Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

DIAKONIE Sozialprojekte in Waldbröl: Kirche mitten in der Stadt als Treffpunkt für alle

Pfarrer Jochen Gran ist 1. Vorsitzender des Vereins "Unterm Regenbogen", der sechs soziale Einrichtungen unterhält. Eine Image-Kampagne mit neuen Broschüren soll die Einrichtungen bekannter machen

Das "Kaufhaus für Alle" in Waldbröl ist das Sozialkaufhaus der Evangelischen Kirchengemeinde Waldbröl. Hier gibt es alles für kleines Geld, von der Kaffeetasse über die Sommerlektüre bis hin zum chilligen Sofa. Die sozialen Anlaufstellen, die die Evangelische Kirchengemeinde Waldbröl über die Jahre geschaffen hat, tun der Stadt gut und sind echte Treffpunkte geworden. Jochen Gran, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Waldbröl, hat sie Mark Philip Stadler, Fundraiser des Kirchenkreises An der Agger, bei einem Rundgang vorgestellt.

Neben der Änderungsschneiderei mit Namen EinzigartICH, der Missionsbasar-Boutique, dem neuen Buch+Welt-Laden und dem Kaufhaus für Alle sind insbesondere die Tafel als auch der Kontaktpunkt für Wohnungslose und Arbeitssuchende zu nennen. Diese sechs Einrichtunge gehören alle zum  Verein "Unter dem Regenbogen" in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Waldbröl. Das ist Kirche mittendrin: Treffpunkt für alle. 

 

3000 Kund*innen pro Woche im Kaufhaus für Alle

 

Durch die vielen globalen Krisen, insbesondere auch durch den Ukraine-Krieg, sind die Einrichtungen mehr gefragt denn je. Allein das Kaufhaus für Alle, unter Trägerschaft des Vereins „Miteinander unter dem Regenbogen“, dessen Vorstand Pfarrer Jochen Gran ist, hat bis zu 3.000 Kund*innen pro Woche. Nach Angabe der Mitarbeitenden der Tafel Oberberg Süd hat sich die Zahl der Bedürftigen seit Ausbruch des Ukraine-Krieges mehr als verdoppelt. Mit bis zu acht Ausgaben pro Woche unterstützt die Tafel nunmehr mehr als 700 Haushalte – ein neuer Höchststand. Die Mitarbeiterinnen im Kontaktpunkt nehmen eine Zunahme der Wohnungsloser in der Stadt wahr.

 

Nur fünf Gehminuten voneinander entfernt

 

Alle sechs Einrichtungen befinden sich im Stadtkern und sind unter fünf Gehminuten voneinander entfernt. Die Erreichbarkeit sowie die Inanspruchnahmen von mehreren Leistungen sind somit gewährleistet. Aber wissen die Menschen in der Stadt von der Vielfalt der Angebote durch die Ev. Gemeinde? In der Boutique sagt man „Ja“, denn es gibt einige Stamm-Kund*innen, die aus der Gemeinde selbst regelmäßig für ein günstiges Kleidungsstück oder einen Plausch vorbeikommen. Und auch, dass die Erlöse aus den Einnahmen der Partnergemeinde in West-Papua/Indonesien zugutekommen, bewegt einige Menschen, ihre gut erhaltenen Altkleider dort abzugeben.

Jedoch im Kaufhaus für Alle und der Tafel, beides Orte, wo tägliche eine große Anzahl an Menschen vorbeikommt, sieht die Situation anders aus. In einer auf Englisch unter den Kund*innen durchgeführte Blitzumfrage stellt sich schnell heraus, dass viele die Verbindung zur Ev. Kirchengemeinde nicht kennen oder nicht bewusst wahrnehmen. Als sie jedoch davon erfahren, ist die Reaktion positiv und man begegnet den beiden Gästen, denen sich Frank-Peter Twilling, Marktleiter des Kaufhauses für Alle angeschlossen hat, mit einem freundlichen und dankbaren Lächeln.

 

Image-Kampagne soll Einrichtungen der Kirche bekannter machen

 

Mit einer Image-Kampagne der Ev. Kirchengemeinde möchte Pfarrer Gran bewirken, dass die Menschen in Waldbröl, sowohl diejenigen, die die sozialen Einrichtungen besuchen, aber auch die Bürger*innen der Stadt, mehr darüber wissen, welche Rolle die Gemeinde wirklich im Ort hat. Hierzu wird es in naher Zukunft Brochuren-Material geben, welches über die vielen Angebote informiert.

Mark Philip Stadler sagte zu, die Image-Kampagne beratend zu begleiten, auch im Hinblick darauf, dass man die Kampagne dafür nutzen kann, auf die vielen Spendenprojekte Aufmerksamkeit zu richten, die die Gemeinde ebenfalls betreibt. Stadler: „Man kann sehr gut Synergie-Effekte zwischen ehrenamtlicher Beteiligung in sozialen Initiativen und Spendenprojekten aufbauen, denn all dies kann man unter dem Stichwort christliche Nächstenliebe zusammenbringen. Ein*e jede*r kann sich nach eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten für die gute Sache einbringen.“

Pfarrer Gran sieht zudem auch eine veränderte Rolle von Kirche im Allgemeinen: „Ich glaube, dass die Angebotskirche heutzutage nicht mehr funktioniert. Wir brauchen in Zukunft eine Beteiligungskirche, die für die Menschen da ist."

 

www.ekagger.de | jth | Text: Ref | Fotos: Kirchenkreis An der Agger/Mark Philip Stadler, Jochen Gran, Frank-Peter Twilling 

Eines der Sozialprojekte in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde: die Änderungsschneiderei und Nähwerkstatt EinzigartICH. Hier arbeiten Lisa Kuria und Erika Friesen

Mark Philip Stadler aus Siegen ist seit Mai Referent für Fundraising des Kirchenkreises An der Agger

Vor dem Kaufhaus für Alle: Jochen Gran (v.li.), Frank-Peter Twilling, Leiter des Kaufhauses für Alle, Gabi Fiala-Hock, Pepe Müller, Lea Scheidt, Hasan Mohamed, Jamshid Hassan, Lili Lerche und Mitarbeiter*innen aus den verschiedenen Abteilungen

Frank-Peter Twilling (re.), Leiter des Kaufhauses für Alle, Pfarrer Jochen Gran und zwei der Mitarbeiterinnen

Pfarrer Jochen Gran nahm Mark Philip Stadler, Fundraiser des Evangelischen Kirchenkreises An der Agger, (2.v.li.) mit auf einen Rundgang zu den sozialen Einrichtungen. Rechts im Bild: Elke Weinholtz und Ingrid Favella (re.)

Das Kaufhaus für Alle

Die MiBa-Boutique lädt zum Stöbern ein

Erlöse kommen der Partnergemeinde in West-Papua/Indonesien zu Gute. In dieser Vitrine sind handgefertigte Accessoires aus der indonesischen Provinz. Fundraiser Mark Philip Stadler: "Mir erwärmt es das Herz, handgefertigte Produkte aus West-Papua, wo ich einmal hingereist bin , hier in Waldbröl zum Verkauf zu sehen. Die Ware hat sehr gute Qualität."

Die Tafel Oberberg Süd wurde 2003 von Pfarrer Jochen Gran gegründet. Projektleiterin ist Liane Althoff. Sieben bis acht Ausgaben hat die Tafel pro Woche, unterstützt werden damit 700 Haushalte. Fünf Tonnen Essen werden pro Woche ausgegeben. Die Unterstützungsleistung der Tafel Oberberg Süd hat sich seit Beginn des Ukraine-Krieges verdoppelt

Mark Philip Stadler möchte Liane Althoff und Alfred Freitag in ihrem Projekt unterstützen. "Die Tafel ist ein Ort der Begegnung", sagt Liane Althoff. Freitag ergänzt: "Hier ist ein Ort, wo wir den Menschen in seiner Würde belassen."

"Der Kontaktpunkt ist die Keimzelle aller Projekte in Waldbröl", erklärt Pfarrer Jochen Gran

Mitarbeiterin Jutta Schieder zeigt Mark Philip Stadtler die Räumlichkeiten im Kontaktpunkt. Leiterin ist Hannelore Stahl

Der Laden "Buch+Welt" ist zum einem Treffpunkt direkt an der Hauptstraße geworden

Mark Philip Stadler lobt das Laden-Konzept: "Hier findet man nicht nur fair gehandelte Waren aus aller Welt, sondern auch eine große Auswahl an Bibeln und christlicher Literatur - ein wirklich tolles Konzept."

Rita Engelberth und Walter Köster, zwei der ehrenamtlich Mitarbeitenden. Walter Köster findet: "Waldbröl wäre wirklich eine arme Stadt ohne die vielen kirchlichen Einrichtungen."