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Andacht: Das Kind in den Armen

| Andacht

Eine Andacht zum ersten Sonntag nach dem Christfest von Pfarrer Matthias Weichert 

Lukas 2, 25 – 32 „Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast;

denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern,

ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.“

Diese Worte sollen von einem Mann namens Simeon aus Jerusalem gesprochen worden sein, Simeon bedeutet "Gott erhört". Dieser Mann, so berichtet Lukas, ist ein Gerechter, genauso wie Josef, ein Frommer, also einer, der an Gott festhält, ein Wartender – einer der zu denjenigen gehört, die die Hoffnung durchtragen. Er ist sich gewiss, dass er den Messias mit eigenen Augen sehen wird. Als nun Josef mit Maria in den Tempel kommt, ist Simeon schon da. Wie Simeon nun Jesus als den Heiland erkennen konnte, wo genau er das Paar Maria und Josef abfing – ist leider nicht bekannt. Bekannt ist, dass Simeon das Jesuskind auf den Arm nahm mit der für ihn geltenden Gewissheit: Jetzt ist das eingetroffen, auf das er gewartet hat: Die Erfüllung ist da. In diesem Moment spricht der die Worte, die Lukas uns überliefert hat.

Lebensziel erreicht – gut so, mehr braucht man nicht. Freude, Freude über Freude… . Der Text passt gut in die Tage nach dem Christfest, an dem sich alles auf die Zeit vom 24. bis zum 26. Dezember konzentriert hat, freudige Erwartungen der wenigen Besucher – Teilnahme an den noch möglichen Gottesdiensten – Enttäuschungen, die das Leben und die hohen Erwartungen so bringen.

Es ist genug. Nun kann Simeon und vielleicht können auch wir wieder in unseren Alltag gehen, mit den jeweiligen Sorgen und Freuden. Auch wir haben das Kind in den Armen gehalten, unsere Kinder gesehen und im Arm gehalten – dies war und ist ein großartiges erfüllendes Gefühl.

 

Halleluja - Evangelisches Gesangbuch 34

Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann; Gott hat viel an uns getan. Freuet euch mit großem Schalle, dass er uns so hoch geacht', sich mit uns befreund't gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne.

Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, dass er in der Krippen Höhle harte lieget dir zugut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne.

Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, dass von dir meine Seligkeit herrühr, so lass mich von dir nicht wanken. Nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne.

Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner noch in Gnaden an; schenke, was man bitten kann, und erquick uns alle wieder; gib der ganzen Christenschar Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne.

Ihr Pfarrer Matthias Weichert
Schulreferent des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger
Pfarrer in Wipperfürth

ekagger.de | Foto: pixabay

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Ein Kind als Symbol für den Neuanfang.
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Matthias Weichert ist Schulreferent im Kirchenkreis An der Agger.