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ABSCHIED Kirchenkreis trauert um Annemarie Kind

Mit großer Trauer blicken der Kirchenkreis An der Agger und die Kirchengemeinde Oberbantenberg-Bielstein auf den Tod von Annemarie Kind, die am vergangenen Sonntag verstorben ist.

Dr. Annemarie Kind war seit 2005 ehrenamtliches Mitglied im Kreissynodalvorstand. Mit ihren humorvollen, geistreichen, liebevollen Anregungen und Impulsen habe sie die Arbeit enorm bereichert,  sagte Superintendent Michael Braun. „Ihr Optimismus und ihre positive Tatkraft hat unseren Kirchenkreis voran gebracht. Wir haben ihr viel zu verdanken.“

Neben zahlreichen anderen Ehrenämtern leitete Annemarie Kind den Anlageausschuss Finanzen des Kirchenkreises. Sie war Mitglied in verschiedenen Ausschüssen, zum Beispiel im Kirchensteuerverteilungsausschuss, im Ausschuss für Öffentliche Verantwortung, Erwachsenenbildung und Medienarbeit, im Ausschuss für Mission und Ökumene und im Ausschuss für Frauenfragen. In der Kirchengemeinde Oberbantenberg-Bielstein war sie lange Jahre Presbyterin und Kirchmeisterin.

Annemarie Kind selbst sah ihre Aufgabe darin, die Arbeit der Leitungsgremien "kritisch-konstruktiv" zu begleiten. Wegen ihrer humorvollen und pragmatischen Art war sie sehr geschätzt und beliebt. Sie selbst sagte über sich: „Ich fange immer an zu rechnen“ – etwa wenn eine Vorgabe der Landeskirche auf dem Tisch liege: „Was kostet das? Wieviel Zeit und Personal brauchen wir dafür? Brauchen wir das überhaupt?“

Sie habe schwierige Aufgaben immer gerne übernommen, sagte Annemarie Kind einmal vor der Kreissynode. Von der mutigen und umstrittenen Theologin Dorothee Sölle habe sie gelernt, gegen Gewalt und Ungerechtigkeit aufzubegehren. Als Mitglied des Ausschusses für Frauenfragen hatte sie maßgeblich an einer Ausstellung und einer Veranstaltungsreihe zum Thema „Reformatorinnen seit 1517“ mitgearbeitet. 

Annemarie Kind fühlte sich von ihrem starken Glauben gehalten. In ihren Andachten für den Kirchenkreis - im KSV oder für die Homepage - formulierte sie ein tiefes Gottvertrauen, auch angesichts ihrer jahrelangen Krankheit. Sie fühle sich im Sinne von Hanns Dieter Hüsch „vergnügt, erlöst, befreit“ und  wolle „mutig weiterleben“.

Nun ist Annemarie Kind im Alter von 59 Jahren heimgegangen.

Trauerfeier in Wiehl-Oberbantenberg

Die Trauerfeier für Annemarie Kind ist am Freitag, 30. September 2022, 14 Uhr in der evangelischen Kirche in Oberbantenberg, Oberbantenberger Str. 42, 51674 Wiehl. 

 

Andacht von Annemarie Kind: Da er uns liebt

(20. April 2020)

Mit diesen drei Worten umschreibt man eigentlich alles, was die Bibel ausmacht: „Gott ist treu.“ (1. Korinther 1,9)

Das Wort Treue kommt im Mittelhochdeutschen vom Wort trūwēn, was auch heißen kann „vertrauen“, „Zutrauen haben“, „hoffen“ oder auch „Baum“. Wenn jemand treu ist, dann ist er unveränderlich, beständig und verlässlich wie ein Baum. Einem treuen Menschen vertraut man, und man traut ihm etwas zu. Treue ist also etwas, das sich zwischen zwei Personen abspielt, es beschreibt eine Beziehung.

Und genau darum geht es ja Gott: Er sucht den Kontakt zu den Menschen. Von Anbeginn an wendet er sich seinen Geschöpfen zu, er spricht sie an. Er will nicht für sich allein sein, ist sich nicht selber genug. Gott will die Menschen für sich gewinnen, er wirbt für sich. Er ist auch manchmal enttäuscht, wenn sie sich abwenden von ihm. Aber er gibt nicht auf und umwirbt sie weiter. Er ist ein treuer und verlässlicher Gott, der uns begleitet von der ersten Stunde unseres Lebens, da er uns liebt.

Erwidern wir Gottes Liebe und Treue?

Im Grunde erzählt die Bibel also eine große Liebesgeschichte zwischen Gott und den Menschen. Egal in welche Geschichte man schaut, es sind Geschichten von der Treue Gottes und seiner ganz konkreten Liebe zu dem einzelnen Menschen: Gottes Beziehung zu Abraham oder Jakob oder David oder zum Volk Israel bis hin zu der Liebesgeschichte Jesu mit den Menschen. Gott liebt alle Menschen. Er ist allen Menschen treu.

Und wir? Erwidern wir diese Liebe und Treue? Wie viele Treueschwüre sprechen wir – und wie oft brechen wir sie? Wie oft sind wir lieblos zu dem, der uns immerwährend die Treue hält?

Gott ist treu – trotz allem, und damit ist alles gesagt. Wie wunderbar und tröstlich ist es, dass unser Gott fest wie ein Baum zu uns steht, ganz verlässlich, egal was passiert. Egal, wie viele Defizite und Fehler ich habe. Er steht zu seinem Wort.

Lassen Sie uns Gott heute bewusst dafür danken, dass er treu ist und Sie und mich zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus einlädt.

Annemarie Kind

 

www.ekagger.de | jth | Fotos: Detlev Lundt, Annemarie Kind, Kirchenkreis An der Agger/J.Thies 

Annemarie Kind mit ihrem Hund Finn - kurz vor einem Spaziergang

Den Baum im Sonnenlicht hat Annemarie Kind für eine ihrer Kirchenkreis-Andachten aufgenommen: Gott ist treu

Annemarie Kind (2.v.li.) bei der Abschlussveranstaltung zur Ausstellung "Reformatorinnen seit 1517", die sie im Gemeindehaus in Gummersbach eröffnet hatte (mit Vera Gast-Kellert (v.li.), Luise Theill, einer Aufstellfigur von Dorothee Sölle und Prof. Dr. Renate Wind)

Annemarie Kind war eine kluge und klare Rednerin. Wir haben ihr viel zu verdanken und werden sie vermissen