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100 Jahre Oberbergische Posaunenvereinigung - Gottesdienste mit Posaunenmusik als Aperitif

| Aktuell

"Lobt Gott mit Posaunen" (Psalm 150,3) ist die Aufgabe der OPV. Zwei Gottesdienste in Waldbröl machten Lust auf das große Posaunenfest 100 + 1 im nächsten Jahr.

„Eigentlich hätte heute das 100. Jubiläum stattfinden sollen.“ Pfarrer Jochen Gran begüßte die 100 Gäste zum ersten der beiden Gottesdienste in der evangelischen Kirche in Waldbröl an diesem Geburtstag – dem 5. Juli 2020. Mit nur einer kleinen Delegation von acht Bläserinnen und Bläsern der Oberbergischen Posaunenchorvereinigung (OPV) von insgesamt 350 OPV-Mitgliedern gab es allerdings einen schönen Aperitif zur nun im nächsten Jahr stattfindenden Jubiläumsfeier.

Corona – so heißt auch die italienische Benennung der Fermate - in der Musik ein Ruhezeichen, erklärte OPV-Vorsitzende Beate Ising. Sie ging mit einer kurzen Fotoschau – angefangen beim Gründungsprotokoll, über OPV-Feste von 1933 über das 90-Jährige auf Gut Hagdorn und das von Gewitterwarnungen begleitete Fest auf Schloss Homburg – auf die 100jährige Geschichte ein.

Auf den ersten Fotos sah man hauptsächlich nur Männer. Auf den ersten Fotos sah man hauptsächlich nur Männer. Das habe sich aber geändert, betonte Beate Ising, die selbst seit 1976 im Posaunenchor Odenspiel spielt und 2019 den Vorsitz im OPV übernahm. Von 1997 bis 2019 war Pfarrer und Superintendent Jürgen Knabe aus Marienhagen Vorsitzender, der zum Jubiläumsgottesdienst ein paar Fragen von Pfarrer Gran zum Spielen im Posaunenchor und seinem gerade vor einigen Monaten angetretenen Ruhestand beantwortete.

Zwölf Archiv-Aktenordner hatte er Beate Ising übergeben, die daraus einiges an Fakten den auf Abstand sitzenden Gottesdienstbesuchern erzählte. So hatte Pfarrer Meiswinkel vor Posaunenfesten gesagt, dass Üben äußerst wichtig sei: „Jeder soll nur das spielen, was er geübt hat – was nicht heißen soll, dass er nicht alles üben soll!“

"Kommt herbei!"

Gut geübt hatte auch die achtköpfige Bläserdelegation, die unter der Leitung von Lars Patrick Petri passend zum Motto „Kommt!“ Stücke präsentierte, die genau dazu aufforderten. So das „Kommt herbei“ und das Schlussstück „Come and go“. Beides machte Lust auf das Fest im kommenden Jahr. Da findet das Bläserfest "100 plus 1" unter dem Motto „KOMMT!“ (voraussichtlich) am 4. Juli 2021 in die Gründungsstadt der OPV in Waldbröl statt.

„Kommt herbei“, passe auch zur aktuellen Lage der Kirchen, betonte Pfarrer Jochen Gran in seiner Predigt. „Kommt herbei“ sei eine der wichtigsten Aufforderungen in der Bibel – so habe auch Jesus seine Jünger aufgefordert, mit ihm mit zu gehen. Er habe es vorgemacht, wie Menschen erreicht werden können, denn es reiche nicht, Plakate aufzuhängen und Handzettel zu verteilen.

Bei Jesus gebe es auch auf viele Fragen, die Corona aufgeworfen habe, so Gran. „Was ist in meinem Leben wichtig und was gibt ihm Sinn?“ und auch „Was hilft gegen Angst und Panik?“. Die Kirche müsse einladen und vorleben. Ein „Komm und sieh“ bedeute aber auch, dass auch wirklich etwas zu sehen sein müsse. Musik könne da mitnehmen - dazu zähle auch die Bläsermusik, die nicht nur alte Choräle biete. Denn die Literatur der OPV ist vielfältig und auch im bereits fertigen Notenheft für die große Feier spiegelt sich das wider.

 

www.ekagger.de | jth | Text: Vera Marzinski | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/Vera Marzinski

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Lars Patrick Petri, Chorleiter des Posaunenchors Remperg und 2. Vorsitzender der OPV, dirigierte den achtköpfigen Festchor.
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Beate Ising hat in der Corona-Zeit auf dem Balkon gespielt. Die Musiker freuen sich auf das gemeinsame Üben und gemeinsame Auftritte. Das Musizieren und die Gemeinschaft fehlten ihnen sehr, ist das Ergebnis einer OPV-Umfrage.
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Pfarrer Jochen Gran führte durch den Gottesdienst. Das Auslegen von Gottes Wort und die Musik sind bei den Posaunenfesten immer verbunden gewesen.
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Der frühere Superintendent Jürgen Knabe hat die Oberbergische Posaunenvereinigung 22 Jahre lang geleitet, bis er 2019 das Amt des Vorsitzenden in Eckenhagen an Beate Ising weitergab.
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Der Klang in der mit rund 100 Personen besetzten Kirche war mit viel Hall verbunden, was gerade beim Auftaktstück den Gottesdienst sehr festlich wirken ließ.