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Andacht an Heiligabend: Gott zeigt uns sein Gesicht

| Andacht

Losung | Psalm 42,3
Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?

Lehrtext | Matthäus 2,1-2
Da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen:Wo ist der neugeborene König der Juden?Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten.

Der heutige 24. Dezember ist der Tag vor dem Weihnachtsfest. Wir nennen diesen Tag Heiligabend, weil wir an diesem Vorabend erinnern, warum wir Weihnachten feiern.

Vom Wunder, Gott zu schauen

Der Weihnachtsvorabend erzählt auf wunderbare Weise von dem Wunder, Gott zu schauen. Alltäglich und unscheinbar kommt Gott zu uns Menschen. In einem Neugeborenen in einer Krippe, in Windeln gewickelt, so künden es die Engel der Weihnachtsgeschichte. Doch auch in Maria und Joseph, in den Hirten und den Weisen, einige Tage später, schaut Gott aus dieser Geschichte. Gott zeigt uns sein Gesicht im Angesicht eines Neugeborenen, in der Zuwendung der Mütter und Väter, der Nachbarn und Besucher, ja selbst in der Anwesenheit der Tiere im Stall.

Die ganze Schöpfung spiegelt Gottes Angesicht und erzählt von seiner Zerbrechlichkeit und Hilfsbedürftigkeit sowie zugleich von seiner Zuwendung und Hilfsbereitschaft. Alles, was unter dem Firmament der Sterne existiert, es lebt unter und im Angesicht Gottes. Manchmal müssen uns die Augen geöffnet werden, dass wir sein Angesicht wahrnehmen und schauen. Wir müssen uns wie die Weisen aus dem Morgenland auf Spurensuche begeben.

Der aufgehende Stern

Am Weihnachtsvorabend funkeln die Sterne am Himmel über uns. Fingerzeig Gottes sind sie. Sie spiegeln nicht nur in der Abraham-Erzählung im ersten Testament von der unzählbaren Nachkommenschaft der Familie Mensch. Ich persönlich glaube nicht, dass die Sterne Einfluss haben auf unser Leben, unsere Eigenarten oder gar unser Schicksal. Aber den Gedanken, dass jedes Menschenskind ein „Star“ ist und wir als Eltern, Geschwister, Nachbarn, Beschenkende teilhaben dürfen am Aufgehen, Entfalten und Wegfinden eines Menschenkindes, finde ich schön.

Kein Stern ist Gott Schnuppe

Jeder Mensch ein „Star“, besonders einmalig, wertvoll - ein aufgehender Stern quasi. Da finde ich den Ausspruch oder das Wortspiel einer Freundin wertvoll, ermutigend, tröstend: „Kein Stern ist Gott Schnuppe.“

Auch dieser Gedanke verbirgt sich in der Geschichte von dem aufgehenden Gottesstern am Weihnachtsvorabend. Gottes Angesicht wird sichtbar als Versprechen an die Familie Mensch, ja die gesamte Schöpfung: „Fürchtet euch nicht! Denn Euch ist heute der Heiland geboren.

Dieser Ruf nimmt uns mit hinein und verpflichtet uns, wie Maria und Josef, die Hirten und Weisen nicht nur an diesem Weihnachtsvorabend, Gottes Angesicht zu schauen, zu bewahren, zu hüten und zu beschenken.

So wünsche ich uns: Frohe und gesegnete Weihnachten im Angesicht Gottes!

Ihr Michael Kalisch, Pfarrer aus Wiedenest

In dunklen Zeiten

Ich wünsche dir,
dass dir selbst in dunklen Zeiten
die kleinen Sterne auffallen,
die glitzern und leuchten,
unbeirrt von dem
was finster ist
um sie herum.

Ich wünsche dir das Vertrauen,
dass der Morgenstern
schon am Himmel ist,
auch wenn du ihn
noch nicht siehst.

Ich wünsche dir die Zuversicht,
dass das Licht wächst,
weil Gott sich
auf den Weg gemacht hat
zu dir.

 

ekagger.de | jth | Fotos: Jann Matis Armbröster

Urheberin des Wortspiels: Christina Brudereck | Segenswunsch: Tina Willms, Zwischen Stern und Stall, 2020

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Weihnachten in der Kreuzkirche Wiedenest - in den oberbergischen Kirchen können in diesem Jahr keine Präsenzgottesdienste stattfinden. Dafür gibt es viele Online-Gottesdienste.
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Pfarrer Michael Kalisch gehörte zum Redaktionsteam des ökumenischen Hefts "Weihnachten2020", das in ganz Oberberg und in Rosbach in die Haushalte versendet wurde über die aktuelle Ausgabe von Anzeigenecho und Lokalanzeiger.