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START Zukunftsprozess "Pfarrstellenplan 2030" beginnt

Die 57-köpfige AG Pfarrstellenkonzeption 2030 hat sich erstmals getroffen. Jetzt gehen die Beratungen auch in den Kirchengemeinden weiter

Der Kirchenkreis An der Agger arbeitet am Zielbild einer lebendigen, anziehenden Kirche für 2030, die digital und mobil nah an den Menschen ist. Wie kann Gemeindearbeit gelingen, wenn mit  weniger Pfarrerinnen und Pfarrern geplant werden muss? Wie rücken Gemeindereferent:innen und Diakon:innen noch stärker in den Fokus? Ein 57-köpfiges Team erarbeitet einen Fahrplan für die geistigen Schwerpunkte in den Gemeinden und im Kirchenkreis.

Der Ball liegt jetzt bei den Kirchengemeinden: Die neue Arbeitsgruppe (AG) „Pfarrstellenkonzeption 2030“ des Kirchenkreises An der Agger hat sich zum ersten von fünf Terminen in der Schnellenbacher Kirche getroffen und hat dann den Auftrag und die offenen Fragen zur Weiterarbeit mit nach Hause in die Kirchengemeinden genommen. Der Auftrag ist klar: Es muss ein Pfarrstellenplan erarbeitet werden, der zwar eine deutliche Reduzierung vorsieht, aber dennoch ein funktionierendes Gemeinde- und Glaubensleben ermöglicht.

Die erste Frage lautet: Nach welchen Kriterien sollen Pfarrstellen geplant werden? Gemeindeflächengröße, Zahl der Mitglieder, Anzahl der Gruppen und Kreise? Wie lässt sich die Attraktivität einer Pfarrstelle für junge Theologieabsolventen messen? Der Prozess ist offen und transparent, jeder kann sich mit Ideen beteiligen und sich bei seiner Ortsgemeinde melden.

Alle sind aufgerufen, sich zu beteiligen

Alle Unterlagen, Karten und Mappen, sind in einer Cloud und können in den Gemeinden offen genutzt werden. Superintendent Braun: "Alle sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Niemand soll sagen: Ich wurde ja nicht gehört. Teilen Sie die Daten und Fakten zum Weiterarbeiten." 

Die Kreissynode soll spätestens im Herbst 2022 über die Vorschläge entscheiden, gerne auch früher. Die 57 Mitglieder der AG haben die Aufgabe, sich mit Weitblick und kreativen Ideen dem wichtigsten Zukunftsprozess für die kommenden Jahre zu stellen: Wie können wir weiterhin Menschen im Leben und im Glauben stärken - auch mit weniger Personal im Pfarramt? Wie stellen wir uns konsequent auf die grundlegenden Veränderungen ein?

Hintergrund: Die für das Jahr 2030 prognostizierte Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer sinkt in der rheinischen Kirche um ein Drittel von 1700 auf 1000. Heruntergebrochen auf den Kirchenkreis An der Agger bedeutet das: Für die 24 Kirchengemeinden und die Kirchenkreisebene wird es nur noch 26,05 Pfarrstellen geben und nicht mehr 38,5 wie jetzt. Auf Ebene der 24 Gemeinden sinkt die Zahl der Pfarrstellen auf 23, aktuell sind es 34. Daneben gibt es zurzeit noch zehn Schulpfarrstellen, die auch weniger werden müssen.

Der Prozess hat in einigen Gemeinden längst begonnen

Wie werden diese Stellen auf die Arbeitsfelder verteilt? Wo werden die Theologen am meisten gebraucht? In der Verkündigung, in der Seelsorge, bei Taufen, Konfirmanden- und Jugendarbeit, Beerdigungen, Hochzeiten? "Für das Jahr 2030 und darüber hinaus müssen wir jetzt die Weichen stellen", sagt Superintendent Michael Braun. "Wir wollen jetzt gestalten." Einige Pfarrer werden in den nächsten Jahren in Ruhestand gehen, dann muss bereits klar sein, mit welchem Stellenanteil die Gemeinde rechnen kann.

Einige Gemeinden haben den Veränderungsprozess schon hinter sich: etwa die Kirchengemeinde Hülsenbusch-Kotthausen, wo nach einer Fusion zweier Kirchengemeinden und dem Ausscheiden zweier Pfarrer in den Ruhestand jetzt die 49-jährige Pfarrerin Alexandra Pook das Gemeindeleben mit neuen Impulsen bereichert. Andere Beispiele sind Müllenbach-Marienheide oder Drabenderhöhe, wo es jeweils nur noch einen Bezirk mit einem Pfarrer gibt und trotzdem zum Beispiel eine starke Jugendarbeit. 

Die AG wird sich zweiten Mal am 29. September in Drabenderhöhe treffen. „Kriterien und Modelle kirchengemeindlicher Pfarrstellen“ werden dann vorgestellt. Welche Auswirkungen haben mögliche Reduzierungen auf die Regionen, auf Nachbarschaften und mögliche Kooperationen? Um die kreiskirchlichen Pfarrstellen geht es am 9. November in Dieringhausen. Auf  welchen Arbeitsfeldern will sich der Kirchenkreis auf dieser Ebene stark machen, wenn es statt 4,5 Pfarrstellen - eine davon hat der Superintendent inne - dann nur noch 3 gibt? Wie kann der Kirchenkreis seine Stimme in der Gesellschaft geltend machen?  Das sind Fragen, auf die in einer breit angelegten, offenen Diskussion Antworten gefunden werden können. 

Medienecho

Pfarrstellenkonzeption: Viel mehr als eine Rechenaufgabe, Oberberg Aktuell 

"Alles andere als Mathematik. Kirchenkreis beginnt Debatte mit Gemeinden über Stellenabbau", Oberbergische Volkszeitung / Oberbergischer Anzeiger, 1. September 2021; Seite 25 

 

 

"Dürfen wir Muster brechen? Dürfen wir anders denken? Auf jeden Fall!" Die AG Pfarrstellenkonzeption 2030 traf sich zum Auftakt in der Schnellenbacher Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Ründeroth. "Nach welchem Kriterien wollen wir Pfarrstellen verteilen?" Ein mögliches Kriterium ist die Frage: Muss ein Pfarrer die Gemeinde leiten oder kann das jemand anderes machen?

Aus Wiehl sind Pfarrerin Judith Krüger und Ekkehard Grümer in der Arbeitsgruppe dabei.

Birgit Jürgens begleitet den Prozess im Kirchenkreis. Seit 20 Jahren macht sie Gemeindeberatung: "Ich brenne für die Gemeinden. Ich gucke mit Ihnen genau hin."

Die 57 Mitglieder der AG "Pfarrstellenkonzeption 2030" nehmen bis zum nächsten Treffen am 29.9. als Hausaufgabe mehrere Kirchenkreiskarten mit in die Gemeinden, die helfen sollen, Ideen für eine Pfarrverteilung greifbar zu machen. Alle Unterlagen, Karten und Mappen, sind in einer Cloud und können in den Gemeinden offen genutzt werden. Superintendent Braun: "Alle sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Niemand soll sagen: Ich wurde ja nicht gehört. Teilen Sie die Daten und Fakten zum Weiterarbeiten."