Zum Inhalt springen

Über die vielen Gäste bei der der Vernissage freuten sich: Pfarrer Markus Aust (v.l.), Superintendent Jürgen Knabe, Künstlerin Edith Fischer, Jürgen Marquardt, stellvertretender Bürgermeister Gummersbachs, und Verleger Frank-Michael Rommert.

Mit vielen Gästen ist die Austellung "Martin Luther in Zitaten" im Gummersbacher Stadttheater eröffnet worden. Zu sehen ist sie bis zum 31. Oktober 2017 immer eine Stunde vor den Theaterveranstaltungen. Führungen können auch zu anderen Zeiten vereinbart werden. Ein Katalog ist erhältlich.

Rund 60 Künstler und Künstlerinnen stellten sich der Herausforderung, Zitate von Luther künstlerisch darzustellen. „Martin Luther in Zitaten“ heißt die Ausstellung, die im Foyer des Theaters der Stadt Gummersbach eröffnet wurde. Die Künstler haben hier Interpretationen zur Glaubens- und Gedankenwelt Luthers auf Leinwand festgehalten.

Diese Ausstellung zu Luther-Zitaten ist in dieser Form, nach Aussagen des Direktors der Evangelisch Wittenbergstiftung, Ulrich Seelemann, in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) einzigartig. Das betonte auch Superintendent Jürgen Knabe zur Eröffnung. „Die vielfältigen Exponate laden zum Betrachten und Meditieren ein“, so Knabe.  

"Geistiger Sprung über 500 Jahre"

Die Ausstellung zeige anschaulich, was Luther heute noch zu sagen habe, sagte Superintendent Jürgen Knabe. Mit den Bildern mache man gleichsam einen „geistigen Sprung über 500 Jahre“. Jürgen Knabe dankte allen 60 Künstlerinnen und Künstlern aus Oberberg und darüber hinaus, die derart gesprungen seien und die die Zitate in die heutige Zeit übertragen hätten. Knabe dankte besonders der Gummersbacher Künstlerin Edith Fischer: „Liebe Edith Fischer, eine tolle Idee!“

Jürgen Marquard, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Gummersbach, hatte mit Superintendent Knabe und den Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Reformationsjubiläum kürzlich noch den „Lutherweg“ in Lieberhausen eröffnet und wies darauf hin, dass Reformation ein andauernder Prozess sei. „Vor 500 Jahren hat Luther 95 Thesen aufgehangen, heute zeigen 60 Künstler ihre Sicht auf die Worte Luthers.“

"Luthers Worte bekommen Farbe und Form, Dichte und Weite"

Der Gummersbacher Pfarrer Michael Aust gab eine kurze Einführung zur Ausstellung und sagte, dass er die Bilder schon intensiv in digitaler Form bei der Vorbereitung zur Einführung betrachten konnte. Sie in Natura zu sehen, sei eine ganz andere Dimension, so Aust. „Durch die einzelnen Künstler bekommen Luthers Worte Farbe und Form, Dichte und Weite, Breite und Tiefe und vor allem Gefühl.“ Dabei wurde die gesamte Bandbreite der Lutherworte gewählt. Heitere, witzige, derbe, lebensweisheitliche, tiefgründig-philosophische und natürlich theologische, zugleich auch mutmachende, tröstende und glaubensstärkende Aussagen.

Auch Luthers größter Fehler, so Aust, seine antisemitischen Äußerungen in späten Jahren werden thematisiert. Aust: "Diese Äußerungen werden immer eine Schatten auf Luthers Werk werfen." Aust nahme aber auch Bezug auf das Motto des Reformationsjahres: „Vergnügt, erlöst, befreit“ – eine Psalmübertragung von Hanns Dieter Hüsch: „Wenn ich diese Bilder anschaue, spüre ich, was es heißt, vergnügt, erlöst, befreit zu sein.“ Dieser Geist des Evangeliums atme auch in den Kunstwerken der Künstlerinnen und Künstler Ein ganz neuer Zugang zu Luthers Gedanken sei geschaffen worden.

Viele Kunstschaffende haben sich dem Experiment, ein Lutherzitat auf Leinwand umzusetzen, gestellt. Eine Vorauswahl der Bilder wurde bewusst nicht getroffen, um – so Knabe – dem „Volk“ auch künstlerisch „aufs Maul zu schauen“. Die Werke dokumentieren den besonderen Charakter der Ausstellung, denn die Worte werden lebendig im Bild.

Zur Ausstellungseröffnung kamen fast alle Künstler und konnten interessierten Betrachtern auch noch einiges zu ihrem jeweiligen Werk erklären. Für die Musik sorgt das Vamosa-Trio mit Matthias Schippel (Keyboard), Corinna Hillienhof (Bass) und Martin Schulte (Schlagzeug und Akkordeon).

Die Ausstellung organisiert hatte Frank-Michael Rommert gemeinsam mit Initiatorin und Künstlerin Edith Fischer, die sich freuten, dass sie die Möglichkeit für die Ausstellung im Theater erhielten. Edith Fischer hatte auch die  Konzeption der Ausstellung übernommen und in stundenlanger Arbeit den jeweils besten Platz für jedes Bild gesucht. 

Buch zur Ausstellung

Der Verleger Frank-Michael Rommert aus Gummersbach stellte das Buch zur Ausstellung vor. Der 128-Seiten starke Werkkatalog ist in Gummersbach sowie Nümbrecht in den Buchhandlungen „Aufatmen“ erhältlich sowie beim „Reformationsfest 2017“, das im Theater Gummersbach am 24. September von 10 bis 16 Uhr stattfindet. Das Buch  7 Euro und deckt somit die Selbstkosten.  Nicht jedes Detail habe sich gut reprodizieren lassen, viele Werke seien reliefartig, deshalb sei es gut, sich die Bilder auf jeden Fall einmal in natura anzusehen.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Theaters – immer ab eine Stunde vor den Vorstellungen – oder nach telefonischer Vereinbarung bei Edith Fischer unter 02261 23241 noch bis zum 31. Oktober 2017 zu sehen.

 

www.ekagger.de | jth | Text + Fotos: Vera Marzinski