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Andacht: Ein völlig neues Vorzeichen

| Andacht

Ach die Weisen in ihren eigenen Augen, vor ihrem eigenen Angesicht kommen sie sich klug vor (Jesaja 5, 21). Wir aber empfingen nicht ein für alle Mal den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir die Angelegenheiten erkennen, die uns unter dem Gott aus Gnade geschenkt sind (1. Korinther 2, 12). Eine Andacht von Pfarrer Karl-Heinz Blasberg

Ja, wir meinten einmal, dass wir alles überschauen und unter Kontrolle halten könnten. Die Entfernung zum Mond können wir präzise berechnen. Wir haben Maschinen entwickelt, die für uns arbeiten und denken. Schön verpackt und angenehm muss alles sein in der Spaßgesellschaft, auf dass uns nicht etwa Tod und Leben oder sonst irgendwer mit irgendetwas behelligt.

Für uns selbst haben wir unsere Pläne, unsere Visionen und Wünsche, wie die Dinge laufen müssten. Und dann, mitten aus heiterem Himmel, kommt uns Gott mit seinen Plänen in die Quere, und auf einmal fallen unsere Vorstellungen von unserer Lebensgestaltung und unsere Fantasien von der Beherrschbarkeit unserer Welt in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Wie rasch das gehen kann, haben wir vor ein paar Wochen gesehen, als sich mit dem Virus überall unaufhaltsam zugleich auch die Panik ausbreitete. Wo kamen wir da hin mit unserer Weisheit?

Gott sei Dank hat unser HERR eine andere Logik als wir. Vor ein paar Tagen, an Ostern, haben wir uns daran erinnert, dass Tod und Leben in Jesus Christus angegriffen, gerichtet und überwunden sind. Ist das nicht ein völlig neues Vorzeichen vor der Klammer, unter dem man völlig neu erkennen kann, dass der Mensch denkt und Gott lenkt?

Gott eröffnet uns eine Zukunft

Gott hat gehandelt. Er hat sich unserm Chaos gestellt, es sich selbst angehen lassen, als Mitleidender bei den Leidenden. Und in der Auferstehung Jesu Christi von den Toten hat er uns völlig unabhängig von unseren Wünschen und Plänen eine Zukunft eröffnet. So gut meint er es mit uns.

Es mag also durchaus sein, dass wir die Dinge nicht wirklich unter Kontrolle haben, aber genügt es denn nicht, wenn wir in guten Händen geborgen sind, auch wenn wir selbst die Dinge nicht überschauen und beherrschen? Da ist einer für uns eingestanden, und er steht für uns ein und begleitet uns.

Weil das so ist, könnte dann nicht aus dieser Krise eine Chance werden?

Nach der Losung vom 16. April 2020 stößt die Weisheit der Weisen rasch an ihre Grenze, aber unser Herr Jesus Christus ist von den Toten auferstanden, da sind von Gottes Plänen aus unsere Pläne durchkreuzt. Könnte das nicht die Richtung sein, aus der der Trost kommt?

Bleiben Sie gesund und harren Sie auf den HERRN. So kommen wir weiter. Der Mensch denkt, und Gott lenkt. Was Viren anrichten können, wissen wir jetzt, aber jetzt wollen wir sehen, was unser HERR daraus macht, und dann werden wir sehen, wie gut er es mit uns meint, wenn unsere Pläne in seinen Plänen überwunden sind.

Herzliche Grüße

Karl-Heinz Blasberg, Pfarrer im Kirchenkreis An der Agger

Evangelischer Kirchenkreis An der Agger, www.ekagger.de ; jth, Fotos: Karl-Heinz Blasberg. Kreidezeichnung „Haus im Sturm“: Karl-Heinz Blasberg

 

 

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Blick auf Wiehl: Wenn man mit dem Rücken zur Sonne steht, braucht man sich nur umzudrehen zum Licht, sagt Pfarrer Karl-Heinz Blasberg. Der Blick geht von Hengstenberg – der Straße Im Mauren Garten/Neuklefstraße - über das Wiehltal Richtung Siedlung an der Eichhardtstraße oberhalb von Altklef. Von hier konnte man am Ostersonntag das 15-minütige Glockenläuten aus Wiehl hören.
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Wandern und spazierengehen tun der Seele gut, gerade im wunderschönen Oberbergischen Land.
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Haus im Sturm - eine Kreidezeichnung von Karl-Heinz Blasberg. Das Original ist 30 mal 42 cm groß.