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11. Landwirtschaftsgottesdienst zum Thema Klimaschutz in Bergneustadt

| Bildung & öffentliche Verantwortung

Zum Thema Klimawandel und den Perspektiven der oberbergischen Landwirtschaft hat der Physiker Dr. Jonathan F. Donges vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung seine Kanzelrede gehalten.

Beim Thema Klimaschutz schnell umzudenken und schnell „umzuhandeln“ – dazu hat der Dr. Jonathan Donges beim 11. Oberbergischen Landwirtschaftsgottesdienst aufgefordert. „Der Klimawandel ist heute schon hier präsent“, sagte er vor oberbergischen Landwirten in der vollbesetzten Altstadtkirche. „Der Klimawandel wird vom Menschen gemacht. Das ist ganz, ganz klar.“

Donges warnte davor, die natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören. Zusammenhängende Probleme wie die gefährliche, immer schneller voranschreitende Erwärmung und die Zerstörung der Biosphäre durch den Menschen müssten auch zusammenhängend und systemisch gelöst werden. Er setzt dabei auf einen geänderten politischen Rahmen. „Eine schnelle Transformation des Systems ist nötig. Es muss insgesamt sehr viel mehr passieren.“ In spätestens 30 Jahren müsse die Abkehr der Energiewirtschaft von der Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger, die Dekarvonisierung, abgeschlossen sein. Photovoltaik, also Sonnenenergie, sei die beste Form der Energie. Sie soll entsprechend gefördert werden.

Es sei wichtig, im Kleinen anzufangen, auch auf Ebene der Kirchengemeinden, generell sei allerdings eine Änderung des politischen Rahmens nötig.  Um darauf aufmerksam zu machen seien Bewegungen wie Fridays for future und Extinction rebellion, die gerade in Berlin streiken, hilfreich.

Große Bedeutung habe die sachliche Information über den Klimawandel und Bildungsangebote schon für Kinder und Jugendliche. Die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“  sei ein wichtiges Transformationsfeld. Auch im Oberbergischen gibt es Kindergarten- und schulübergreifende Angebote.

Der Gottesdienst unter der Leitung von Pfarrer Dietrich Schüttler wurde vorbereitet vom Team des Landwirtschaftsgottesdienstes, Pfarrer Matthias Weichert, Peter Schmidt als synodaler Umweltbeauftragter, und Biobäuerin Beate Klein aus Zimmerseifen. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Bergneustädter Posaunenkreis unter der Leitung von Kreiskantorin Dr. Annemarie Sirrenberg.

Für Jonathan Donges war die Kanzelrede in Bergneustadt ein Heimspiel. Er stammt aus Gummersbach-Dümmlinghausen und hat selbst in seiner Jugend im Bergneustädter Posaunenkreis mitgespielt. Der christliche Glaube spielt für den Vater von zwei kleinen Kindern nach wie vor eine Rolle. „Der christliche Glaube kann Kraft und einen normativen Rahmen geben, um den Wandel voranzutreiben.“  

Jonathan Donges ist Anfang des Jahres für seine innovative Forschung zu Ursachen und Folgen des Klimawandels mit dem Heinz-Maier-Leipnitz-Preis ausgezeichnet worden. Mit seinen Warnungen vor den gravierenden Folgen einer ungebremsten globalen Erwärmung kam er mit beachtlicher Resonanz am 7.8.2018 in den Tagesthemen zu Wort.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es im Gemeindehaus einen Imbiss mit regionalen Getränken und Speisen und Zeit für Gespräche.

Klimawandel vor der Haustür - Vortrag in Nümbrecht

Am Dienstag, 8. Oktober 2019, 19 Uhr ist Jonathan Donges nochmals in Oberberg zu Gast. In der Aula des Schulzentrums, Mateh-Yehuda-Straße 4, 51588 Nümbrecht hält er den Vortrag "Was tun für die Zukunft in Oberberg? Klimawandel vor der Haustür". Veranstalter ist das Klimabündnis Oberberg, in dem der Kirchenkreis An der Agger Mitglied ist.


www.ekagger.de | jth | Text: Judith Thies | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/J.Thies und Markus Klümper

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Dr. Jonathan F. Donges auf der Kanzel in der Bergneustädter Altstadtkirche.
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Das Team des Landwirtschaftsgottesdienstes: Klosterbauer Peter Schmidt (v.li.), Biobäuerin Beate Klein, Physiker, Hobby-Gärtner und Imker Jonathan Donges und Schulreferent Pfarrer Matthias Weichert.
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Pfarrer Dietrich Schüttler freute sich über die vollbesetzte Kirche und den Erntedankschmuck, den Gemeindeglieder gespendet haben.
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Unter den Gottesdienstbesuchern waren viele Landwirte und Interessierte aus anderen Gemeinden.
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Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Bläserkreis Bergneustadt unter der Leitung von Kantorin Dr. Annemarie Sirrenberg oben auf der Empore.
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Peter Schmidt, synodaler Umweltbeauftragter des Kirchenkreises An der Agger, erinnerte daran, dass Landwirte viel Grünland erhalten, das mehr CO2 speichert als Wälder. Die Landwirte verwehren sich gegen die einseitige Sichtweise, dass sie mit ihrem CO2-Ausstoß und der Rinderhaltung zum Klimawandel beitragen.
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Schulreferent Matthias Weichert leitete nach dem Abendmahl die Fragerunde an Jonathan Donges.
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Die Erntekrone in der Kirche wurde dieses Jahr mit Sonnenblumen geschmückt.