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ÖKUMENE Weihnachtsgrüße aus Bergneustadt

Eine ökumenische Bergweihnacht feierte die Kirchengemeinde Bergneustadt auf dem Hackenberg 

Noch ganz bewegt sei die Gemeinde von den Gottesdiensten an den Weihnachtstagen mit ganz unterschiedlichen Besucherzahlen. Ein Höhepunkt war das öumenische Bergweihnachtsfest vor dem GemeindeCentrum Hackenberg, den Kreisdechant Christoph Bersch und Pfarrer Andreas Spierling mit rund 180 Gottesdienstbesuchern gefeiert haben. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von den Bläsern der Kirchengemeinde Bergneustadt und von Mitgliedern der Gemeindeband Ruhepuls.

Pfarrer Andreas Spierling hielt die Predigt: 

Ist das schön, mit euch zu feiern. Im letzten Jahr konnten wir nicht zusammenkommen, um gemeinsam die Weihnachtsgeschichte zu hören und Lieder zu singen. Gemeinschaft, das Hören und Singen – das ist Weihnachten. Das genügt. Wir Menschen sind auch mit wenigem zufrieden.

Unser Gott nicht. Er gibt sich nicht damit zufrieden, ein bisschen, ein wenig zu geben.

Er gibt alles, gibt auch alles auf – seine uneingeschränkte, unantastbare Macht und Würde. Er streckt auch nicht einfach nur die Hand aus und packt uns dann. Nein – er gibt alles – sich selbst. In Jesus kam er auf die Welt, in der wir leben, lachen, weinen, tanzen und vergehen. In der wir uns aufreiben, versagen und gewinnen, in der wir unsre Spielchen spielen und auf dem Weg alles mitnehmen, was uns vor die Füße kommt.

Nur Ruhe und Frieden schaffen wir nicht, verheddern uns in Arbeit und Klein Klein, lassen uns treiben und aus der Bahn werfen.

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.“ (Gal.4,4-7).

Gott hat es nicht mehr ausgehalten in seinem Himmel. Er hat nicht an sich halten können: nicht festhalten wollen an seiner Unnahbarkeit, seiner Distanz. Einer ferner Gott ist kein Gott, der den Menschen etwas bringt: Heil, Segen, Frieden, Versöhnung.

Darum war es an der Zeit eine Weltenwende herbeizuführen. „Es begab sich aber zu der Zeit“, so beginnt die wunderbare Weihnachtsgeschichte.

Aber: dieses so unscheinbare Wörtchen am Anfang der Geburtsgeschichte bedeutet doch:  Es muss etwas anders werden, etwas was der Mensch nicht schafft: kein Kaiser Augustus und auch kein Stadthalter Quirinius.

Etwas, was nur Gott schafft – etwas Neues – wie eine neue Schöpfung. Etwas, das dahin führt, dass das Tor zum Paradies wieder offen ist und auf den Toren zu lesen ist: „Und siehe, es ist sehr gut.“

Ja – es ist sehr gut, was Gott da für uns getan hat. Einmalig, nicht wiederholbar, nicht hinterfragbar.

Er hat es einfach getan – und das aus Liebe. Nicht ohne Grund sprechen von Weihnachten als dem Fest der Liebe. Wir sollten uns dabei aber an den Ursprung des Gedankens erinnern: es geht hier nicht um Menschen- und Nächstenliebe, sondern um Gottes Liebe zu uns. Denn er hat uns zuerst geliebt, ohne Wenn und Aber. Er hat die in sein Herz geschlossen, die nichts galten und von anderen missachtet wurden. Solche, die sich plötzlich auf dem Abstellgleis wiederfanden. Ich finde das sehr beruhigend, dass diese Liebe nicht abhängt von Sympathie und Antipathie gegenüber Menschen und deren Lebensformen. Zu schnell kann auch ich zu einer Randfigur werden.

Es hat mal einer gesagt, dass Gott sehr viel Humor haben muss, wenn er sich mit uns Menschen abgibt. Hat er bestimmt. Aber da steckt ja mehr dahinter: Wo andere uns aufgeben und an der Türe zur Finsternis abgeben, da gibt er sich mit den Gestrauchelten und Abgeschobenen, mit den Wohlhabenden ab und holt sie hinein in das Licht von Bethlehem.

Um das zu verstehen, finde ich die Krippenfiguren ganz hilfreich. Es gibt sie in so vielen Facetten.

Für manche es kitschig, die Hirten als Figuren an der Krippe zu sehen. Aber sie stehen für ein Leben im Schatten mit so gut wie nichts in der Hand. Sie sind ein Symbol für all die Vergessenen und Verachteten, für die Armen und Einsamen.

Gott sagt: Du bist mir lieb und wertvoll. Ich strahle dich mit meinen kindlichen Augen aus der Krippe an und nenne dich bei deinem Namen. Ich gebe dir Zukunft und Hoffnung.

Ebenso kitschig finden andere die Weisen aus dem Morgenland, auch genannt die Heiligen Drei Könige, die sich an der Krippe einfinden.

Aber sie stehen für ein Leben auf der Sonnenseite, die die Chancen ergriffen haben zu gestalten, zu entdecken und voranzubringen. Solche, die etwas in ihrem Leben geschafft haben.

An der Krippe lernen sie, dass Geld allein nicht glücklich macht und das Reichtum einsam macht, wenn man ihn nicht teilt. Sie können ihre Masken fallen lassen und abgeben was sie haben und was sie auch bedrückt.

Gott sagt: Du bist mir lieb und wertvoll. Ich strahle dich mit meinen kindlichen Augen aus der Krippe an und nenne dich bei deinem Namen. Ich gebe dir Zukunft und Hoffnung.

In allem ist die Mitte klar: Jesus in der Krippe, von Gott, Maria und Joseph ins Leben hineingeliebt. Und diese gibt er weiter an dich und mich. Er ist der Mittelpunkt allen Geschehens – bis heute. Dahinter verblassen ein Kaiser Augustus und ein König Herodes.

Weil hier ein ganz anderer Lebensentwurf präsentiert – geschenkt wird. Einfach so, ohne Hintergedanken und Hintertürchen. Hier geht es nicht um Macht, nicht um meine Schaffenskraft, sondern hier geht es schlicht um mich. Jesus geht es um mich, mein Leben in seiner rettenden Gegenwart für immer. Es geht ihm darum, dass ich ihm alles gebe, was nicht gut ist damit es mich nicht mehr blockiert und belastet und am wahren Leben hindert.

Da ist dann nur noch Staunen und Verstehen!: Siehe, ich verkündige euch große Freude

So sind wir nun mitten im Weihnachtsfest. Die Engel auf dem Feld verkünden den armen Hirten, dass ihnen das Heil der Welt gilt. Sie sollen einen festen Punkt in ihrem Leben haben, auf den sie sich verlassen können. Über die Jahrhunderte hinweg dürfen auch wir die Stimme hören:

Dir ist der Heiland geboren

„Du sollst mir immer das geben, was nicht genügend ist. Dafür bin ich in die Welt gekommen.“

Dir ist der Heiland geboren

„Du kannst mir alles bringen, was in deinem Leben zerbricht. Ich will es heil machen.“

Dir ist der Heiland geboren

„Bring mir immer alles, was in deinem Leben böse ist, verlogen, trotzig und gemein. Dafür bin ich in die Welt gekommen.

Dir ist der Heiland geboren

„um dir zu verzeihen, um dich an die Hand zu nehmen und dir den Weg zu zeigen.“

Amen

www.ekagger.de | jth | Fotos: Katharina Kathner

Vor dem GemeindeCentrum Hackenberg wurde der Heiligabendgottesdienst gefeiert. Insgesamt gab es um Kirchenkreis an den Weihnachtsfeiertagen 170 Gottesdiensten mit sorgfältigen Hygienekonzepten. Die Botschaft: frohe Weihnachten - auch über den Jahreswechsel hinaus. Denn die Weihnachtszeit geht noch mindestens bis zum Dreikönigstag am 6. Januar, die Katholische Kirche kennt Maria Lichtmess am 2. Februar als Ende der Weihnachtszeit.

180 Menschen trafen sich unter der 2G-plus-Regel

Die Band Ruhepuls umrahmte den Gottesdienst musikalisch

Kreisdechant Christoph Bersch und Pfarrer Andreas Spierling (re.), Skriba des Kirchenkreises An der Agger, segnen die Gemeinde