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Andacht: Gottes Geist will uns tragen

| Andacht

„Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ | Römer 8,14. Eine Andacht von Klaus Dripke 

Große Worte sind das, die in dem Wochenspruch aus dem Römerbrief von Paulus formuliert wurden –  so groß, dass sie gar nicht mehr in unser alltägliches Leben zu passen scheinen. Was haben Sie, was habe ich, was haben wir mit „Gottes Geist“ zu tun? Was bedeutet es, von diesem Geist „getrieben“ zu werden?

Fühlen Sie sich von ihm getrieben oder eher von ganz anderen „Geistern“? Wes „Geistes Kind“ sind Sie, erleben Sie sich als „Kind Gottes“, stehen Sie mit diesem Bewusstsein auf und gehen Sie mit diesem Bewusstsein schlafen? Was können wir mit einem solchen Satz anfangen?

Von allen möglichen Geistern "getriebene" Menschen erzeugen zu Recht unser Unbehagen – denken wir zum Beispiel an fanatische Terroristen, die sich ebenfalls gerne auf ihren Gott berufen. Aber das ist ein Irrtum, der aus der Luther-Übersetzung entsteht: Was er mit „treiben“ übersetzt (griechisch ἄγω = „ago“), heißt eigentlich „führen“, „bringen“, „leiten“ oder „gehen“.

Wenn die Eselin mit ihrem Fohlen zu Jesus geführt oder gebracht wird, wenn Kranke zu ihm geleitet oder geführt werden, dann wird „ago“ verwendet, aber auch, wenn die Pharisäer die Ehebrecherin zu Jesus führen oder Jesus selbst zu Pilatus geführt wird.

Jesus hat viele Besessene von den Zwängen befreit, von denen sie getrieben und gequält wurden, und sogar unmittelbar vor seiner Festnahme im Garten Gethsemane hatte er die Freiheit, sich für oder gegen den qualvollen Weg ans Kreuz zu entscheiden – ohne vom göttlichen  Geist dazu getrieben zu werden.

Der „Geist Gottes“ ist ein unendlich sanfter Geist, weil es der Geist der Liebe ist, aber er will und kann uns von innen heraus ganz erfüllen und damit „tragen“. Alles, was uns „zwingt“ oder „treibt“, hat einen anderen, absolut gegenteiligen Ursprung.

Eine Kraft, die leitet, ohne zu zwingen

Von der Liebe erfüllt sein, von ihr getragen und gestärkt werden – wünschen wir uns das nicht im Grunde alle? Ist das nicht ein geheimer Herzenswunsch auch für viele, die sich nach außen hin hart und willensstark, unabhängig und souverän geben? Ist das nicht auch eigentlich Ihr Wunsch? Dann ist dieses Wort auch für Sie bestimmt und gar nicht mehr so groß und lebensfern.

Gottes Kind zu sein – und das auch aus der Tiefe heraus zu fühlen – ist dann gar nichts Großartiges mehr, sondern einfach etwas Wunderbares, ist Geborgenheit und Kraft, die leitet, ohne zu zwingen, und die den Blick öffnet für die große Perspektive Gottes, von der wir ein Teil sein sollen und können.

Dafür ist Jesus in diese Welt gekommen, um uns diese frohe Botschaft zu bringen und sie zugleich vorzuleben – bis zur völligen liebenden Hingabe. Lassen Sie seinen Geist auch in Ihr Herz, lassen Sie sich zu ihm führen – Sie werden es nicht bereuen.

Ihr Klaus Dripke

 

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www.ekagger.de | jth | Foto: pixabay/Miriam-Fotos

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