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Ometepe-Freunde (v.li): Michael und Monika Höhn, Jürgen Knabe, Ulrich Stücker, Tabea und Daniel Köbsch.

Für den musikalischen Rahmen sorgen Liana Marks und Volker Marks aus Wiehl.

Übers Internet gab es ein direktes Gespräch zwischen Monika Höhn und Alcide Flores, Projektleiter auf Ometepe, und einigen Mitarbeitenden.

Zum jährlichen Neujahrsempfang des Ometepe-Hilfsprojekts mit Live-Schaltung kamen Freunde und Förderer ins Victor’s Hotel in Gummersbach. Wichtig sei es, Mitmenschlichkeit zu leben, Grenzen zu überwinden und Mündigkeit zu fördern, sagte Jürgen Knabe.


 

Aus dem Kirchenkreis/Gummersbach. Jürgen Knabe, Superintendent des Kirchenkreises An der Agger, und der Wiehler Bürgermeister Ulrich Stücker gehörten zu den Rednern des gut besuchten Neujahrsempfangs des Ometepe Projekts Nicaragua. „Durch das Ometepe-Projekt wird Mitmenschlichkeit gelebt“, sagte Knabe. Mitmenschlichkeit sei mehr als Gesinnungsethik, die ohne Folgen bleibe im Handeln. Eine solche Gesinnungsethik sei zutiefst unchristlich, denn „Mitmenschlichkeit lässt sich nicht teilen“.

 

Seit der Gründung vor 24 Jahren habe das Ometepe-Projekt Nicaragua immer wieder Grenzen überwunden. Das Projekt stehe gegen den populistischen Trend, sich einzuigeln und sich abzuschotten. Knabe warnte vor Entwicklungen, die einen Rückfall in das Nationalstaatentum und die Kleinstaaterei der früheren Jahrhunderte bedeuteten. Er wolle den Nationalstaat und den Heimatgedanken nicht aufgeben, weil er Identität schaffe. „Er darf aber nicht benutzt werden zur Ausgrenzung von Fremden, Ausländern, Menschen anderer Hautfarbe und Religion.“

 

Jürgen Knabe lobte die Bildungsarbeit auf Ometepe, sie fördere die Mündigkeit und Urteilsfähigkeit der Bürger, die auf der kleinen Insel im Nicaragua-See leben.  In einer globalisierten Welt sei es wichtig, Eigenverantwortlichkeit zu entwickeln. „Das geht nur, wenn man über Bildung zu einer eigenen Urteilsfähigkeit geführt wird.“ Er freue sich sehr, dass das Ometepe-Projekt zusammen mit dem Kirchenkreis An der Agger dafür stehe, Mitmenschlichkeit zu leben, Grenzen zu überwinden und die Mündigkeit zu fördern.

 

Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker nannte das Ometepe-Projekt vorbildlich und lobte das Engagement der Mitarbeitenden für die Mitmenschlichkeit. Die derzeitige gesellschaftliche und politische Entwicklung sollte nicht verzagen lassen. „Wir müssen aktiv auf Menschen zugehen, die Ärmel hochkrempeln und helfen.“ Laut Stücker braucht jedes Gemeinwesen, jede Kommune bürgerschaftliches Engagement – wie etwa bei der Flüchtlingsunterbringung, dem großen Thema des Jahres 2016. Diese habe nur so gut funktioniert, weil viele Menschen sich engagierten.

 

Tabea und Daniel Köbsch aus Dresden waren mit ihren vier Kindern im Sommer 2016 auf der Insel Ometepe, nachdem sie 2003 acht Monate dort verbracht haben. Sie zeigten anhand eines Fotovortrags, was sich in den 13 Jahren verändert hat. Inzwischen betreuen Tabea und Daniel Köbsch auch die Homepage des Projekts Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ometepe-projekt-nicaragua.de.

 

„Netzarbeit liegt uns am Herzen“, bestätige Monika Höhn, mit ihrem Mann Michael Höhn Initiatorin des Projekts. Schwerpunkt der Arbeit auf der Insel im Nicaragua-See lag auch im Jahr 2016 im Bereich Gesundheit und Bildung, wie Monika Höhn in ihrem Rückblick erklärte.

 

 

Jedes Jahr 100.000 Euro Spenden

 

Mittlerweile werden jedes Jahr rund 100.000 Euro an Spenden über den Kirchenkreis nach Ometepe weitergeleitet. Zudem kommen noch Gelder aus gespendetem Zahngold hinzu. Im vergangenen Jahr kamen hier 14.491 Euro zusammen. Zu den für das Projekt herausragenden Ereignissen gehörte auch eine Fotoausstellung in der Sparkasse Wiehl mit Bildern von Kindern auf Ometepe sowie von Flüchtlingskindern im Oberbergischen.

 

Über das Projekt kommen junge Menschen für ein Freiwilliges Soziales Jahr nach Ometepe, schilderte Monika Höhn. Viele der  Anwesenden des Neujahrsempfangs seien selbst schon dort gewesen und haben sich die  Arbeit vor Ort angesehen. Kontakte blieben mit den Menschen dort oft bestehen. Das Zeitalter der Festnetzanschlüsse hätten die Inselbewohner übersprungen, aber mit Sozialen Medien seien sie heute vertraut. So gab es über eine Live-Schaltung nach Ometepe einen kurzen Kontakt mit Alcide Flores, dem Projektleiter auf Ometepe und einigen Mitarbeitenden.

 

Musikalisch umrahmten Volker Marks und seine Nichte Liana Marks den Abend mit Stücken wie „Suitcase“ oder „Teach me how to be loved“. Marks betonte, dass Musik Menschen verbinde und Ausdruck einer bereichernden Vielfalt der Begegnung sei.

 

Eine Benefizveranstaltung zu Gunsten des Ometepe-Projektes wird am 26. März 2017 um 17 Uhr im Straßenbahn-Museum Köln-Thielenbruch mit dem Orchester der Musikschule Dortmund „Aufwind“ und dem Kölner KVB-Orchester stattfinden.

 

Das Ometepe Projekt Nicaragua wurde von Monika und Michael Höhn gegründet. Der Kirchenkreis An der Agger hat die Trägerschaft für das Hilfsprojekt übernommen. Der Fachausschuss Ometepe, dessen Vorsitzende Karla Gaisbauer aus Wiehl ist,  unterstützt die Projektarbeit.  

 

www.ekagger.de | jth, sja |Text + Fotos: Vera Marzinski