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Andacht: Egal, was auch passiert

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Der Kirchenkreis An der Agger veröffentlich täglich Andachten auf der Homepage des Kirchenkreises. Es schreiben Pfarrer, Prädikanten und Gemeindereferenten, Frauen und Männer, aus den 24 Kirchengemeinden. Den Auftakt machte gestern Superintendent Michael Braun. Die Andacht für heute kommt von Pfarrer Hans-Georg Pflümer, Schulseelsorger am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Wiehl.

Es gibt in diesen Tagen auch gute Nachrichten zum Schmunzeln: Im Corona-geplagten Italien fangen die Leute an zu singen. Nicht einmal der schnelle Espresso an der Bar geht mehr, aber sie fangen an zu singen: Sie singen von Balkon zu Balkon – miteinander und füreinander.

Jetzt sagen viele, dass es ernst wird. Vorgestern Ministerpräsident Armin Laschet, gestern die Kanzlerin. Wir müssen uns schützen und vor allem müssen wir die schützen, die von dem Angriff des Virus besonders gefährdet sind. Auch wenn es schmerzt, wenn die Oma im Altenheim nicht besucht werden kann oder wenn die Ostergottesdienste ausfallen.

Eins sollte aber auch klar sein: Die Welt geht nicht unter. Gott wendet sich nicht ab von uns.

Die Losung für heute ist nicht einfach. Es geht um einen König und einen Propheten, die grob gesagt vor 2800 Jahren lebten. Der König benahm sich daneben und „ließ nicht ab von den Sünden“ seiner Väter. Nach einer Zeit der Schuld und einer Zeit der Krise erscheint wieder Licht am Horizont und der Erzähler kann berichten: „Der HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.“ (2.Könige 13,23)

Kurzgefasst: Gott hält seine Versprechen, er wendet sich den Menschen, die sich von ihm abwenden, wieder zu; egal, was auch passiert.

Das heißt in keinem Fall, dass Gott den Virus schickt und schon gar nicht, dass er Menschen für ihre Sünden mit dem Virus straft. Ganz im Gegenteil: Er wendet sich den Menschen zu. Immer wieder. Immer wieder neu. Und das, liebe Leser, ist der einzige wichtige Grund für Zuversicht und gute Gedanken, ja vielleicht sogar für gemeinsames Singen.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen

Aber dazu gehört noch eins: Hamstern und nur an sich denken geht gar nicht. Wir sind betroffen, aber einige mehr, andere weniger. Deshalb gilt heute ganz besonders das kölsche Motto „He hält m'r zosamme - ejal, wat och passeet.“ Und beim Blick auf die, die unsere Hilfe benötigen, gibt es inzwischen viele kleine und große Initiativen, auch bei uns im Oberbergischen, vieles an organisierter Hilfe ist auf dem Weg. Eine Initiative möchte ich Ihnen hier vorstellen: Es ist eine Bewegung für Hilfe und Mitgefühl unabhängig von Hautfarbe, Religion oder Geschlecht: #LeaveNoOneBehind! (www.leavenoonebehind.de)

Mögen uns in diesen Tagen die viel zitierten Worte von Dietrich Bonhoeffer den Geist und die Hoffnung stärken: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Text: Hans-Georg Pflümer

ANHANG

Foto Bild Bonhoeffer / Bildunterschrift: Schülerarbeit aus dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Wiehl

 

Bild Pfarrer Hans-Georg Pflümer, Schulseelsorger am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Wiehl // Foto: Marc Platten

 

 

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Dietrich Bonhoeffer - von Schülern des Wiehler Gymnasiums auf Puzzlewürfel gemalt.
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Hans-Georg Pflümer bringt den Schülern die großen theologischen Denker näher, auch Martin Luther.