, die er empfangen hat!“ (1. Petrus 4, 10).  

Gott war da – ganz direkt. In den Umbrüchen und Sorgen der letzten Wochen habe ich ihn im Gebet viel näher spüren können als häufig sonst im normalen Alltag.

Gott war da – durch viele Menschen, die trotz oder wegen der Ausnahmesituation Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit verschenkt haben. Das hat mir gutgetan.

Der Weg geht weiter: hoffentlich bergab und in Richtung Normalität. Der Weg wird noch anstrengend werden, je länger desto mehr.

Deswegen freue ich mich über die guten Wegbegleiter. Gott ist mit uns auf dem Weg – er selbst und durch die Menschen, die seine guten Gaben empfangen haben und weiterschenken.

Einen gesegneten Mai 2020 und einen guten Weg wünscht Ihnen

Superintendent Michael Braun, Kirchenkreis An der Agger

Ein anstrengender schöner Aufstieg liegt hinter uns seit der ersten täglichen Andacht am 14. März: Nähe in Zeiten von Corona. Superintendent Michael Braun beschließt heute diese besondere Andachtsreihe. Ab dem 9. Mai geht es samstags mit wöchentlichen Andachten aus dem Kirchenkreis weiter.

Evangelischer Kirchenkreis An der Agger, www.ekagger.de, jth, Fotos: Michael Braun (Wanderweg), Kirchenkreis An der Agger/J.Thies

 

 

Zurück
k-Osterweg_Marienberghausen_frueh_am_Morgen_.jpg
Fast eine Bergwanderung: Einen erhebenden Spaziergang machte Michael Braun mit seiner Familie am frühen Ostersonntagmorgen in Marienberghausen auf dem dortigen Osterweg.
k-Michael_Braun_2a_.jpg
Michael Braun ist seit dem 1. Februar 2020 Superintendent des Kirchenkreises. Beim Betreten des Kreiskirchenamts in Dieringhausen hat er wie alle Mitarbeitenden eine Schutzmaske dabei.