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GEISTLICHE NOTIZ Das Abenteuer, die Bergpredigt im Jahr 2022 mit jungen Menschen zu lesen

Von "extrem schwierig" bis "beruhigend, um mal runterzukommen" lauteten die Kommentare der Schüler:innen, mit denen Schulpfarrer Hans-Georg Pflümer drei Wochen lang die Bergpredigt erarbeitet hat. Mit Video 

Um die Jahre 80 bis 90 nach Christi Geburt verfasst ein uns unbekannter Autor ein Evangelium. Es ist nicht das erste und auch nicht das letzte seiner Art. Aber es ist das erste, in dem Statements des Jehoshua ben Josef von Nasrat – besser bekannt als Jesus von Nazareth gesammelt vorgestellt werden – das ist die Bergpredigt.

1522 übersetzt der aufmüpfige Mönch und Professor Martin Luther genau diese Bergpredigt im Rahmen seiner Bibelübersetzung ins Deutsche.

Das ist jetzt genau 500 Jahre her.

Und diese Worte „Selig die Friedenstifter“, „Du sollst deine Feinde lieben“, Man kann nicht zwei Herren dienen, entweder Gott oder dem Mammon (= dem Geld“) kommen für junge Menschen – und nicht nur für sie – aus einer anderen Galaxie.

Dementsprechend ist es ein Abenteuer, heute mit Jugendlichen die Bergpredigt zu lesen. Und so waren auch ihre Reaktionen:

  • Interessant
  • kann man nur verstehen, wenn man sie auf die heutige Zeit bezieht
  • schwierig
  • veraltet
  • man sollte sie ernst nehmen
  • langweilig
  • schwierige Sätze und oft verwirrend
  • man braucht Zeit, bis man hineinfindet
  • junge Menschen wissen heute zu wenig über die Bibel
  • beruhigend, um mal runter zu kommen
  • total anspruchsvoll
  • schwer nachvollziehbar
  • muss man alles übersetzen und in die heutige Zeit übertragen

Aber die schönste war: „Es ist eine Super-Predigt in schwieriger Schreibweise.“

Und ich vermute, genau da, wo junge Menschen über die ach so ferne Bergpredigt ins Nachdenken kommen, kann das geschehen, was er meint, wenn er sagt: "Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt."

Video: Gesprächsabend über die Bergpredigt 

Die Schülerinnen und Schüler haben in drei Wochen einen Gesprächsabend mit dem Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide über die Bergpredigt vorbereitet. Der Abend wurde live im Internet gestreamt. Das Video steht jetzt hier im Netz.

500 Jahre Neues Testament auf Deutsch

1. Theologisches Sommergespräch: "Luther war ein Naturtalent"

Mouhanad Khorchide liest mit Schüler:innen die Bergpredigt

 

www.ekagger.de | jth | Text: Hans-Georg Pflümer | Video: Ev. Akademie im Rheinland | Foto: Hans-Georg Pflümer 

Die Schülerinnen und Schüler besuchen die elfte Klasse (Q1) des Wiehler Bonhoeffer Gymnasiums

Hans-Georg Pflümer und seine Schüler:innen erklärten im Gemeindehaus Oberbantenberg, warum die Bergpredigt heute noch aktuell ist

"Das Newe Testament Deutzsch. Septembertestament. Wittenberg 1522." Mit der Faksimile-Ausgabe haben die Schüler drei Wochen lang gearbeitet. Jeder kann sie sich in der Mediathek des Kirchenkreises An der Agger ausleihen