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Andacht: Epiphaniaszeit lädt ein, noch einmal nah an die Krippe heranzutreten

| Andacht

„Von seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade“ (Johannes 1,16). Andacht zum Wochenspruch für den zweiten Sonntag nach Epiphanias von Assessor Thomas Ruffler

In diesen Tagen - wenn wir längst daran denken, Tannenbaum und Krippe und alle Weihnachtdekorationen wieder aus dem Haus zu schaffen und zum Alltag eines neuen Jahres überzugehen - in diesen Tagen der Epiphaniaszeit begleiten uns biblische Texte und Geschichten, in denen es darum geht, dass für die Menschen in Jesu Umgebung Gott immer gegenwärtiger wurde. Immer stärker trat er aus seiner Undurchsichtigkeit und Unsichtbarkeit heraus.

In Jesu Auftreten wurde Gott immer erkennbarer. Die Menschen, die Jesus begegneten, spürten, welche Kraft der Heilung im Vertrauen auf Gott lag.

Selbst dort, wo es äußerlich wenig glanzvoll zuging.

Ja, Gott bleibt auch durch diesen Jesus ein Geheimnis, aber dieses Geheimnis ist nicht dunkel, sondern hell. Gott ist das Geheimnis der Liebe, die Teil meines Lebens geworden ist, um ihm eine neue Qualität, eine Fülle und Intensität zu geben.

„Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“

Die Epiphaniaszeit möchte ich als eine Einladung verstehen, noch einmal nah an die Krippe heranzutreten und hinzuschauen und die Wahrheit und Gnade in uns aufzunehmen, die in diesem Jesus aus Nazareth, geboren in Bethlehem, zu uns gekommen ist.

Der größte Dienst, den wir füreinander tun können

Wir stehen dort mit all den Unklarheiten des vor uns liegenden Jahres. Aber je tiefer die Zeit im Nebel liegt, desto nötiger ist es, dass Gott uns in seiner Liebe klar vor Augen steht. Denn dort, wo er erscheint, besteht die Hoffnung, dass auch wir „erscheinen“ und eine Gestalt bekommen.

Der größte Dienst, den wir füreinander in dieser Zeit tun können: uns nicht zu verhüllen, sondern füreinander sichtbar zu werden, in unserer Sehnsucht und Suche, in unserem Glauben und Zweifel, aber angestrahlt von diesem Licht der Liebe, erkennbar als Kinder Gottes und Zeugen seiner göttlichen Menschlichkeit.

Segen 

„Gesegnet sind wir -

den drei Weisen aus dem Morgenland gleich, die wir das Alte hinter uns lassen

und uns aufmachen zum Licht!

 

Gesegnet sind wir -

den Hirtenfamilien gleich,

die wir den Ruf des Engels hören: Fürchtet euch nicht!

 

Gesegnet sind wir -

der Engelschar gleich,

die wir Gottes große Liebe weitersagen allen Menschen in unserem Land!“

(Segen aus: Gottesdienst an Epiphanias 2016 - Eine Handreichung für Kirchengemeinden in Württemberg)

 

Ihr

Thomas Ruffler
Diakoniepfarrer im Kirchenkreis An der Agger
Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Klaswipper

www.ekagger.de | jth | Foto: Thomas Ruffler

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Die verschneite oberbergische Landschaft hat im Januar viel verhüllt, aber auch sichtbar gemacht. Vieles nehmen wir mit anderen Augen wahr, wenn es neu im anderen Licht erscheint. Das Foto hat Thomas Ruffler zwei Kilometer hinter seinem Zuhause aufgenommen.